Test – ELEX

Ein neues Spiel des Piranha Bytes Studios aus Essen ist erschienen. Das neue Science-Fiction Epos wurde von uns auf Herz und Nieren geprüft.

Als erstes stellt man fest, dass man sich in der Welt umgeben von Arschlöchern befindet. Und nein, damit meine ich nicht den normalen Montagmorgen in einer U-Bahn. Im späteren Verlauf stellt man auch fest, dass man in Wirklichkeit auch ein großes Arschloch ist… Und nein, damit meine ich nicht die Identifizierung des Selbstseins durch andere Menschen innerhalb der U-Bahn am frühen Morgen. Das Spiel wird mit einer im Comic Stil gezeichneten Intro-Sequenz eröffnet, in welcher man die kurze Erklärung bekommt, was in der Welt von Magalan geschehen ist. Ein großer Meteorit hat mit sich nicht nur eine Katastrophe, sondern auch das neue Element Elex mit sich gebracht. Durch Elex eröffnen sich der Menschheit neue Möglichkeiten sich gegenseitig zu bekämpfen, zu hintergehen und mächtige Maschinen zu befeuern. Unterschiedliche Fraktionen bildeten sich nach dem Kataklysmus, die jeweils unterschiedliche Verwendung für Elex gefunden haben.

Ohne ein Bierchen beginnt kein Abenteuer!

Fraktionen

Berserker – das sind auf den ersten Blick keine Arschlöcher, die sich erst später als Arschlöcher herausstellen. Ihr Ziel ist es das Planet Magalan in einen grünen Ort durch die Weltherzen wieder zu verwandeln. Dabei verzichten sie völlig auf die Nutzung der modernen Technologien und Waffen. Ihre Ideologie wird auf jede erdenkliche Art geschützt, auch mit Mord und Gewalt. Dadurch, dass sie auch ihre Ideologie überall vorantreiben möchten, ergeben sich auch jede Menge Konflikte. Kurz zusammengefasst: es sind Öko-Radikale-Arschloch-Terroristen, die keine Rücksicht auf andere Ansichten nehmen und in jeglicher Hinsicht die Hightech Sachen des Helden negativ kommentieren. Elex verarbeiten die Kollegen zu Mana und können dadurch viele magische Tricks verwenden. Die restliche Ausrüstung ist den Barbaren aus dem Mittelalter nahe – Schwerter, Bögen, Äxte und Schilde.

Outlaws – auf den ersten Blick totale Arschlöcher, die sich auch als Arschlöcher verhalten, aber auf eine oder andere Weise ziemlich ehrlich sind. Ihre geradlinigen Verhaltensweisen machen sie sympathisch: Geld oder aufs Maul, mach kein Stress oder aufs Maul, lass uns in Ruhe oder aufs Maul. In diesem Konzept lässt es sich einfach leben. Elex wird zu Stims gemischt. Diese machen zwar Manche abhängig, verleihen aber diverse Boni, wie Geschwindigkeit, Gesundheitsboosts und Vieles mehr. Die Gesetzlosen setzen auf normale Schusswaffen (der alten Welt) und sonstige Nahkampfwaffen. Insgesamt und dadurch, dass sie gerne in der wüstenähnlichen Gegend leben, erinnern sie von der Aufmachung her an die Mad-Max-Arschlöcher.

Kleriker – die fanatischen Arschlöcher, die für sich den neuen Gott Calaan entdeckt haben und durch Kreuzzug-ähnliches Verfahren ihr Glauben verbreiten wollen. Sie betreiben mit Elex ihre hochtechnologisch entwickelten Maschinen. Ihr Glaube verbieten ihnen die direkte Einnahme von Elex. Religiös-Technologisch-Inquisitoren-Arschlöcher würde als Beschreibung der Kleriker Fraktion ziemlich genau passen.

