Killstreaks sind wieder da. Call of Duty: Modern Warfare bringt ein Feature zurück, dass damals das ursprüngliche „Modern Warfare“, Call of Duty 4, nebst anderen Innovationen zu einem ganz besonderen Multiplayer Titel machte.
Denn wer genug andere Spieler erledigt, ohne selbst getötet zu werden, bekam besondere Boni wie ein Radar, dass kurzzeitig alle Gegner identifiziert, einen verheerenden Luftschlag oder Unterstützung durch einen Kampfhelikopter, der dem gegnerischem Team von oben einheizt.

Nach Call of Duty: Black Ops wurde das System jedoch ersetzt mit „Strike Chains“ und später „Scorestreaks“, die nicht nur Kills, sondern auch andere Aktionen im Multiplayer belohnten wie das Erfüllen von Missionszielen.

Doch mit der Rückkehr von Modern Warfare bringt Activision auch die Killstreaks zurück. Genauigkeiten über die Regeln sind noch nicht bekannt (und werden wohl am ersten August folgen), aber welche besonderen Boni ein Spieler für diese bekommt, zeigte Activision bereits via Twitter

Beim Juggernaut handelt es sich um eine extra schwer gepanzerte Rüstung, die es umso schwerer macht von Gegnern besiegt zu werden. Das „Infantry Assault Vehicle“ ist ein leichter Panzer, der den Spieler entweder mit Feuerkraft unterstützt oder eventuell sogar vom Spieler selbst kontrolliert werden kann (auch da erfahren wir wohl am ersten August mehr)

Aber was ist „White Phosphorus?“

Activision bezeichnet dies als Rauchbomben, die mit weißem Rauch die Sicht für Gegner verdecken und Sie verbrennen, wenn diese zu Nahe kommen.

Wie viele Call of Duty Waffen (zumindest aus den CoD Spielen die in der Gegenwart oder der Vergangenheit spielen), basieren diese Phosphorbomben auf realen Kampfmitteln, und die Geschichte dahinter ist nicht ganz uninteressant.

Phosphor ist, wie vielleicht schon bekannt, eine natürliche und extrem vielseitige Chemikalie, die z.B. für Backpulver, Porzellan, Dünger oder Glas verwendet wird. Als brennbarer Stoff findet dies auch verwendung in z.B. Feuerwerk oder in üblichen Streichhölzern.
„Weißer“ Phosphor ist eine Modifikation dessen, die erstmals Interesse unter Wissenschaftlern erweckte durch die Eigenschaft, das dieses durch beifügen von Sauerstoff leuchtet, und sich durch Lichteinfall in rotes Phosphor wandelt (das wird dann für Streichhölzer verwendet).

Aber wie wurde es zu einer Kriegswaffe?

Nun, weißer Phosphor ist, wie erwähnt, sehr brennbar und hochgiftig (bereits bei einer Einnahme von 50 mg tödlich). Aber wichtiger ist ersteres, denn weißer Phosphor brennt sehr heiß (bis zu 1300 °C) , ist selbstentzündlich durch Kontakt mit der Luft und kann auch nach dem man es mit Wasser gelöscht hat erneut brennen.

Die Verbrennungen, die dies auslöst, sind extrem verheerend, da es bei Hautkontakt Verbrennungen dritten Grades auslöst und damit irreversibel Haut und Nervenenden zerstört und bis zum Knochen herunterbrennen kann.

Bereits im ersten und zweiten Weltkrieg wurden Phosphorbomben eingesetzt, unter anderem auch bei der Bombardierung deutscher Städte um 1945.
Jedoch ist die Popularität dieser Waffen mit der Zeit stark gesunken, und aufgrund seines Potenzials für Kollateralschäden innerhalb der Zivilbevölkerung wurde der Einsatz dieser gegen zivile Ziele 1977 in einem Zusatzprotokoll der Genfer Konventionen verboten. Die USA und Israel weigerten sich jedoch, dieses zu unterschreiben.

Seitdem wird der Gebrauch von Waffen die weißes Phosphor nutzen stark kritisiert und von vielen als ein Kriegsverbrechen erachtet, nicht nur angesichts des oben genannten Problems durch Kollateralschäden, sondern auch da es durch das hochgiftige Phosphor von vielen als chemische Waffe angesehen wird und die Verbrennungen die dieses auslöst als Verursacher für „unnötiges Leiden“ und „schweren, langanhaltenden Schäden der natürlichen Umwelt“

Folgend eine kleine Übersicht von historischen Kontroversen bezüglich dem Einsatz von Phosphorbomben:

  • 1988 wurde Diktator Saddam Hussein für den Einsatz von Giftgas, bestehend aus einem „Cocktail“ von Kampfstoffen wie Sarin, Senfgas und Phosphor gegen Kurden kritisiert in einem Vorfall der heutzutage das „Massaker von Halabja“ genannt wird.
  • 2004 wurde das US Militär beschuldigt, Phosphorwaffen in Fallujah, Irak gegen Aufständische genutzt zu haben. Nachdem 2005 diverse Quellen wie das BBC den Einsatz dieser Waffen nachwiesen, u.a. durch Dokumente und die extremen Verletzungen von Zivilisten, die konsistent mit der Wirkung von weißem Phosphor waren, bestätigte das US Militär 2005 dies und verteidigte dies als legitimes Kriegsmittel.
  • Von 2006 bis 2009 geriet das Israelische Militär mehrmals in Kritik für die Nutzung von Phosphorbomben gegen militärische und zivile Ziele im Gaza Konflikt, darunter unter anderem Flüchtlingslager und UN Einrichtungen.
    Israel bestritt dies vehement bis zum Januar 2009, wo das israelische Verteidigungsministerium zugab, Phosphorbomben eingesetzt zu haben.
  • In den folgenden Jahren bis einschließlich 2018 wurden unter anderem die USA, afghanische Taliban-Truppen, Russland und Syrien mehrmals beschuldigt, Phosphorbomben gegen zivile Ziele eingesetzt zu haben, zum Beispiel im syrischen Bürgerkrieg, im Afghanistan Konflikt, im Ukrainekonflikt sowie in Yemen.
  • Ausserhalb von Kriegszeiten verursachte ein entgleister Zug mit weißem Phosphor 2007 in der Ukraine eine Katastrophe, bei der über 10.000 Menschen auf einem Gebiet von 90 Quadratkilometern verletzt wurden. Einige verglichen diesen Vorfall aufgrund der massiven Ausbreitung mit dem Desaster von Chernobyl.

In Videospielen ist den meisten weißer Phosphor vermutlich durch Spec-Ops: The Line bekannt (Spoiler folgen): Hier wird der Spieler dazu getrieben Phosphorbomben gegen eine gegnerische Barrikade einzusetzen, jedoch stellt sich kurz darauf hinaus, das man damit auch dutzende Flüchtlinge ermordet.

Die Call of Duty Serie ist dem Gebrauch kontroverser Kriegsmittel nicht fremd. Immerhin konnte man in Modern Warfare 2 mit einem Killstreak eine Atombombe zünden, die sämtliche Spieler tötet und das Match beendet. Und oftmals wurde erwähnt, das das diesjähige „neue“ Modern Warfare einen Fokus auf mehr „moralische Entscheidungen“ haben soll.

Ich persönlich finde jedoch den Einsatz einer solch grauenvollen Waffe als „Belohnung“ und „Powerup“ für Multiplayer Spiele bestenfalls fragwürdig.

Naja

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