Test – Dragon Ball Xenoverse 2

Mit Dragon Ball Xenoverse 2 erschien am 28. Oktober der zweite Ableger der beliebten Kampfspiel-Reihe für die Current-Gen Konsolen. Wie schlägt sich der neuste Dragon Ball Teil?

Wie im ersten Teil habt ihr die Möglichkeit einen Charakter ganz nach euren Wünschen zu erstellen und mit ihm eine von Akira Toriyama geschrieben Geschichte im Dragon Ball Universum zu erleben. Ihr könnt dabei wieder aus fünf verschiedenen Rassen wie Saiyajin, Mensch, Namekianer und weiteren auswählen, die je verschiedene Boni und Mali haben. Euren eigenen Held levelt ihr über Skillpunkte, die ihr mit jedem Levelaufstieg bekommt. Das Maximallevel liegt momentan noch bei 80, wird vermutlich aber wie im Vorgänger auch durch DLCs weiter angehoben.

Habt ihr bereits Xenoverse gespielt, könnt ihr euren Charakter importieren. In diesem Fall werden die ausgerüsteten Attacken und Kleidungen in Xenoverse 2 übertragen und geben euch direkt einen kleinen Vorsprung.

Per Punkteverteilung für die jeweiligen Attribute legt ihr eure Ausrichtung fest. Ki- oder Nahkampfbasiert.

Die Stroy dreht sich wieder um die Zeitpolizei, welche in bestimmten Momenten der allseits bekannten Dragon Ball Z Geschichte eingreifen muss, um die zuvor beschädigte Zeitlinie wieder in Ordnung zu bringen. Trotz der netten Idee, ist die Story nicht sonderlich originell, da jeder Dragon Ball Kenner die Handlung mittlerweile in und auswendig kennt und Kämpfe gegen die klassischen Bösewichte wie Boo, Freezer oder Cell einfach ausgelutscht sind. Dennoch sind die neuen, alten Bösewichte wieder gut in Szene gesetzt und mit dem verfeinerten Gameplay und den 60 Bildern pro Sekunde ist jeder Kampf eine wahre Freude. Ganz klar, so flüssig und sauber lief bisher noch kein Dragonball-Titel.

Die im ersten Teil winzige und mit Ladezeiten gespickte Hub-Welt wurde gut überarbeitet und erweitert. Alle wichtigen Orte sind nun mit Fahrzeugen oder dem später zu erlernenden Fliegen schnell und ohne Ladezeiten zu erreichen. Auch Trainer, bei denen ihr neue Attacken lernen könnt, sind jederzeit – sofern freigeschaltet – zu erreichen. Im ersten Teil war dies eine lästige Angelegenheit, da jeweils nur ein Trainer in der Oberwelt zu finden war.

Jeder Mentor ist nun – sofern freigeschaltet – jederzeit zu finden.

Ein großer Unterschied findet sich bei dem Erstellen neuer Charaktere. Wurde im ersten Teil noch der komplette Fortschritt über alle Charaktere aufgeteilt, sind nun nur noch Fähigkeiten und Ausrüstungsgegenstände freigeschaltet. Wollt ihr also eine neue Rasse testen, müsst ihr zuvor das komplette Spiel erneut durchspielen, um einigermaßen flott aufzusteigen. Im Vorgänger konnten mit neuen Charakteren direkt die schwierigsten Missionen – die natürlich auch die meiste Erfahrung geben – ausgewählt werden und somit bei Twinks deutlich schneller gelevelt werden.

Natürlich wollte Dimps hier den Wiederspielwert deutlich steigern, aber es wirkt leider wie ein großer Rückschritt, da man sich mit jedem neuen Held erneut durch die Story „quälen“ muss.

Ärgerlich ist auch die Tatsache, dass die Geschichte wieder nur Storyaspekte von DB Z aufnimmt, man aber das originale Dragon Ball oder GT vermisst. Zum Trost gibt es aber ein paar wenige spielbare Charaktere aus Dragon Ball GT.

Seit einigen Monaten läuft in Japan auch Dragon Ball Super durchaus erfolgreich. Bis auf Battle of Gods und Resurrection F findet sich aber kein Material des Anime im Spiel wieder. Lediglich ein paar Charaktere der Serie sind vorhanden, die aber für nicht Kenner keinen Bezugspunkt haben.

Bedauerlicherweise ist auch die Kampagne – gerade bei den in-Engine Cutscenes – recht schwach inszeniert . Diese sind zu lang, emotionslos und leider auch nicht lippensynchron. Weiterhin fallen die Dialog-Boxen störend auf.