Es war einmal ein Kleriker…

Albs – die größten Arschlöcher im ganzen Gebilde, die sich nur für die Eroberung des Planeten sorgen, die Menschen zu Elexträgern verarbeiten und ihr eigenes Codex haben. Durch den direkten Elexkonsum haben sie komplett ihre Menschlichkeit verloren. Die Gefühle werden nämlich durch Elex komplett abgetötet. So eine Art emotionslose Borg-Arschlöcher…

Separatisten – die anderen Alb-Arschlöcher, denen die neuen Alb-Arschloch-Anführer durch ihre Vorgehensweise zuwider wurden. Arschlöcher, die die freien Menschen ausbeuten, sind sie trotzdem geblieben. Elex Konsum haben sie trotzdem reduziert, was sie etwas menschenähnlicher macht. Also im Kontext: etwas emotionalere Alb-Arschlöcher.

 

Spielgeschehen

Als einer der Alb-Arschlöcher wird man durch eigene Leute verraten und zur Exekution verurteilt. Kallax lässt das Schiff des Hauptprotagonisten abschießen und denkt das Jax, als er durch die Albs gedrängt die Klippe abstürzt, tot ist. Zu einem späteren Zeitpunkt wird man wach und stellt fest, dass erstens die komplette Ausrüstung gestohlen wurde und zweitens die Wirkung von Elex nachgelassen hat und dadurch die ganzen Fähigkeiten verloren gegangen sind. Ohne Elex fängt man auch an, die menschlichen Gefühle wieder zu empfinden. Nach dem Aufwachen und Durchsuchen des naheliegenden Geländes trifft man auf Duras (der zuerst nicht wie ein Arschloch aussieht), einen der Berserker, der uns die Hilfe anbietet. Er führt uns dann zur Hauptstadt der Berserker Goliet. Eigentlich besteht es die Möglichkeit zu jedem Zeitpunkt des Spiels, einen anderen Weg zu wählen. Man muss nicht unbedingt zu den Berserkern gehen. Da der Erkundungsdrang aber siegt und man vieles von Vorne rein sehen will, wählt man doch den Besuch der Öko-Fraktion.

Die Sonnenbrille darf während der Gespräche mit den Berserkern nicht fehlen

An dieser Stelle ist es zu erwähnen, dass die Freiheiten grandios sind. Man darf jede Zeit in jede Richtung als die Hauptquest. Die Quests werden auch nicht nur nach A-Schema, sondern auch durch Ausführen bestimmter Aktionen oder Aufsammeln bestimmter Gegenstände, ausgelöst. Dank den vielen Entscheidungen, entweder durch die Dialoge, Verhaltensweisen oder eigene Fähigkeiten, verläuft das Spiel sehr unterschiedlich.

Leider ist die Erkundungsfreiheit etwas auf eine andere Weise eingeschränkt. Biegt man links oder rechts ab, guckt in die falsche Richtung oder atmet falsch, wird man schnell von fiesen Gegnern überrumpelt. Am Anfang trübt sich die Erfahrung dadurch sehr. Es kommt so vor, als ob man mit der Nase gegen eine Wand laufen würde. Es tut weh, steigert die Frustgefühle im Brustkorb, wird aber im späteren Verlauf sich beim bestimmten Durchhaltevermögen als lohnenswert ergeben. Es ist also, als ob man ein Patient in einer Gummizelle sei, und teilweise nur gegen die Wände läuft, am Ende jedoch glücklich einen Schlupfloch findet und sich erfreut (Grüße an Edna bricht aus). Mich hat das Spiel persönlich durch die Atmosphäre und die Erkundungslust am Monitor gefesselt…

 

