Test – Resident Evil 7

Resident Evil ist zurück. Was kann der First-Person Survival Horror Titel wirklich?

Nach dem unsäglichen Spin-off Umbrella Corps ist Resident Evil endlich mit einem Hauptteil zurück. Konnte Capcom meine Erwartungen erfüllen?
Wer die Demo Beginning Hour bereits gespielt hat, weiß wie sich der neue Teil der Reihe spielen wird und welche Wandlungen Resident Evil im Vergleich zu den Vorgängern durchgemacht hat. Das von Outlast und P.T. inspirierte Horrorspiel macht doch einiges anders, im Vergleich zu den beiden shooterlastigen Vorgängern.

Protagonist Ethan erhält zu Beginn ein Video mit einer Nachricht von seiner vor drei Jahren verschwundenen Frau, was ihn dazu bewegt nach ihr zu suchen und sich ins südliche Louisiana zu begeben, wo er schließlich auf das Baker Anwesen stößt. Aus Spoilergründen erspare ich mir weitere Details zur Story.

Auf der Suche nach seiner Frau Mia begibt sich Ethan ins südliche Louisiana

Ihr spielt erstmals in einem der Hauptableger ausschließlich in der First Person-Ansicht. Dabei löst ihr die meiste Zeit Rätsel, um im Spiel fortzuschreiten. Eines eurer frühen Ziele ist es beispielsweise eine Tür zu öffnen, die drei Hundeköpfe als Schlüssel benötigt. Diese sind an verschiedenen Orten verteilt und müssen wiederum durch andere Puzzles gefunden werden. Ein Schützenfest wie die Teile fünf und sechs ist es zum Glück nicht.
Capcom setzt auf perfekte Atmosphäre und Stimmung, die durch gute Synchronsprecher, hervorragende musikalische Untermalung und eine ansprechende Graphik wunderbar umgesetzt werden. Technisch schwankt das Spiel allerdings zum Teil deutlich zwischen fantastischer Optik, Animationen und Texturen, die teils aber auch matschig und nicht auf der Höhe der Zeit sind.

Ladezeiten finden sich zum Glück nur wenige, allerdings sind diese ziemlich lang. Vor allem wenn ihr eine der VHS-Kassetten gefunden habt und diese anschaut und durchspielt, dauert der Einstieg ins Hauptspiel danach recht lange.
Wie in den ersten drei Resident Evil-Spielen üblich müsst ihr mit gefundenen Items stark haushalten. Eurer Inventar ist zu Beginn sehr limitiert, dafür finden sich in den Safe Rooms aber Item Boxen, in welchen ihr ungenutzte Gegenstände lagern könnt. Des Weiteren findet ihr im Laufe des Spiels Rucksäcke, die eurer Inventar zusätzlich erweitern. Dies ist auch dringend nötig, da größere Waffen wie die Schrotflinte direkt zwei Slots wegnehmen.

Auch ein Crafting-System wird euch angeboten. Dabei braucht ihr immer zwei Rohstoffe, um zum Beispiel Munition oder Medizin herzustellen. Diese waren auf dem normalen Schwierigkeitsgrad optimal verteilt. Somit kam nie der Eindruck auf, dass ich zu viel oder zu wenig Items habe, um weiterzukommen.

Es lohnt sich alle Gegenstände zu untersuchen, um versteckte Items zu finden

Habt ihr die Demo Beginning Hour gespielt und dort alle Objekte gefunden, bekommt ihr eine Münze, mit welcher ihr im Hauptspiel Items, wie Steroide, die euch mehr Energie geben, oder eine Magnum-Pistole, die hohen Schaden anrichtet, freischalten könnt. Andere Upgrades gibt es im Spiel nicht.

Bis zum Ende fragt man sich aber, was das Spiel eigentlich genau mit Resident Evil zu tun hat. Der Titel mutet eher an ältere Horrorfilme an. Es tauchen beispielsweise keine traditionellen Zombies auf und auch die Baker Familie erinnert eher an Charaktere aus The Hills Have Eyes oder Texas Chainsaw Massacre. So trefft ihr zum Beispiel immer wieder auf Jack Baker und müsst diesem entkommen, um ungestört fortfahren zu können. Ich persönlich habe allerdings die Zombies vermisst, die hier gegen andere, sehr generische Kreaturen, ausgetauscht wurden und meiner Meinung nach die Reihe prägen.

Das große Anwesen der Bakers erinnert leicht an das Herrenhaus aus Resident Evil 1

Zudem bietet das Spiel leider nur den Story-Modus in zwei Schwierigkeitsgraden – Einfach und Normal – wobei nach dem erstmaligen Durchspielen noch der Modus Irrenhaus zur Verfügung steht, den Vorbesteller der Day 1 Survival Edition aber auch direkt auswählen können. Den Irrenhaus-Modus solltet ihr aber definitiv nicht für euren ersten Spieldurchlauf wählen, da dieser etwas abgewandelt ist. Schlüsselitems finden sich dort an anderen Stellen oder können sogar im Shop gekauft werden. Dies ändert die Art, wie ihr euren zweiten Durchlauf beschreiten könnt und gibt dem reinen Singleplayertitel einen kleinen Wiederspielwert. Es ist dennoch schade keinen Raid- oder Mercenary-Modus spielen zu können, wie ihn die Vorgänger besitzen.

Nach knapp 9 Stunden war mein Erlebnis im Baker Anwesen beendet. Zu keiner Zeit fühlte ich mich gelangweilt. Stets war ich aufgrund der Atmosphäre angespannt und freute mich weiterzuspielen, um die Geschichte um Ethan fortzuführen.

Jack Baker, Kopf der Familie, jagt euch durch das Haus

Pünktlich zum Release hat Capcom Patch Version 1.01 veröffentlicht. Diese bringt direkt Unterstützung für die kommenden Add-Ons, neue Trophäen und behebt allgemeine Fehler. Zusätzlich werdet ihr über neue zusätzliche Kapitel benachrichtigt.

Fazit

Abschließend kann ich sagen, dass mich Resident Evil 7 wesentlich mehr überzeugt hat als Teil fünf und sechs. Endlich sind Horror und Survival wieder der Hauptaspekt, Action steht im Hintergrund. Die Story ist gut umgesetzt, lies mich an viele Stellen rätseln und die Twists sind gut ins Geschehen eingebettet. Ich hätte mir allerdings ein definitiveres Ende gewünscht. Ich denke, dass Capcom sich die Möglichkeit offen halten wollte, die Geschichte mit DLCs zu erweitern. Es bleibt nun zu hoffen, dass die Spielerschaft diesen Titel annimmt und wir auch ein Resident Evil 8 sehen dürfen, welches keine reine Ballerorgie wird.

Im Laufe der Tage wird zusätzlich noch ein Review zum VR-Modus kommen.
Positiv
  • gruseliger Survival-Horror
  • phänomenale Atmosphäre
  • überzeugendes Setting
Negativ
  • teils schlechte Technik
  • keine Online-Modi
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Schlagwörter:Biohazard , resident evil 7