Test – The Turing Test

Ist es einer Maschine möglich die gleiche Denkfähigkeit aufzuweisen wie ein Mensch? The Turing Test verrät es.

Bei The Turing Test handelt es sich um ein First-Person-Puzzlespiel, das an Spiele wie Portal oder The Talos Principle erinnert. Protagonistin Ava Turing, eine Ingenieurin der International Space Agency, wird nach etlichen Jahren aus dem Kälteschlaf geweckt, da in einer Basis auf Europa, einem Mond des Jupiters, ihre Crew verschwunden zu sein scheint!

Mit einer Art Waffe im Gepäck, die bis zu drei Energiekugeln ansaugen kann und mit diesen verschiedene Apparate mit Energie versorgt, was zum Beispiel Türen öffnet, Brücken ausfährt oder einen Aufzug bedient, macht ihr euch auf den Weg das Team zu suchen. So manövriert ihr Ava Turing durch die Station auf der Suche nach ihrer Crew. Euer Begleiter ist dabei TOM, eine künstliche Intelligenz, welche euch über Kameras, die in der ganzen Station verteilt sind, zur Seite steht.

Das namenlose Gerät ähnelt der Portalgun, funktioniert aber doch anders.

Im rund sechs- bis achtstündigen Titel arbeitet ihr euch durch exakt 70 Puzzleräume hindurch – zehn pro Kapitel – könnt nebenbei aber noch sieben geheime Räume – einen pro Kapitel – entdecken. Diese nicht wirklich versteckten Abschnitte geben euch zum Teil Hintergrundinformationen zu Charakteren und Ereignissen während eures Kryoschlafes. Die Spielzeit hängt natürlich stark davon ab, wie schnell ihr die Rätsel beendet und wie viel Erkundung ihr betreibt, Dokumente oder Sprachaufnahmen in der Welt zu finden, um mehr über Charaktere und die Welt zu lernen.

Die Rätselgebiete sind dabei recht abwechslungsreich, wenn auch nicht sehr herausfordernd und führen mit jedem Kapitel neue, aber kaum innovative Mechaniken ein. Habt ihr anfangs nur Zugriff auf eine Sorte Energiekugeln, gibt es später noch weitere, mit unterschiedlichen Funktionen, sowie Energiekisten oder auch die Möglichkeit Kameras und Geschütze zu bedienen. Leider werden die neuen Funktionen überhaupt nicht erklärt und es liegt an euch herauszufinden, was genau die einzelnen Mechaniken eigentlich bewirken. Da der Titel aber recht einfach ist und alles durchaus selbsterklärend abläuft, sollte dies für die meisten Spieler kein großes Problem darstellen. Ist man mit Puzzlern weniger bewandert, kann man vielleicht anfangs ein paar Probleme haben.

Die Puzzleräume werden nach und nach anspruchsvoller, bleiben aber generell bei einem niedrigen Schwierigkeitsgrad.

Interessanterweise kann man bei einigen Rätselräumen alternative Möglichkeiten finden die Probleme zu lösen. Ob dies vom Entwickler so beabsichtigt wurde ist fraglich. So musste ich zum Beispiel bei einem geheimen Raum eigentlich eine Art Kiste von einer Treppe runterrollen lassen, damit diese auf einem Schalter landet der mir eine weiter entfernte Tür öffnet, aber die Tür direkt vor mir schließt. Auf diesen Lösungsansatz bin ich nicht direkt gekommen und habe die Kiste einfach von einer erhöhten Position hinter der sich schließenden Tür auf den Schalter geworfen, um die verschlossene Tür zu öffnen.

Den Plot des Spiels habe ich bereits in der Einleitung dargestellt, mehr kann man dazu nicht sagen, ohne zu spoilern. Was aber gesagt werden kann ist, dass das Spiel – aufgrund des Titels nicht wirklich verwunderlich – die „Beziehung“ von Mensch und Maschine näher ergründen will. Beim echten Turing-Test geht es darum herauszufinden, ob eine Maschine ähnliche, komplexe Denkstrukturen aufweisen kann wie ein Mensch. Die sehr ernst erzählte Geschichte ist dabei wiederum etwas vorhersehbar, wobei ich ein paar Mal gezweifelt habe, worauf das Ganze denn nun hinausläuft. Die letzte große Wendung hat mich dann aber doch nochmal überrascht. Gerade die tollen Synchronsprecher sorgen dafür, dass man dabei bleibt und in die – recht generische und sterile – Science-Fiction-Welt rein gezogen wird. Auch die visuelle Darstellung ist überzeugend. Spieler mit schlechten Englischkenntnissen werden aber Probleme bekommen, da The Turing Test bisher rein in englischer Sprache vorliegt. Nicht einmal Untertitel gibt es auf Deutsch.

The Turing Test bietet eine schöne Graphik und ein überzeugendes Sci-Fi-Setting.

Habt ihr das Spiel beendet, könnt ihr vom Hauptmenü jeden einzelnen Raum erneut anwählen, um beispielsweise die „versteckten“ Räume zu finden. Einen Wiederspielwert bietet der Titel allerdings nicht. Die Funktion ist maximal für das Freischalten der Achievements interessant, das war’s dann aber auch schon.

Fazit

Alles in allem ist The Turing Test ein nettes Puzzle-Adventure mit interessanter, zum Nachdenken anregender Geschichte, die aber zum Teil recht vorhersehbar ist. Der niedrige Schwierigkeitsgrad wird erfahrene Spieler nicht ins Schwitzen bringen. An ein The Talos Principle oder gar Portal – und damit muss es sich nunmal vergleichen – reicht es definitiv nicht ran. Weder von der Geschichte noch der Komplexität der Puzzle her. Dennoch kann man für 19,99 Euro nicht viel falsch machen und wird für einige Stunden gut unterhalten.


Getestest wurde die Xbox One Version.

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