Kampfsystem

…zugegebenermaßen ist die Maus oder Tastatur mal durch die Gegend geflogen. Es liegt aber an der Zusammensetzung des Kampf-, Bewegungs- und Fokussystems. Es kann mir auch keiner erzählen, dass man während der Kämpfe nicht ein Mal geflucht oder den Kopf gegen die Tischplatte gehauen hat. Bis man die Fähigkeiten und die Waffen nicht geupgradet hat, sollte man bei der Wahl der Kämpfe sehr aufpassen. Durch das Fehlen der Ausdauer, die dafür benötigt wird, Schläge und Ausweichrollen auszuführen, sind die Sparrings zu Beginn mit einem fatalen Ende vorauszusehen. Da das Kämpfen auch mit einem Kombo-System versehen ist, macht man auch kaum Schaden, da der Schaden von jedem in einer Reihe ausgeführten Schlag abhängt. Oben drauf verschlimmert die Gesamtsituation die Trägheit der Bewegungen. Aus dem bösen Frustkampfdreieck, bestehend aus der Ausdauer, den Kombos und der Trägheit entflieht man durchs Leveln und Vergeben der wertvollen Punkte in die Fähigkeiten und Attribute. Eine andere Möglichkeit wäre die Gebiete ziemlich pazifistisch zu erkunden. Nachdem man sich durch die Gebiete durchgewuschelt hat, bekommt man viel interessantes zu sehen und einiges zum Sammeln. Anzumerken wäre die Fähigkeit der Gegner zwischen den Schlägen zu kontern und somit die trotz des in dem Augenblick ausgeführten Kombos Schaden dem Protagonisten zuzufügen. Das eigene Kombo wird natürlich dadurch unterbrochen, was im Falle der Gegner nicht passiert. Da es nicht immer dazu kommt und es ziemlich merkwürdig aussieht, gehe ich an dieser Stelle von einem Bug aus, welcher die Kämpfe deutlich erschwert. Bei Elex ist das Kampfsystem zu diesem Zeitpunkt ein Quälex (höhöhö).

Das erste Mal falsch abgebogen…

Fortbewegungsmittel

Die eigenen Zwei… Und die freischaltbaren Teleporter.

 

Dialoge

Die Gespräche mit den NPCs konnte ich tatsächlich sehr genießen und sie haben mir sehr viel Spaß bereitet. Die schroffe und lustige Art dieser und die exzellente Vertonung sind meiner Meinung nach sehr toll gemacht. Das gehört, wie die Erkundung der Welt, die Quests und die Atmosphäre zu den großen Stärken des Spiels.

 

Umgebungen

Die Welt von Magalan ist frei begehbar und sehr abwechslungsreich gestaltet. Es reicht von den wunderschönen Wäldern bis zu verschneiten Umgebungen. Interessanterweise gibt es sogar einen funktionierenden Vulkan auf der Karte zu entdecken. Die Wüstenlandschaft im Süden erweitert die Vielfalt der Regionen. Die komplette Welt ist händisch und durchdacht gestaltet. Viele Details gibt es auf dem Weg durch Magalan zu entdecken und viele Geheimnisse und Geschichten aufzudecken. Biegt man zufällig links oder rechts ab, findet man oft Aufnahmen oder Aufzeichnungen aus der Welt vor der Katastrophe. Die Erkundung der Ruinen und anderer Plätze wird oft auch durch wertvolle Gegenstände, die man so dringend braucht, belohnt. Das Spiel bietet so viele Freiheiten, dass man jedes Gebiet an sich direkt vom Anfang an besuchen kann. So oft findet man auch einige Missionsgegenstände, für die man noch an sich gar keine Mission hat.

Der schöne Ausblick mitten in der Wüste: die Vielfalt der Regionen in einem Screenshot eingefangen

Haupt- und Nebenquests

Das Schöne an Elex ist auch die Tatsache, dass man die Missionen sehr unterschiedlich angehen und lösen kann, was sich auf die Welt und den weiteren Verlauf des Spiels auswirkt. Wie schon angesprochen, kann man beliebig die Welt erkunden und zufälligerweise eine Quest auslösen, die man noch gar nicht hat und somit den Ablauf der Geschichte oder das Schicksal einiger NPCs und von sich selbst beeinflussen.

Nach dem Starten des neuen Spiels bin ich dem Kollegen Duras (von den Berserkern) gefolgt. Als Erstes natürlich alle möglichen Nebenmissionen in dem Gebiet der Berserker abgegrast und es gab zu einem Zeitpunkt in der Umgebung keine neuen Missionen oder Missionen, die meinem Level entsprechen würden. Da dachte ich mir, laufe ich mal etwas durch die Gegend herum, keine Lust mehr auf die Wälder, starte ich in die Richtung der Wüste und schaue mal was passiert… Und es ging wunderbar von der Hand (hier von dem Fuß)! Einige Flüche und einige tödliche Begegnungen später war ich am Ziel – das Fort der Outlaws – uuuuund Überfall der Stadt durch kybernetisch modifizierten Insektoiden. Man hilft den Leuten an ihrem Wachposten gegen die Viecher und verspricht Verstärkung vom Anführer mitzubringen. An dieser Stelle sind der Posten und die zwei personifizierten NPCs (also mit dem Namen versehen und ansprechbar) zum fatalen Ausgang verurteilt, da man nicht genug Punkte der Überlebenskünste zu diesem Zeitpunkt besitzt und während des Gesprächs mit dem Duke ihn nur für zwei zusätzliche Leute zur Verteidigung des Postens überreden kann…

