Bethesda: Prey, Dishonored 2 und The Elder Scrolls: Legends – gamescom Eindruck & Fazit

Bethesda sind gleich mit drei neuen Titeln auf der gamescom vertreten.

Auch Bethesda sind nach ihrem Erfolg mit Fallout 4 im vergangenen Jahr wieder mit einem Stand auf der gamescom vertreten, dieses Mal gleich mit drei neuen Titeln im Gepäck.
Wir haben uns die exklusiven Gameplay-Präsentationen zu Prey und Dishonored 2 der Arkane Studios angesehen, sowie die Testversion von The Elder Scrolls: Legends angespielt.

  • Prey: Obwohl der Name es vermuten lässt, hat Bethesdas Prey abseits des SciFi-Settings nichts mit dem originalen Prey der Human Head Studios von 2006 zu tun. Auf der gamescom wurde ein etwa halbstündiges Video mit erstem Gameplay-Material vorgeführt, parallel von einer Bethesda-Mitarbeiterin erklärt und kommentiert. Man schlüpft in die Rolle von Morgan Yu, einem Probanden in einem Testprogramm zur Erforschung und Nutzung von Alien-DNA. Menschen sollen dadurch Zugang zu den Fähigkeiten der Aliens erlangen. Ort der Experimente ist die riesige Raumstation Talos 1, welche den Mond umkreist; zeitlich spielt Prey im Jahr 2032. Die Forschungen laufen allerdings aus dem Ruder und die Aliens überfallen die Talos 1. Als (vermutlich) einziger Überlebender erwacht man auf der Raumstation und muss sich den Aliens stellen, um zu überleben und zu entkommen. Ziel der präsentierten Mission ist es, einen bestimmten Wissenschaftler, beziehungsweise dessen Leiche zu finden. Dazu kann man sich die Fähigkeiten der verschiedenen Alien-Typen zunutze machen. Mimics sind kleine, spinnenartige Kreaturen, welche sich als jeglicher beliebige Gegenstand tarnen können. Hier kommt der Dead Space-Effekt zum tragen: Egal welchen Raum man betritt, man kann davon ausgehen, dass irgendwo irgendetwas lauert – ob man es nun sieht oder nicht. Dank dessen hat man aber auch die einmalige Gelegenheit, sich in beispielsweise eine Kaffeetasse zu verwandeln – mein persönliches Highlight. Taifuns hingegen sind grosse, sehr bösartige Aliens, von welchen jeder einzelne besondere Fähigkeiten besitzt. Auf unangenehmste Art und Weise, durch Injektion der Alien-DNA direkt ins Auge, kann man im Verlauf des Spiels weitere Fähigkeiten erlernen. Das waffentechnische Aushängeschild von Prey ist die sogenannte Goo Gun, die man laut Video auf unterschiedlichste Weisen einsetzen kann: Gegner in der undefinierten Masse, welche die Waffe verschießt, festhalten oder sich dadurch Treppen auf höhergelegene Ebenen bauen. Hier der Teaser Trailer zum gamescom-Material:

  • The Elder Scrolls: Legends: Bei diesem Spiel handelt es sich um einen kleinen Kartenspiel-Ableger des The Elder Scrolls-Franchises, das auch bereits als Beta erhältlich ist. Bethesda haben einige PCs mit einer Testversion des Spiels zum Anspielen aufgebaut. Zur Auswahl stehen zunächst ein Tutorial, Versus gegen andere Spieler und eine Kampagne. Wie üblich kann man zwischen verschiedenen Decks wählen, alle natürlich aus der Welt von The Elder Scrolls, beispielsweise die Kaiserlichen. Für mich lag die Wahl ganz klar auf den Dunmer, mit welchen ich dann zunächst ein Übungsmatch (verloren) und ein Versus-Spiel ausgetragen habe (gewonnen!). Die Spielmechanik und das grundlegende Regelwerk liegt sehr nah an Blizzards Hearthstone. Es gibt ebenfalls Wächter, die vor allen anderen angegriffen werden müssen, zwei rivalisierende Helden, Spezialkarten (wie “Pfeil im Knie”), Monster (wie Schlammkrabben), normales Fußvolk und legendäre Charaktere. Die Anzahl an spielbaren Karten wird ebenfalls über einen sich erhöhenden Manapool bestimmt. Ein großer taktischer Unterschied besteht jedoch darin, dass es zwei angreifende Reihen gibt, die man dementsprechend unterschiedlich besetzen und damit beispielsweise einen Wächter umgehen kann. Für viele, die nicht allzu viel mit The Elder Scrolls als solches zu tun haben, wird es nach Hearthstone nichts Besonderes sein, da sich die Spielmechanik zu nah an Blizzards Kartenspiel orientiert. Ich persönlich bin auf den Kampagnen-Modus gespannt, da ich mir hier spielbare Geschichte aus diesem Universum erhoffe und werde es als eingefleischter Fan zumindest ausprobieren.

