Test: Little King’s Story

Little King’s Story von 2009 bekommt nach vielen Jahren eine Portierung für den PC, die leider von einigen unangenehmen Nebenerscheinungen geplagt ist. Wir testen.

Little King’s Story der Studios CING und Town Factory erschien 2009 für die Wii und war ein niedlicher Titel, in dem der titelgebende kleine König seine Untertanen in den Kampf führte, um sein Königreich aufzubauen. Später wurde das Spiel für die PS Vita portiert und jetzt letztlich für den PC. Im Fokus dieses Test steht letztere Version, die am 5. August 2016 erschien, sowie ihre technischen Sonderheiten.

Little King’s Story erzählt das Märchen von einem äußerst einsamen Jungen, der im Wald eine Krone findet und aufsetzt. Dies macht ihn zum König von Alpoko, das mit sagenhaften zwölf Einwohnern daherkommt. Wie auch immer, der Protagonist ist nicht länger einsam, denn er hat seine treuen Berater und Untertanen, die er auch fix für diverse Aufgaben einspannt.

Die ersten Quests beschränken sich darauf, dem Spieler die Steuerung nahezubringen und erste Ausflüge in die umliegende Umgebung zu machen. Dort wird dann auf Bäume eingehackt und Löcher werden geraben. Die Erträge werden in Ressourcen umgewandelt, mit denen Gebäude wie eine Farm oder eine Schreinerei gebaut werden, die neue Berufe freischalten. Little King’s Story kommt niedlich daher, doch sobald der erste Einwohner durch eine Rübe (!) in der Schlacht fällt, merkt man, woher der Wind weht. Und es wird mit den Bosskämpfen nicht einfacher.

Besonders dadurch, dass die Steuerung minimalistisch ist, fühlen sich die Niederlagen besonders selbstverschuldet an. In der Theorie, denn die PC-Portierung macht es einem nicht ganz so einfach, dazu später mehr. Mit dem Analogstick (oder der Tastatur) wird der kleine König bewegt, eine Taste sendet einen Bewohner aus dem Gefolge in Blickrichtung, eine andere ruft alle wieder zurück. Viel mehr ist da auch nicht, da alle Interaktionen kontextsensitiv sind – Gegner werden angegriffen, Ressourcen gesammelt, Holz gehackt et cetera. Und wenn dieser dämliche Frosch im Sumpf sich mit seiner schleimigen Zunge einen Soldaten krallt und ihn direkt umbringt, dann fühlt sich das auch unfair an, aber der Angriff wurde kommuniziert und ließe sich ausweichen. Dark Souls ist dagegen ein Witz.

Technisch macht Little King’s Story für den PC so fast alles falsch, leider. Die etwas in die Jahre gekommene aber nichtsdestotrotz niedliche Graphik mag bei mir einfach nicht so richtig zünden, wenn meine Framerate auf einem Gaming-PC für gewöhnlich weit unter 30 liegt, manchmal sogar in den einstelligen Bereich rutscht. Zwar haben die Programmierer einen 60 FPS-Modus eingebaut, von diesem raten sie aber gleichzeitig ab. Der Grund dafür dürfte sein, dass das Spiel in 30 FPS hardcoded ist und die erhöhte Bildfrequenz zu unvorhersehbaren Glitches führt. Die 30 Bilder pro Sekunde würden einen auch glücklich machen, wenn sie denn wenigstens auch konstant wären.

Tatsächlich ruckelt sogar das Graphikmenü, das als Pop-Up vor dem eigentlichen Spiel aufgerufen wird. Es handelt sich dabei um ein schlichtes graues Windows-Fenster, das erstaunlicherweise nicht flüßig dargestellt wird und stattdessen zur Diashow avanciert. Die verfügbaren Optionen sind per se allerdings ausreichend um eventuelle Problemstellen auszuschalten.

Meine größte Nemesis!

Als größte Hürde allerdings erweist sich die Steuerung. Offenbar wurde die Anzahl von Blickrichtungen von der Wii-Version auf acht reduziert, was innerhalb eines Kampfes zu ungewöhnlich hohen Reaktionszeiten führt, da man die Dorfbewohner nicht in 360 Richtungen schicken kann. Entsprechend muss durch eine vorangehende Bewegung des Königs nachjustiert werden, wenn man nicht einen Befehl ins Leere geben will, der dazu führt, dass der betreffende Bewohner für mehrere Sekunden verwirrt ausfällt. Hinzu kommt, dass sich die Drehrichtung der Kamera, gesteuert durch den rechten Stick am Xbox-Controller, nicht ändern lässt. Ich persönlich halte die Vorgabe für kontraintuitiv und daher musste ich zugleich Bossgegner und Steuerung bekämpfen. Linkshänderkonfigurationen sind ebenso unmöglich wie eine benutzerdefinierte Tastenbelegung.

Arghhhh!

Fazit

Little King’s Story ist ein niedliches Spiel mit eigensinnigem Humor, dessen Portierung allerdings zumindest die PC-Version leider sehr problematisch macht. Per se würde ich den Titel empfehlen, mag er auch in die Jahre gekommen sein, doch die schwankende Framerate auf einem mehr als potenten Rechner und die unzulängliche Steuerung sind ausschlaggebende Argumente dafür, eher zur ursprünglichen Wii-Version oder zur PS Vita zu greifen.
Little King’s Story ist ab sofort auf Steam für 22,99 Euro (20,69 Euro mit Launch-Rabatt) verfügbar.

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