Sammelt ihr alle 7 Dragon Balls könnt ihr Shenron (dt. Shenlong) beschwören

Womit ihr nach der Story am meisten beschäftigt sein werdet, sind die Parallelquests. Diese Missionen lassen sich online oder offline zu dritt absolvieren, wobei ihr offline zwei NPCs zur Seite habt. Dabei könnt ihr aus rund 70 Charakteren wählen, wobei ihr nicht zwangsläufig euren eigens erstellten Charakter benutzen müsst. Die Quests belohnen euch mit Erfahrung, Zeni, neuen Attacken, Kostümen und sogar Charakteren. Dabei bietet jede Mission geheime Anforderungen, die weitere Belohnungen freischalten. Rund die Hälfte dieser Aufträge sind direkt aus Xenoverse übernommen, was von Seiten des Entwicklers einfach nur faul ist. Ebenso, dass nur zwei bis drei neue Kampfstages ins Spiel aufgenommen wurden und der Rest eins zu eins aus Teil 1 stammt.

Leider wird die Umgebung der Stages von euren Angriffen nur wenig beeinflusst. Klar gehen hier und da Häuser kaputt, aber bei gigantischen Angriffen wie dem Final Kamehameha oder der Super Genkidama passiert eigentlich nichts. Schade, da dies schon zu PlayStation 2 Zeiten mit Budokai Tenkaichi 3 besser funktioniert hat. Zudem gibt es wieder nicht die Funktion der Energy Clashes, die gerade im Anime immer spektakulär ausschauen. Auch diese gab es schon in vorigen Titeln und brachten das Spielgefühl noch näher an die Serie heran.

Kombos sind, wie es sich für ein Prügelspiel gehört, natürlich auch vorhanden. Allerdings reicht des Öfteren auch einfach Button-Mashing und das Aktivieren der Super und Ultimate Angriffe aus, um die Gegner mit Leichtigkeit zu besiegen. Generell ist das Spiel nicht wirklich schwer. Die meisten Kämpfe sind im ersten Versuch leicht zu meistern, lediglich die letzten Kämpfe sind etwas schwieriger. Macht ihr aber brav eure Nebenmissionen und trainiert mit euren Mentoren, seid ihr am Ende eigentlich so hoch gelevelt, dass ihr kaum Probleme haben werdet.

Turles – bekannt aus dem Anime – tritt als Bösewicht auf

Weiterhin findet ihr in Conton City sogenannte Zeitspalten, die euch Zugriff auf bekannte Gebiete – wie Freezers Raumschiff, Mr. Satans Haus und andere – geben, um dort verschiedene Aufgaben zu erledigen und Belohnungen wie Zeni oder neue Attacken zu erhalten.

Die Online-Kämpfe liefen in den ersten Tagen nur wenig flüssig. Viele Lags haben das sonst so gut Spielgefühl getrübt und wenig Spaß bereitet. Generell war die Verbindung zu den Servern in der ersten Woche oftmals nicht möglich. Mittlerweile sollte der Modus aber gut laufen und kann auch Spaß machen, wenn ihr nicht das Pech habt direkt an einen Gegner zu geraten, der das Spiel blind beherrscht.

Für 25€ könnt ihr zusätzlich den Season-Pass erwerben, der euch Zugriff auf 4 weitere Pakete mit neuen Charakteren, Skills, Mentoren und mehr bietet. Dazu sind bisher noch keine Informationen bekannt, vermutlich werden die Packs aber ähnlich wie beim Vorgänger ausfallen.

Fazit

Alles in allem macht Dragon Ball Xenoverse 2 vieles richtig und besser als der Vorgänger, aber auch einiges falsch. Die Geschichte ist weiterhin Durchschnitt und eigentlich nur Füller für die Kämpfe, der Rückschritt der charakterübergreifenden Progression ist lästig und die Online-Kämpfe haben in den ersten Tagen nicht einwandfrei funktioniert.

Dennoch hat Dimps auf das Feedback der Fans gehört und beispielsweise die Trainer jederzeit zugänglich gemacht. Auch das Bewegen in der Hub-Welt ist deutlich verbessert worden und die wenigen Ladezeiten tragen ihren Teil dazu bei.

Persönliche wünsche ich mir für die kommenden DLCs endlich Charaktere aus der ursprünglichen Dragon Ball Serie wie Kid Goku oder Muten Roshi sowie Missionen, die sich auch auf die aktuellen Arcs von Dragon Ball Super beziehen und nicht nur auf die ersten 10 Folgen. Ich kenne Z's Geschichte mittlerweile in und auswendig, mit Super würde also ein neuer Schwung an Story kommen.
Positiv
  • - 60 Bilder pro Sekunde
  • - Neue spielbare Charaktere
  • - viele Missionen und lange Spieldauer
Negativ
  • - kein geteilter Spielfortschritt
  • - wenig Umweltzerstörung
  • - wieder nur DBZ
  • - kaum neue Stages
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Schlagwörter:dimps , dragon ball , xenoverse