Das “Home Invasion” Subgenre ist ein Dauerbrenner wenn es um Horrorfilme und Thriller geht. Filme wie “Wait until Dark” (“Warte bis es Dunkel ist”), “When A Stranger Calls” (“Das Grauen kommt um Zehn”) und “The Strangers” nutzen familiäre, heimische Orte der Protagonisten und machen Sie mit Hilfe von unheimlichen Einbrechern oder Serienkillern zum Schauplatz eines Albtraums oder nutzen auch diese altbekannten Standards um wie in “You’re Next”, “Hush” oder “Funny Games” dem Ganzen neue Dimensionen zu geben. So oder so, ein primäres Ziel des Subgenres ist es ein vergleichsweise sehr glaubwürdiges Szenario in einer sicher-scheinenden Umgebung zu präsentieren, so dass sich der Zuschauer selbst in seinen eigenen vier Wänden nicht mehr sicher fühlt.

Doch während in der Filmwelt “Home Invasions” geradezu in Wellen kommen, ist die Idee in Videospielen noch vergleichsweise unerforscht. Was uns zu Intruders: Hide and Seek bringt, der Beitrag von dem jungen spanischen Studio Tessera und Daedalic, um den Hausfrieden zu stören.

Man übernimmt die Rolle des 13 jährigen Ben, der mitsamt Famile ein Wochenende in ihrer großzügigen Ferienwohnung verbringt. In der ersten Nacht entdeckt man als Ben mit seiner jüngeren Schwester im Schlepptau einen geheimen Panic-Room der unter der Garage versteckt ist, gerade zu dem Zeitpunkt als ein Trio unheimlicher Einbrecher die Eltern in gewahrsam nimmt und das Haus infiltriert. Mit der kleinen Schwester in vorübergehender Sicherheit begibt sich Ben zurück ins Haus und fortan liegt es am Spieler eine Möglichkeit zu finden, Hilfe zu Rufen, und herauszufinden was die Eindringlinge überhaupt wollen, ohne von selbigen entdeckt zu werden.

Wie man sich vielleicht aufgrund des relativ kompakten Schauplatzes denken kann, ist Intruders kein allzu langes Spiel. Etwa zwei bis drei Stunden verbringt man damit, kreuz und quer durch das Haus zu schleichen um unterschiedliche Aufgaben zu erledigen, und optionale Collectibles strecken die Spielzeit nur im begrenztem Maße. Das ist aber nicht unbedingt ein Mangel am Spiel: Auf diese Weise überansprucht das Spiel weder sich selbst noch die Geschichte, die es erzählt und bleibt diesbezüglich glaubhaft konsistent.

Desweiteren schafft Intruders, wie zu erhoffen, eine schaurig angespannte Atmosphäre, trotz der nicht immer ganz zeitgemäßen Optik. Das potenziell wichtigste, die Kulisse an sich, hat aber einen guten Look und die Charaktere an sich werden in einem etwas überzeichneten Comiclook gehalten. Was meistens funktioniert, aber nicht immer. So ist Frau Mama unabsichtlich weitaus gruseliger anzuschauen als die bewusst gruseligen Einbrecher.

Wo wir bei den Charakteren sind: Während die Protagonisten an sich etwas farblos daher kommen, verdienen die Antagonisten eine lobende Erwähnung. Die drei verbrecherisch gefährlichen Charaktere kommen mit eigener Persönlichkeit und Motivation daher und das Spiel versteht es gut nach und nach in Dialogen die Beziehungen zwischen diesen sowie deren Ziele zu erläutern. Allgemein ist der Plot des Spiels eine Stärke. Trotz der nicht allzulangen Spieldauer verbirgt Intruders die ein oder andere dramatische Plotwendung, die vorheriges Re-Kontextualisiert und den Spieler am Laufen hält.

Und das ist auch sehr wichtig…leider. Den spielerisch kommt Intruders eher schwach daher. Das Schleichen durch das noble Ferienanwesen ist so ziemlich der einzige Dreh- und Angelpunkt des gesamten Spiels. Darüber hinausgehend gibt es keine wirklichen Rätsel oder Interaktionen des Spielers. Und das Stealth-Gameplay an sich ist unsäglich generisch, ähnlich einer leidlich angetackerten Schleichmission in einem Actionspiel. Die Gegner KI ist bestenfalls Standard-Durchschnitt, die einzige Herausforderung an den Spieler ist aus der Sichtlinie der Gegner zu bleiben (oder einer der Handvoll Schränke aufzusuchen, in denen man sich verstecken kann) und es gibt keine nennenswerten Features oder Eigenheiten, die das Spielerische herausragen lassen. Das Potenzial, das ein teures High-Tech Haus mitsamt allüberwachenden Panic Room anbieten würde bleibt unberührt, und wenn es andere Interaktionen mit der Umgebung gibt um die Gegner zu beeinflussen, so waren diese so unnötig das ich sie nicht zu entdecken brauchte.

Etwas gemildert wird der negative Eindruck wenn man das Spiel in Virtual Reality spielt, dank der umfangreichen Komfortoptionen die der VR Modus in dem Spiel bietet und die Möglichkeit, auf natürliche Weise vorsichtig um Ecken oder unter Möbel hindurchzuschauen, was es in der “2D”-Variante des Spiels nicht gibt. Ebenfalls ist die Perspektive des Spielercharakters erfrischend ungewöhnlich in VR: Als zehnjähriger Junge wirkt die gesamte Spielumgebung mitsamt Möbel und Gegenständen ungewohnt überdimensioniert, was einerseits eine ungewöhnliche immersive Erfahrung bietet aber gleichzeitig glaubwürdig umgesetzt ist.

Doch das VR Feature allein kann nicht davon ablenken, dass Intruders spielerisch nicht viel zu bieten hat. Es ist, alles in allem, ehrlich gesagt ziemlich langweilig mangels Alleinstellungsmerkmalen oder einem besseren Level an “Politur”. Denn gelegentlich plagten mich im Spiel auch gefühlt unnötige Bugs, die mehrmals dazu führten dass ich das Spiel an einem der zum Glück großzügig häufig gesetzten Checkpoints neu starten musste. Ganz davon ab dass sich die KI nicht immer konsistent verhält. Das führte zu diesem Moment, der zwar so im Spiel nur einmal passierte, aber zu bemerkenswert war um ihn nicht für die Nachwelt zu behalten:

 

 

So bleibt zu Intruders trotz guter Ansätze und einer kurzweilig recht spannenden Geschichte dank dem generischem Gameplay am Ende doch nur zu sagen:

 

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