Nein, trotz des verdächtigen Timings ist Chernobylite kein schnell-geschusterter Trittbrettfahrer der fantastischen Sky/HBO Serie um das Nuklear-Desaster von 1986. Die polnischen Entwickler von “The Farm 51” haben schon etwas länger Erfahrung mit dem Thema. Und zwar durchaus praktische.

Denn zuvor arbeiteten die Farmer am “Chernobyl VR Project”, einer virtuellen Rundtour um die Sperrzone bei Pripyat sowie den Überbleibseln des Atomkraftwerk selbst. Dabei hatten Sie dieselbe Technik eingesetzt wie bei ihrem Spiel Get Even, um Geometrie und Texturen wortwörtlich fotorealistisch zu übersetzen. Und mit etwas Hilfe von Kickstarter wird nun aus den vorhandenen Doku Daten sowie der vorhandenen Videospielerfahrung eine vielleicht weniger lehrreiche, aber umso spannendere Erfahrung draus.

In der Welt von Chernobylite sind die Ereignisse in Tschernobyl so wie sie sind in etwa passiert, aber hatten noch einen seltsamen Nebeneffekt: Es entstand das Titelgebende “Chernobylite”, eine neue seltsame und gefährliche Substanz, die jedoch gleichzeitig eine unglaubliche Energiequelle sein könnte. 

Man spielt den Wissenschaftler Igor, der sich zu Anfang mit zwei Söldnern zusammengeschlossen hat, um die schwer bewachten Ruinen des Kraftwerks zu infiltrieren. Doch die Jagd nach dem “Chernobylite” ist eher nebensächlich: Stattdessen ist man auf der Suche nach Hinweisen über Tatyana, Igors Freundin die in der Sperrzone verschollen ist.
Doch am Ziel angekommen, passieren allerlei seltsame und übernatürliche Dinge, wie man an der offiziellen Gameplaypräsentation des Spiels hier sehen kann:

Also ja, nachdem die Ereignisse sich überschlagen und man einen kurzen Ausflug in eine “Zwischenwelt” gemacht hat, ist man in der Sperrzone auf sich alleine gestellt und muss ums Überleben und für die Wahrheit kämpfen.

Zu dem Punkt präsentiert sich Chernobylite als offener Survival Shooter mit einigen Elementen, die man aus Rougelikes kennt. So können im Spiel zufallsgesteuert und durch die Handlungen des Spielers unterschiedliche Dinge passieren, oft unter einem strikten Zeitlimit. Und Charaktere auf die man trifft können einem je nach dem wie man sich verhält freundlich oder feindlich gesinnt sein.
Intention des Spiels ist es definitiv, das Spiel mehrmals zu spielen und auch vorhandenes Wissen was man aus vorherigen Sessions gelernt hat für sich auszunutzen und die Geschichte zu unterschiedlichen Enden zu führen.

Der Survival Aspekt des Spiels dagegen dreht sich darum, Vorräte zu Managen und zu craften und sich gegen natürliche und übernatürliche Feinde zu wehren. Das wird zwar von Tag zu Tag schwieriger, aber mit dem Wissen des Protagonisten lassen sich unterschiedliche Chemikalien und Essensvorräte mit diversen Effekten kochen und auch z.B. Waffen upgraden, sowie der Möglichkeit sich selbst ein kleines “Camp” aufzubauen.

Kämpfen und Überleben in und um ein paranormales Tschernobyl mag in Anbetracht von Spielen wie der S.T.A.L.K.E.R. Serie nichts neues sein. Aber die nonlinearen Elemente in Spiel und Story sowie die originalgetreue Spielwelt verführen dann doch vielleicht nochmal dazu, in die Zone zurückzukehren, wenn das Spiel Ende 2019 für PC erscheint. (Konsolenversionen sind geplant, aber noch nicht 100%ig sicher)

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