Test – Koihime Enbu

Ein Prügelspiel mit nur weiblichen Figuren ohne DOA? Kann sowas auf PlayStation 4 und PC funktionieren?

Wenn sie gegeneinander kämpfen, dann kratzen und beißen sie sich nicht, sondern holen ihre schweren Waffen hervor. Gekämpft wird mit Speeren, Schwertern, Lanzen und Pfeil und Bogen. Und wenn die Damen erst einmal losgelegt haben, wird auf niemanden mehr Rücksicht genommen.
Männer sucht man in Koihime Enbu allerdings vergeblich.

Unknown Games hat zusammen mit M2 ein klassisches 2D-Prügelspiel auf die Beine gestellt, welches mit einem rein weiblichen Kader glänzen kann.

Es wird mit Waffen und auch Magie gekämpft.

Story

In kurzen Abschnitten wird eine Geschichte zu jedem Charakter erzählt, den wir uns vorher ausgesucht haben. In bekannter Spielhallen-Mentalität wird hier kurz vor dem Austausch von Handkanten und Schwerthieben, kurz mit dem Gegner geplaudert.

Die Dialoge zwischen den Kämpfen sind auch vertont, aber werden in Dialogboxen noch einmal dargestellt.

Dabei spielt die Geschichte keine wirklich so große Rolle. Die Hintergrundgeschichte basiert auf einer Visual Novel. Erzählt wird eine Variation der klassischen Geschichte Romance of the Three Kingdoms, die schon dutzende Male von diversen Spielen, Animes und Filmen erzählt worden ist.
Das besondere hierbei ist allerdings, dass die Figuren allesamt weiblich sind und man der Geschichte so eigentlich auch nicht wirklich folgen kann. Dazu sind die kurzen Unterhaltungen der Charaktäre untereinander zu irrelevant und große Zwischensequenzen, welche die Story vorantreiben, sucht man auch vergeblich.
Das ist aber auch nicht schlimm, denn die Kämpfe sind hier die Stars auf der Bühne.

Gameplay

Im Kampf lässt das Spiel seine Muskeln spielen. Ein normaler Kampf ist stets zwei gegen zwei. Allerdings tritt dabei die zweite Figur nur für Sonder-Attacken oder anderweitige Unterstützung hervor, ansonsten ist sie nicht spielbar.

Mit drei Tasten für Angriff – leichter Angriff, mittlerer Angriff und schwerer Angriff – und einer für einen Wurf, sind zahlreiche Kombinationen möglich, um den Gegner auf die Bretter zu schicken.

Konter sind sehr wichtig und können sogar spielentscheidend sein.

Auch Spezial-Attacken, die in bekannter Viertel- bzw. Halbkreis-Bewegungen ausgeführt werden können, sind mit von der Partie. Um diese auszuführen, muss man seine Spezial-Leiste – wie in anderen Vertretern des Genres auch – durch Angriffe oder eingesteckte Treffer aufladen. Und gerade die bunten, teils bildschirmfüllenden Spezial-Attacken sind wunderschön anzusehen.

Konter sind bei Koihime Enbu auch sehr wichtig. Denn wenn der Gegner einen Angriff ausgeführt hat und dieser geblockt wird oder daneben geht, kann man die kurze Phase danach nutzen, um zum Gegenschlag anzusetzen. In diesen kurzen Frames ist der Gegner nämlich kurz bewegungsunfähig.

Design

Die Figuren sind wirklich wahnsinnig schön animiert und glänzen durch sehr unterschiedliche bunte Outfits und Charaktere.

In Sachen Design sind die Figuren sehr unterschiedlich und sind schön anzusehen.

Die Kampfanimationen sind sehr weich. Man gab sich Mühe, keine allzu großen Animationslücken zu hinterlassen, so dass die Bewegungen durchaus geschmeidig daherkommen. Natürlich können sie in dem Fall nicht so butterweich sein wie bei 3D-Figuren, wo die Animationsphasen berechnet werden, dafür glänzen die Ladys hier aber durch handgezeichnete Natürlichkeit.

Die zehn Hintergründe hingegen sehen zwar wirklich wunderschön aus und bieten wirklich detaillierte und abwechslungsreiche Arenen, sind aber leider so gut wie gar nicht animiert oder lebendig und bieten daher eher leider nur eine einfache Staffage. Nichtsdestotrotz ist jede einzelne Arena schön anzusehen.

Vor einem Kampf sehen wir die Kontrahenten noch einmal.

Fazit

Koihime Enbu ist ein solider Prügler, der sich hinter den ganz großen nicht verstecken muss. Das Spiel bietet genügend eigenständiges Potential, um eine Daseinsberechtigung zu haben.

Wie bei anderen Prügelspielen bezieht das Spiel natürlich seinen größten Spaß mit einem menschlichen Gegner. Allerdings muss man auch sagen, dass ein Kampf gegen die CPU ebenfalls sehr fordernd ist. Selbst auf der einfachsten Schwierigkeitsstufe, steigt der Schwierigkeitsgrad schon ab dem sechsten Gegner stark an.

Im Grunde kann man das Spiel jedem empfehlen, der gerne Prügelspiele spielt und neues Futter für seinen Arcade-Stick braucht. Alle anderen sollten Probe spielen, da es auf dem Markt aktuell wieder sehr starke Konkurrenz gibt, die einem vermutlich mehr liegen und deutlich mehr Inhalt bieten.

Zur Zeit ist das Spiel in Japan für die PlayStation 4 erhältlich. Ein Release im Westen ist noch nicht bekannt.
Allerdings können PC-Spieler das Spiel schon auf Steam erwerben.
Positiv
  • Schicke, bunte Charakter-Designs
  • Schnelles Gameplay
  • Interessantes Support-System
Negativ
  • Schlichte Hintergründe
  • Kaum Spieler im Online-Modus
  • Zu geringer Umfang
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