Test – Root Letter

Mit Root Letter veröffentlichte Kadokawa Games – beziehungsweise PQube in Europa – am 28. Oktober die erste Visual Novel der Kadokawa Game Mystery Reihe für PlayStation 4 und PlayStation Vita. Ob der Titel mit den Größen im Genre mithalten kann erfahrt ihr hier.

Bei Root Letter handelt es sich um ein klassisches Visual Novel Adventure Spiel. Ihr verkörpert Protagonist Max, der zu Beginn des Spiels über seine alte Brieffreundin Aya Fumino reminisziert. Während des Aufräumens findet er einen 15 Jahre alten Brief von ihr, an den er sich nicht erinnern kann und dessen Inhalt die Story antreibt: „Ich habe jemanden getötet. Ich muss für meine Sünden büßen. Wir werden nicht mehr miteinander reden. Lebwohl.“

Somit reist er in die japanische Stadt Matuse, in der Präfektur Shimane, um herauszufinden was mit seiner alten Brieffreundin wirklich geschehen ist. Anhand der zehn alten Briefe, die beispielsweise Informationen zu ihren ehemaligen Klassenkameraden beinhalten, ist es nun eure Aufgabe das Rätsel um das Verschwinden des jungen Mädchen zu lüften.

Aya’s Briefe geben euch Informationen zu ihren früheren Klassenkameraden

Dabei gliedert sich der Titel in zwei Segmente, zum einen den Adventure Teil, wobei ihr Informationen sucht, die Stadt erkundet und versucht die alten Klassenkameraden aufzufinden und zum anderen den Simulations Teil, in welchem ihr die Briefe von Aya lest und dann entscheidet, wie Max geantwortet hat.

Diese Antworten beeinflussen übrigens das Ende des Spiels, da Root Letter, typisch für eine Visual Novel mehrere Enden besitzt. Das wahre Ende könnt ihr beim ersten Durchspielen übrigens nicht freischalten, mindestens zweimal Spielen ist also Pflicht.

Die Wahl euer Antworten beeinflusst das Ende des Titels

Alle Charaktere sind hervorragend und besitzen eine gewisse Tiefe, die ich in vielen anderen Visual Novels vermisse. Gerade die Befragung der alten Klassenkameraden lässt euch neue Informationen herausfinden, Hintergründe erkunden und beleuchtet natürlich die Charaktere.

Damit das Wiederholen der Kapitel nicht zu anstrengend ist, bietet der Titel die feine Möglichkeit, sie komplett zu überspringen. Da ihr die Briefe von Aya immer zu Beginn eines Kapitels lest und eure Antworten dann auch festlegt, könnt ihr in wenigen Minuten, bis zu einem gewissen Punkt im Spiel fortschreiten, der dann je nach getroffener Auswahl das Ende einleitet. Das Feature ist wirklich großartig und spart ungemein Zeit. Gerade bei langen Titeln wie Steins;Gate hätte ich mir ein solche Option auch gewünscht. Nachteil ist natürlich die geringere Spielzeit. Nach rund 15 Stunden hatte ich das Spiel zu 100% abgeschlossen. Seid ihr also auf der Suche nach einer langen Visual Novel, die euch Wochen begleiten soll, ist Root Letter nicht die richtige Wahl.

Vom Gameplay her unterscheidet sich Root Letter wenig von anderen Visual Novels. Ihr besucht verschiedene Schauplätze, redet mit Charakteren, untersucht im Ace Attorney Stil die Umgebung und müsst ab und zu auch die Option „Think“ benutzen, um im Spiel weiterzukommen. Wie bereits erwähnt gliedert sich das Spiel in unterschiedliche Modi. Habt ihr genug Informationen und Beweise gefunden könnt ihr einen der alten Schulfreunde Aya’s im Interrogation Mode verhören. Dabei legt ihr Beweise vor oder setzt euer Gegenüber mittels des Max Modes unter Druck. Diese Segmente erinnern etwas an Ace Attorney oder die Class Trials von Danganronpa und erfrischen das sonst klassische Visual Novel Gameplay. Macht ihr Fehler, indem ihr beispielsweise falsche Beweise vorzeigt, ist dies vernachlässigbar. Einen Game Over Bildschirm gibt es nicht. Bei sechs Fehlern wird das Verhör einfach neu gestartet.

Im Max Mode bombadiert ihr euer Gegenüber mit ausgewählten Phrasen

Der Stil von Root Letter ist phänomenal. Die gezeigten Schauplätze basieren auf wahren Orten der japanischen Stadt Matsue und sind exzellent umgesetzt. Des Weiteren sind sowohl der Soundtrack als auch die japanische Synchronisation hervorragend, wobei die Lokalisation – vor allem im Max Mode – teils seltsam ist. Die Begriffe dort unterscheiden sich manchmal nicht wirklich, daher hatte ich einige Male das Problem die richtige Wortwahl zu finden. Da Visual Novels insbesondere von der Art des Schreibens leben, ist dies in der englischen Version nicht perfekt umgesetzt. Dies wird vermutlich an den feinen Nuancen in der japanischen Sprache liegen, die im Englischen nicht ideal übersetzt werden können.

Die Landschaften und Umgebung sind toll umgesetzt

Alle Charaktere sind hervorragend und besitzen eine gewisse Tiefe, die ich in vielen anderen Visual Novels vermisse. Gerade die Befragung der alten Klassenkameraden lässt euch neue Informationen herausfinden, Hintergründe erkunden und beleuchtet natürlich die Charaktere.

Dennoch ist die Geschichte äußerst gelungen, vor allem für ein Erstlingswerk des Studios. Man kann sich auf die weiteren Titel, die unter dem Banner der Kadokawa Mystery Games, erscheinen sollen freuen.

Fazit

Root Letter ist eine empfehlenswerte Visual Novel. Vor allem Fans des Genre sollten zugreifen. Auch Freunde einer gut erzählten Mystery Geschichte über Freundschaft, Liebe und Verlust können mit Root Letter nicht viel falsch machen, wenn auch der Titel nicht mit den Größen im Genre mithalten kann. Hervorstechen kann das Spiel vor allem durch den wunderschönen Stil und die exzellente Musik. Dennoch sollte, die im Vergleich zu anderen Spielen des Genres, kurze Spielzeit erwähnt werden. Schafft es Kadokawa Games mit ihren nächsten Eintrag, die jetzigen Fehler zu beheben, können sie bald mit den ganz Großen mithalten. Ich bin schon jetzt auf die weiteren Titel der Entwicklerschmiede gespannt.
Positiv
  • Interessante Geschichte, mit netten Twists
  • Interrogation Modus lockert die Lesesegmente auf
  • Exzellente Musik und schöner Stil
Negativ
  • kurze Spielzeit
  • Lokalisation nicht optimal
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