Test – Call of Duty: Infinite Warfare

Lohnt sich der Kauf von Call of Duty: Infinite Warfare? Unser Test verrät es euch!

In einer nicht allzu fernen Zukunft, sind die Ressourcen auf der Erde nahezu erschöpft. Aus diesem Grund schickt die UNSA (United Nations Space Alliance) ihre Schiffe in das ferne Weltall, um auf Asteroiden und Planetoiden nach weiteren Rohstoffen zu suchen. Geschützt werden die Rohstoff sammelnden Flotten dabei von der SATO (Solar Alliance Treaty Organization). Da diese Expansion und Kolonisierung fremder Welten nicht jedem gefällt, hat sich die faschistische Gruppe der SDF (Siedlungsbefreiungsfront) es zum Ziel gemacht, die UNSA mit allen Mitteln zu bekämpfen.

Was geht ab?

So passiert es, dass während der feierlichen „Flottenwoche“ ein Großangriff auf die Stadt Genf erfolgt. Und hier schlüpfen wir in die Rolle des Protagonisten Leutnant Nick Reyes, einem altgedienten Hasen des Militärs. In einem Moment feiern wir noch und im nächsten finden wir uns in erbitterten Straßenkämpfen gegen orbitale Schocktruppen wieder. Nachdem wir uns durch das effektlastige Schauspiel durchgekämpft haben, bekommen wir unverhoffter Weise das Kommando über die Retribution, einem Schlachtschiff und Träger der SATO, da ihr eigentlicher Captain im vorangegangen Gefecht gefallen ist. Nun haben wir nicht nur den Auftrag gegen die SDF in die Schlacht zu ziehen, sondern auch noch herauszufinden, was es mit dem geheimen Projekt „Codename Riah“ auf sich hat.

Ich stehe auf dem Schlauch

In der knapp acht Stunden währenden Spielzeit, wird dem Call of Duty Veteranen die typische, aber nicht weniger Eindrucksvolle Actionkost geboten. In den meist sehr übersichtlichen Schlauchleveln kämpfen, schleichen, rennen und bomben wir uns durch schier unendliche Gegnerhorden. Dies ist nicht wirklich innovativ, aber Call of Duty bietet eben gewohnt bekannte Action auf hohem Niveau. Die Steuerung auf dem PC ist dabei präzise und exakt, wobei sich die Flugpassagen mit Maus und Tastatur etwas schwammig spielen.

 

Wer will uns ans Leder?

Unsere Gegner setzen sich aus Menschen und humanoiden Robotern zusammen. Zwischendurch kommen auch stärkere Kampfroboter mit Schutzschild zum Einsatz, die mittels Energie- oder Sprengwaffen sowie mit gekonnten Flankenmanövern in das digitale Nirwana befördert werden müssen. Damit wir nicht nach jedem Ableben des eigenen Charakters den Level neu beginnen müssen, sind dutzende Checkpoints auf den Karten gesetzt. Diese sind fair gesetzt und verhindern allzu lange Wiederholungsphasen nach dem virtuellen Ableben. Vorsicht vor feindlichem Beschuss sollte aber gewahrt werden, da bereits in niedrigerem Schwierigkeitsgrad wenige Treffer ausreichen um getötet zu werden. Dennoch schmeißt sich die KI, sofern man das so nennen darf, gerne vor unseren Lauf. Neben kämpfen auf feindlichen Schiffen und Bodeneinrichtungen, gibt es auch Passagen in denen wir uns frei im Weltraum und in der Schwerelosigkeit befinden. Gerade diese offenen Passagen sind nicht ganz einfach zu bewältigen, da der Feind meistens aus allen möglichen Richtungen kommt.

So ein Feuerball, Junge!

Aber es finden nicht nur Gefechte zwischen der Infanterie statt, sondern auch in unserem Raumjäger, dem „Jackal“. Dabei fliegen wir nicht nur Bodenangriffe auf diversen Planeten, sondern wir kämpfen in Asteroidenfeldern und im freien Weltraum. Dabei kommt es häufig zu Gefechten zwischen den Kampfschiffen der beiden Fraktionen, wobei wir dann als kleiner Jet zwischen dem Massenbombardement hindurch fliegen. Das Spiel teilt sich ungefähr 40/60 In Flug- und Infanteriespielzeit auf. Die Zeit die wir im Jet sitzen ist schon unerwartet hoch. Zwar sind die feindlichen Jets nicht gerade von der hellsten Sorte, dennoch macht das Auftauchen der Massen an Feinden die Schwierigkeit aus. Permanent werden wir von Raketen und Projektil Waffen aus allen Ecken und Enden beschossen. Eine kleine Herausforderung sind dann aber die hin und wieder auftauchenden Fliegerasse der SDF. Diese vertragen wesentlich mehr Schaden, und können auch nicht so leicht mit einer Raketenaufschaltung pulverisiert werden. Bombastisch sind aber die Zerstörungen von feindlichen Trägen und Kreuzern, da diese in einem mächtigen Feuerball in Millionen Stücke gesprengt werden.

Waffen, eine Menge Waffen

Das Waffenarsenal ist gewohnt umfangreich. Vor jeder Mission haben wir die Wahl, unser Arsenal individuell festzulegen. Je mehr Waffen wir innerhalb der Missionen gefunden haben, umso so mehr Waffen haben wir dann auch in unserem Auswahlmenü zur Verfügung. Hierbei sind die Genretypischen Vertreter von Pistolen, Maschinenpistolen, Sturmgewehren, schweren Waffen und allerlei Extrabewaffnung vertreten. Sehr viel Spaß macht das Hacking Tool, da wir damit feindliche Roboter übernehmen und steuern können. So fallen wir dem Feind gerne in die Flanke und überraschen ihn.