 

  • Dishonored 2: 2012 räumten Bethesda und Zenimax nicht nur auf der gamescom alle vorstellbaren Preise mit Dishonored ab. Innerhalb der folgenden vier Jahre stellte sich demnach häufiger die Frage, ob das Franchise fortgesetzt wird, und wenn ja, wie. Im Zuge der E3 diesen Jahres beantworteten Bethesda diese Frage mit der Ankündigung von Dishonored 2, nun gab es auf der gamescom erstmals exklusives Gameplay-Material zu sehen. Dishonored 2 findet 15 Jahre nach dem ersten Teil statt. Emily ist zu einer Frau herangewachsen und mittlerweile selbst Kaiserin des Inselreichs. Der Thron wurde ihr jedoch entrissen, und mit Hilfe ihres Vaters Corvo Attano reist sie in die Stadt Karnaca, um ihn zurückzuerobern. Die wohl größte Neuerung ist wohl, dass man sich entscheiden kann, ob man das Spiel in der Rolle von Corvo oder Emily spielt. Die Handlung soll je nachdem sehr unterschiedlich ausfallen und das Spiel dadurch wieder einen sehr hohen Wiederspielwert haben. In der Präsentation wurde Emily gewählt, welche in die Clockwork Mansion des so brillianten wie grausamen Erfinders Kirin Jindosh eindringen muss, um einen alten Freund, Anton Sokolov zu befreien. Dieses Haus ist ein Meisterwerk der Ingenieurskunst, welches sich über die Mechaniken hinter einzelnen Hebeln von Grund auf verändern und verschieben muss. Als wäre die Wegfindung nicht bereits Herausforderung genug, stellen sich dem Spieler auch Jindoshs größte Erfindung, die Clockwork Soldiers in die Weg. Wie im Vorgänger kann man sich für verschiedene Spieltaktiken entscheiden: Stealth oder Action. In der Präsentation wurden beide Varianten in verschiedenen Situationen gezeigt; man kann durch kluge Mechanismen die schwer zu besiegenden Clockwork Soldiers umgehen, oder sie an taktischen Schwachpunkten angreifen und zerstören. In jedem Fall kommen Emily (und Corvo) die neuen Fähigkeiten des Outsiders zugute. Auch die Mission kann am Ende wieder auf unterschiedliche Art und Weise gelöst werden: Die schnelle Möglichkeit wäre gewesen, Jindosh zu töten. Emily hat sich hier jedoch dafür entschieden, ihn selbst zum Opfer seiner Maschinen zu machen – was die tatsächliche Auswirkung davon letztendlich allerdings war, wurde nicht verraten. Auch hierfür haben Bethesda einen Teaser Trailer veröffentlicht:

Insgesamt haben Bethesda großartiges Material geliefert. Zu Prey selbst hört und liest man im Vergleich zu Dishonored 2 sehr wenig, das Video verspricht jedoch sehr viel. Ich würde es vermutlich als eine Art Mischung aus Dishonored und Dead Space beschreiben und es im Auge behalten. The Elder Scrolls: Legends ist für Fans des Franchises sicher nett, aber nichts Besonderes. Wie sehr es sich letztendlich im finalen Spiel dann doch von Hearthstone abheben wird, muss wohl die Kampagne und zukünftige Updates zeigen. Dishonored 2 hingegen ist für mich definitiv unter den Top 3 der gamescom-Highlights. Zenimax haben ein Spiel mit viel Liebe zum Details und der größtmöglichen Spielerfreiheit bei Entscheidungen und Spielweise erschaffen. Allein die Tatsache, dass man zwischen den beiden Helden wählen kann, hat mir ein Ticket für den Hypetrain arrangiert.

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