Test – Killing Floor 2

Vor knapp acht Jahren erschien mit Killing Floor einer der größten Left 4 Dead-Konkurrenten. Vor kurzem hat Tripwire Interactive den Nachfolger erstmals für Konsole veröffentlicht. Wir stellen ihn euch vor!

Mit Killing Floor 2 erschien am 18. November die Fortsetzung des Zombie-Koop-Shooters von 2009 endlich auch als PlayStation 4-Konsolenversion. Zuvor war Killing Floor 2 nur als Early Access-Version über Steam zu spielen.

Es handelt sich um einen reinen Multiplayer-Shooter, ohne eigenständigen Story-Modus, wobei dies auch nicht nötig ist, da hier eindeutig der Spaß, den das gemeinsame Überleben bringen soll, im Vordergrund steht. Ihr habt zwar die Möglichkeit gegen die AI zu spielen, allerdings liegt der Kern im kooperativen Spiel mit echten Menschen an der Seite. Und sodann gilt es, eine bestimmte Anzahl von Wellen Untoter abzuwehren, bevor ihr euch in den knapp zwei Minuten zwischen einer Welle beim Händler wieder mit Waffen, Rüstung und Munition eindecken solltet. Stirbt man in einer Runde, muss man darauf hoffen, dass die verbliebenen Kameraden die Welle überleben und man wieder einsteigen kann. Schafft das Team dies nicht, ist das Match gescheitert.

Beeindruckendes Monsterdesign, aber keine größeren Veränderungen im Vergleich zum Vorgänger.

Wichtig ist bei Killing Floor 2 – vor allem bei den höheren Schwierigkeitsgraden – das Teamwork. Taktiken besprechen, Klassenwahl et cetera. Umso besser ist es also, wenn ihr den Titel mit Freunden spielt oder den Sprachchat im Spiel aktiviert, um mit den Mitspielern kommunizieren zu können. Andernfalls werdet ihr die höheren Schwierigkeitsstufen nicht bestehen können, allerdings liegt genau hierin die Langzeitmotivation.

Neu ist zudem das erweiterte Klassensystem. Gab es im ersten Killing Floor nur sechs verschiedene Klassen, so sind es im zweiten Teil zehn davon, die sich noch deutlich untereinander unterscheiden und nun wesentlich einfacher, schneller und sinnvoller aufzuwerten sind. Seid ihr zum Beispiel Heiler, gelingt der Aufstieg am schnellsten, wenn ihr Mitspieler heilt. Ihr müsst also nicht durchgehend auf der Jagd nach Kills sein, sondern solltet, je nachdem was eure Rolle ist, das Team mit den jeweiligen Klassenfähigkeiten bestmöglich unterstützen. Dennoch bringt auch das Abweichen von den klasseneigenen Skills nicht zwangsläufig Nachteile. Ihr könnt jederzeit die Waffen anderer Klassen kaufen, benutzen und sammelt so auch dementsprechend für diese andere Klasse Erfahrung. Ihr seid also nicht wie im ersten Teil auf eine spezifische Vorauswahl festgelegt.

Alles, was das Gewehr zu bieten hat, muss sich nun in der Horde Untoter entladen, will man die Runde überleben.

Neu im Vergleich zum Vorgänger ist ein Modus, bei welchem ihr – ähnlich wie im Koop-Survival-Hit Left 4 Dead – selbst die Zombies steuern könnt. Ein Team übernimmt also Soldaten, das andere die Monster. Dabei übernimmt man die Zombies nach dem Zufallsprinzip, dementsprechend könnt ihr auch das Kanonenfutter bekommen und nicht die besonderen, mit Spezialfähigkeiten ausgestatteten Untoten.

Was die Varianz der Maps angeht, ist diese groß genug, um etliche Stunden Spaß zu machen. Zudem sind genug vorhanden, sodass nicht durchgehend auf den gleichen Karten gekämpft wird.

Die Gegnertypen wurden quasi 1:1 aus dem ersten Teil übernommen. Dieses Setzen auf bereits Bewährtes stellt sich einerseits positiv dar, wissen die Spieler des ersten Killing Floors genau, wie sie mit den einzelnen Gegnern umzugehen haben. Allerdings hätte es dem Nachfolger auch nicht geschadet, hätte man das ein oder andere unbekannte Wesen implementiert. Allerdings hat man sich bei den diversen Endgegnern nicht auf die faule Haut gelegt und immerhin dort für frischen Wind gesorgt.

Blutüberströmte Gänge und ein urhässliches Wesen mit einer Kettensäge als Arm torkelt auf den Spieler zu. Kein seltener Anblick.

Das Gameplay hat ebenso wenig Änderungen erfahren: Es gilt, mit üppiger Waffenauswahl und -gewalt, Horden von Höllenwesen wieder ins Jenseits zu befördern. Unterstützt von gelegentlich auftretender Bullettime (Zeitlupe) sollte man dabei stets auf die Köpfe der Kreaturen zielen. Diese zerfetzen sodann und die volle Dröhnung Gewalt, die Killing Floor 2 mit sich bringt, kommt zum Vorschein.

Der Soundtrack zum Spiel ist demzufolge passend und ebenfalls im Vergleich zum Vorgänger kein gewagter Schritt, ertönt weiterhin ständig die bedrohlich-aggressive Death-Metal-Mucke. Klar ist das nicht jedermanns Sache, jedoch wird es dem düsteren Setting dieses knallharten Shooters gerecht.

Diese beiden schlecht gelaunten Zeitgenossen gehören zu den einfach besiegbaren Standard-Gegnern.

Interessant ist auch die Votekick-Funktion. Diese ermöglicht es, wie in so manch einem anderem Online-Shooter auch, Spieler vom Server zu werfen, sofern dies die Mehrheit fordert. Obgleich das natürlich eine nützliche Funktion ist, um zu verhindern, dass „Trolle“ das laufende Spiel sabotieren, ist es dennoch missbrauchsanfällig. Des Weiteren sollte der primäre Sinn eines solchen Tools nicht darin liegen, schwächere Spieler aus dem Spiel zu werfen, wofür es aber naturgemäß in erster Linie verwendet wird. Ein zweischneidiges Schwert.

Leider fallen auch die vielen Kaufoptionen negativ auf. So habt ihr beispielsweise die Chance, nach einer beendeten Runde Kisten mit kosmetischen Items zu bekommen. Diese könnt ihr allerdings nur öffnen, wenn ihr zuvor einen Schlüssel für Echtgeld – 4,99€ – kauft. Das Spiel ist zwar kein Vollpreistitel, dennoch hat dies in solch einem Spiel weniger zu suchen.

Wer also gerne mit seinen Freunden online zockt und kein Problem mit übermäßiger Gewaltdarstellung hat, wird mit Killing Floor 2 definitiv mehr Freude und Vorteile haben, als lediglich die Wartezeit bis Left 4 Dead 3 zu überbrücken.

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