 

Welche Mission soll es sein?

Innerhalb der Kampagne gibt es Haupt- und Nebenmissionen. Mit Nebenmissionen können wir weitere Ausrüstung und nützliche Perks für die Singleplayerkampagne freischalten und gesuchte SDF Schergen eliminieren. Die Reihenfolge wie die einzelnen Missionen angegangen werden ist vom Spieler individuell gestaltbar. Allerdings sind diese neun zusätzlichen in zwei bis drei Stunden durchgespielt.

 

Call of Duty: Infinite Warfare kommt mit einer Effektorgie daher, die seines Gleichen sucht. Gleich zu Beginn, während des Überfalls auf die Flottenwoche stürzt ein riesiger Schlachtkreuzer ins Meer und löst eine Riesenwelle aus. Oder auch ein Schiff, dass mitten in einem Wohngebiet runtergeht, erzeugt eine riesige Rauch- und Trümmerwolke. Im weiteren Verlauf explodieren Raumschiffe in riesigen Feuerbällen. Dabei weiß das Spiel aber auch mit ruhigen und leisen Tönen aufzuwarten. So müssen wir uns in eine feindliche Basis schleichen, eine Feinduniform klauen und dann diese Basis infiltrieren. So schafft es die Story ein gutes Maß an Action und leiseren Passagen zu finden. Als Manko wäre zu nennen, dass die Kampagne nicht im Coop Modus spielbar ist.

Zombies in Spaceland

Neben dem eigentlichen Spiel ist auch wieder ein Zombie Modus mit an Bord. Hier können wir als einer von fünf Protagonisten auf Zombiejagd gehen. Hier müssen wir einem wahnsinnigen Filmregisseur entkommen, der uns in einem verlassenen Freizeitpark Zombies auf den Hals hetzt. Derzeit ist als einzige Episode „Zombies in Spaceland“ verfügbar. Hier ballern wir uns also durch Horden von Untoten Hirnfressern. Damit das aber nicht langweilig wird, sind viele kleine Gimmicks in dem Spiel verteilt. So gibt es ein Tarotkartensystem, dass uns so manche Verbesserung beschert. Damit wir uns neue Waffen leisten können, müssen wir genug Gegner niederstrecken. Sollte ein Spieler gestorben sein und kann nicht mehr wiederbelebt werden, so kann er sich mit Minispielchen das Warten auf die nächste Runde vertreiben.

 

Der Multiplayer

Prinzipiell muss gesagt werden, dass sich Infinite Warfare im Bereich Multiplayer wie Black OPs 3 spielt. Generell ist der Multiplayer mit seinen 14 Spielmodi zwar Standardkost, dafür aber gut umgesetzt. Um mehr Würze in das Spiel zu bringen wurde Combat RIG System integriert. Dabei handelt es sich um sechs verschiedene Kampfrüstungen die auch den speziellen Spielstil eines Spielers individuell wiederspiegeln. Natürlich können auch wieder viele Extras und Perks freigeschaltet werden. Letztere sind aber zum Teil an ihre Klasse gebunden. Mit gesammelten Erfahrungspunkten kann der Charakter weiter ausgebaut werden.

Modern Warfare Remastered

Besitzer der Deluxe und Legacy Edition bekommen zum eigentlichen Spiel noch die Call of Duty: Modern Warfare Remastered Version dazu. Darin ist die Modern Warfare Kampagne sowie ein zehn Karten Multiplayermodus enthalten. Entgegen der Befürchtungen ist die Remastered Version kein warmer Aufguss geworden, sondern eine grafisch aufwendige Portierung der neun Jahre alten Version. Die Grafik kann sich echt sehen lassen und auch spieltechnisch brauch sich diese Version nicht hinter aktuellen Call of Duty Titeln verstecken. Fragwürdig ist allerdings die Veröffentlichungspolitik, da diese Version des Spiels nicht separat, sondern nur im Bundle gekauft werden kann.

Fazit

Alle Jahre wieder kommt ein neues Call of Duty. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Infinity Ward hat mit Infinite Warfare einen soliden Shooter mit bildgewaltiger Präsentation entwickelt. Die Story ist zwar nicht mitreißend, aber unterhaltend erzählt. Die Grafik ist auf hohem Niveau und auch die Vertonung gefällt mir gut. Nur bei der deutschen Synchronisation wurde meines Erachtens nach gespart. Insgesamt ist dieses Spiel ein schnörkelloser Shooter, in dem ich das bekam, womit ich gerechnet habe.
Der Zombiemodus ist ein kleines Highlight, und auch der Mehrspielermodus wird seine Liebhaber finden. Da es wenige Änderungen zu Black Ops 3 gab, wird das sicherlich bei Ligaspielen gut bei den Spielern ankommen.
Mich hat das Spiel gute 12 Stunden unterhalten.
Positiv
  • Grafisch Aufwendig produziert
  • Unterhaltsamer Zombiemodus
  • Guter Mehrspielermodus
  • Gute Steuerung
Negativ
  • Schlauchlevel
  • Dünne Story
  • Deutsche Synchronisation
  • Kein taktischer Tiefgang
Ähnliche Beiträge
Kommentare

Was denkst du darüber?

Schlagwörter:call of duty