Nach einigen Nebenquests und einigen schweren Entscheidungen (Iron Madison wird das Leben ihrem Gemahl noch schwerer machen hihihi) wurde es Zeit für die Hauptquest – zurück in die Richtung der grünen Landschaften und Wälder und den letzten bekannten Aufenthaltsort von dem Typen, der unsere Sachen gestohlen hat, aufsuchen. Eingetroffen, stellt sich raus, dass der Typ unsere Sachen verkauft hat und unser Gefährte werden will – eine überraschende Wendung! (Aufgrund des Fehlverhaltens wurde Duras nicht mein Begleiter)

Mit Iron Madison ist es nicht zu scherzen

Begleiter

Man trifft auf mehrere Begleiter in dem Spiel. Diese können auf die Reise durch Magalan mitgenommen werden. Bevor man sich aber in erster Linie anfreundet und zu Blutsbrüdern wird, gibt es einige Aufgaben, die man erledigen sollte. So hat jeder der Begleiter-NPCs eigenständige Quests, die ziemlich aufwändig werden können. Um großartige Spoiler zu vermeiden, werde ich beim Duras vom Anfang des Spiels hängen bleiben: für ihn muss man den Todesfall eines der Berserker aufklären und den Mörder finden. Dabei begibt man sich auf den Weg durch die Region und unterhält sich mit den Verdächtigen… Die Aufgaben des Berserker Duras gehören aber auch nicht zu den schwierigsten, die Gespräche machen jedoch jede Menge Spaß. Die NPCs haben jeweils unterschiedlichen Charakter und in meisten Fällen unterschiedliche Sprachgewohnheiten.

Das Ergebnis verrate ich an dieser Stelle nicht, nur dass man nicht unbedingt mit einigen Berserkern was zu tun haben will.

 

Vertonung

Die Vertonung der NPCs hat mir sehr gut gefallen. Viele Einzigartigkeiten, diverse Aussprachen und diverse Manieren zu sprechen. Die Dialoge machen stets Spaß zu führen und diesen zuzuhören. Man hat viele Auswahlmöglichkeiten bei den Antworten während des Gesprächs – diese sind jedoch etwas kryptisch geschrieben, da kann man in vielen Fällen die Auswirkung dieser nicht voraussagen. Dabei macht es umso immer mehr Lust die weiteren Auswirkungen der Wahl zu sehen. Und für ganz Neugierige gibt es auf jeden Fall die Schnellspeicherfunktion, die man öfters während der Reise und zum Ausprobieren verwenden sollte.  Ansonsten bietet das Spiel damit ziemlich großen Wiederspielwert, wenn man vor Allem auch die Fraktionen und ihre eigenen Questlinien bedenkt. Der atmosphärische Soundtrack des Spiels, die Umgebungsgeräusche und die Sprachausgabe sind sehr gelungen. Der musikalische Part ist zwar passend gewählt und klingt sehr gut, bleibt jedoch im Nachhinein nicht in Erinnerung.

Let’s kick some ice!

Steuerung, Inventar und kleine Problemchen

Bis auf die Kampfangewohnheiten des Helden und den Autofokus geht die Steuerung sehr gut von der Hand. Die linke Maustaste dient zum Ausführen jeglicher Aktionen und die rechte zum abbrechen dieser. WASD und die Leertaste werden zum besten Freund des Spielers in Elex. Es funktioniert gut, den Charakter durch die Welt zu bewegen und mit der Leertaste die Hindernisse zu erklimmen und den Sprung anzuwenden. Bei der erneuten Verwendung der Leertaste in der Luft wird das Jetpack, welches man direkt zu Beginn des Spiels findet, aktiviert. Damit lässt sich jedes Hindernis überwinden und jedes erdenkliche Ziel erreichen, bis auf vielleicht kleine Ausnahmen. Es ist auf jeden Fall vom Anbeginn an möglich, die Welt so zu erkunden, wie man es möchte.

Auf dem Weg durch Magalan verwendet man gerne auch das unbegrenzte Inventarsystem, welches man als Sammelfanatiker und Messie gerne ausnutzt. Dabei kann es dazu kommen, dass das Inventar schnell unübersichtlich werden kann. Die Ausrüstung, die Gegenstände, die Fähigkeiten, die Zigaretten und Klopapierrollen sind zwar in unterschiedlichen Bereichen des Hightech-Arm-Implantants hinterlegt, jedoch ist jeder Menüabschnitt in Form einer Liste dargestellt. Zumindest bei der angezogenen Ausrüstung wäre eine andere Darstellung wünschenswert. So sieht man die Angezogenen Sachen nur als einen markierten Gegenstand innerhalb dieser Liste. Die Rüstung und Waffen sind glücklicherweise aber in Kategorien sortiert. Schön auch, dass das Aussehen des Protagonisten sich passend zu den angezogenen Sachen ändert. Während der Dialoge wird der Helm immer ausgeblendet, damit man das Gesicht und die Animationen betrachten kann.

 

Animationen und der grafische Anteil

Auf jeden Fall sind die Animationen im Spiel und der grafischer Anteil zwar nicht auf dem höchsten Niveau der Möglichkeiten, jedoch hat das mich in keinster Weise gestört (bis auf die Kleinigkeiten in den Kampfbewegungen). Manche Animationen wirken nicht ganz natürlich, die Gesichtsanimationen ebenso. Die Grafik sieht dennoch ansprechend und sehr abgestimmt aus. Zum großen Vorteil kann man an dieser Stelle sagen, dass Elex auch mit nicht High-End Maschinen ohne Probleme laufen sollte. Als einen Nachteil habe ich das zu keinem Zeitpunkt empfunden, die Immersion war nicht gestört. Der Stil und die liebevoll gestaltete Welt machen das wieder ohne Probleme wett.

…das zweite Mal falsch abgebogen

Gegner

Die Vielfalt der Gegner… Die Welt bietet diverse Menschengegner, die unterschiedlich, je nach Fraktion und zufallsbedingt im bestimmten Rahmen, ausgerüstet sind. Schwerter, Plasmawaffen und Mechs sind an der Tagesordnung. Dabei gibt es auch radioaktive Kettensägenklingen und Bögen. Alles was das Herz begehrt. Das Setting lässt an dieser Stelle keine Wünsche offen.

Auch jegliche Monster haben ihren Weg in die Welt von Elex gefunden: spuckende, kriechende, springende und beißende (keine) Kuscheltiere, die bei jeder Gelegenheit die Augen auskratzen können. Da will man nur mit dem radioaktiven Dinosaurier Verstecken spielen – und sie missverstehen einen.

 

Crafting

Verteilt in der Welt trifft man auch auf Werkbänke, die man zum Herstellen der Gegenstände oder zum Aufmotzen der vorhandenen nutzen kann. Für die Herstellung der verwendbaren Gegenstände, wie der Heiltränken zum Beispiel, benötigt man Rezepte und unterschiedliche Verbrauchsstoffe. Als Crafting-Materialien dienen diverse Pflanzenarten, auffindbare Rohstoffe und Metallschrott. Beim Abschließen der Missionen und beim Schenken der nötigen Aufmerksamkeit nach links und rechts findet man vieles davon. Die Waffen lassen sich upgraden, die Rüstung kann man jedoch nur durch Anschließen zu einer der Fraktionen und Abschließen unterschiedlicher Quests für diese aufbessern. Die Basisrüstungen der jeweiligen Fraktionen bekommt man aber ganz normal bei den Händlern erworben.

Hier und da findet man die nützlichen Pflanzen, die als Komponenten für Heiltränke zum Beispiel dienen

Skillsystem

Das Skillsystem gestaltet sich aus den Attribut- und Lernpunkten. Für jeden Levelaufstieg bekommt man Punkte, die man beliebig in die Charakterentwicklung stecken kann. In Gothic gewohnter Manier braucht man die speziell ausgebildeten Leute, um bestimmte Fähigkeiten zu erlernen. Jede Fähigkeit benötigt als Voraussetzung bestimmte Anzahl der Attributpunkten in einer oder anderen Kategorie. Für die Nutzung der Waffen müssen auch bestimmte Voraussetzungen getroffen werden.

 

Geschichte

Zu der Hauptgeschichte des Spiels komme ich erst an dieser Stelle. Wieso? Weil ich mich in Magalan wörtlich verloren und verlaufen habe. So viele interessante Hintergrundinformationen und Sachen zum Entdecken konnte ich seitens der Hauptquest finden. In kurzen Zusammenfassung: man spielt den ziemlich bekannten und gefürchteten Commander Jax – „die Bestie von Xacor“, der durch die eigenen Leute (Albs) verraten und exekutiert wird. Man begibt sich auf einen Rachezug gegen Kallax und seine Gefolgsleute. Weder der Hauptprotagonist, noch die Story haben mich so gefesselt, dass ich diese beiden Aspekte nicht etwas vernachlässigen konnte. Das gehört meiner Meinung nach auch nicht zu den Stärken des Spiels.

Der nützlichste Hinweis aus den auffindbaren Tagebüchern!

Technische Aspekte

Getestet wurde die PC-Steam-Fassung von Elex. Auf der Maschine mit etwas älterem Intel E3-1230v3 in der Kombination mit einer Nvidia 970 GTX gab es keine Probleme mit der Performance, auch keine oder störende FPS-Drops sind vorgekommen (überwiegend butterweiche und konstante 60 FPS).

Einige kleinere Bugs sind während des Spielens aufgefallen: Während der Dialoge teils ungünstige Position der Kamera, die die Objekte im Vordergrund nicht ausblendet; eine Nebenmission konnte Aufgrund eins Bugs nicht abgeschlossen werden – der ansprechbare NPC hatte den Punkt zum Fortführen der Mission gar nicht zur Auswahl innerhalb des Dialogmenüs; hier und da fallen ab und zu kleinere Clipping-Fehler auf.

Bei dieser Aussicht stört auch das Clipping nicht

Fazit

Da ich einen ziemlich großen Fetisch für die Spielereihe S.T.A.L.K.E.R. pflege und Elex mit der Machart, Atmosphäre und der Liebe der Entwickler zu der eigenen Schöpfung mich in vielen Aspekten daran erinnern (und natürlich an Gothic und Risen), sollte man meinen Urteil aus dieser radioaktiven Perspektive betrachten. Wer mit den einigen Ecken und Kanten des Spiels leben kann und einiges an Geduld, besonders zum Anfang der Reise durch Magalan mit sich bringen kann und auch früher Gothic, Risen geliebt und jetzt mit großer Prise Science Fiction vermischt vorstellen kann – da steht nichts im Wege! Elex holen, installieren und genießen. Man wird nach schöner RPG / Pirahna Bytes Manier gepflegt und gehegt (es gibt auch natürlich oft auf die virtuelle Fresse!). Das Spiel Elex ist das, was man holt: es gibt weder Season Pass, noch DLCs oder Mikrotransaktionen. Für mich eine eindeutige Empfehlung und ein überraschendes Sternchen in diesem Jahr.
Positiv
  • Abwechslungsreiche Umgebungen mit vielen Details
  • Atmosphäre
  • Freiheiten (zum Beispiel Quests, Erkundung usw.)
  • Ein Spiel Out Of The Box, wie in alten Zeiten
  • Vertonung
  • Handgemachte Welt
  • Interessante Fraktionen und cooles Szenario
  • Viel, viel, viel zu entdecken
  • Lange Spielzeit
  • Piranha Art
Negativ
  • Kampfsystem
  • Autofokus
  • Kleinere Kamera Bugs
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