Connichi 2017 – Wenn Anime- und Spiele-Helden zum Leben erwachen

Es war wieder soweit! Die Connichi 2017 fand an einem sonnigen Wochenende in Kassel statt und erfreute die bunt gekleideten Besucher.

Es war ein warmes Wochenende, als viele Besucher Richtung Kassel pilgerten, um auch dieses Jahr wieder die bekannte Connichi zu besuchen. Und natürlich waren wir von Gamondo für Euch auch wieder vor Ort, um vom 22. bis zum 24. September 2017 von selbigen zu berichten.

Die Convention war sehr gut organisiert; die Warteschlangen hielten sich in Grenzen und die Besucher konnte schon nach wenigen Minuten in die großen Hallen des Kongress Palais in Kassel gelangen. Die Stadthalle bot genügend Platz für die zahlreichen Stände von Händlern, Zeichnern, Game-Stationen und vieles mehr.

Recht nahe am Eingang hatte Nintendo Räumlichkeiten mit zahlreichen Spiele-Stationen für sich reserviert. Wer am Wochenende mindestens fünf Spiele angespielt hat, konnte an einem Gewinnspiel teilnehmen, bei dem es unter anderem eine Nintendo Switch zu gewinnen gab (wir berichteten).

Die Warteschlangen hielten sich in Grenzen und das Warten lohnte sich durchaus.

Zum Glück hatte Nintendo viele Spiele-Stationen im Gepäck, wodurch die Wartezeiten vor jeder Konsole nur wenige Minuten betrugen und man recht schnell an den Controller kam. Der japanische Hersteller hatte unter anderem Super Mario Odyssey mit dabei, was sich wie gewohnt gut spielen ließ. Dabei bestand die Möglichkeit, es sowohl auf dem großen Bildschirm an einem Fernseher, als auch auf der Switch im Handheld-Modus zu zocken. Zur Verfügung standen die bereits bekannten Level „Sand Kingdom“ und „New Donk City“.

Ebenfalls spielbar war auch Fire Emblem Warriors, was vom Spielgefühl überzeugen konnte. In gewohnter Dynasty Warriors-Manier zog man hoch zu Ross über ein großes Schlachtfeld mit unzählig vielen Gegnern, die man mit wenigen Schlägen schnell zur Seite fegte. Härtere Gegner dagegen musste man dann schon mit den Spezial-Angriffen bearbeiten, um sie gekonnt zu besiegen.

Neben bekannten Titeln wie Pokémon Tekken DX und Splatoon 2 hat uns natürlich auch Metroid: Samus Return in seinen Bann gezogen. Hier sind wir wieder mit Titelheldin Samus Aran unterwegs, wo wir in ganz klassischem Metroid-Stil uns durch die Alienhorden ballern. Mit gewohnt knackigen Schwierigkeitsgrad und geschmeidigen Animationen.

Nintendo hatte auf der Connichi einiges zu bieten.

Aber nicht nur Nintendo selber bot Gelegenheiten für den geübten Zocker, auch die Connichi selber hatte einen großen Gamesroom zur Verfügung gestellt, wo an unzähligen Konsolen das Gamerherz höher schlug. Da konnte man das neue Marvel VS Capcom Infinite anzocken oder Tekken 7, Mario Kart 8 oder auch Just Dance nach Herzenslust spielen.

Auch hier gab es so gut wie keine Wartezeiten. Zudem gingen die Besucher so freundschaftlich miteinander um, dass sich schnell Gruppen von einander unbekannten Besuchern bildeten, die sich gemeinsam ins Videospiel-Vergnügen stürzten.

Wer es lieber ein wenig altmodischer mochte, konnte in einem weiteren Spiele-Raum klassische Brett- und Tradingcard-Spiele spielen. Hier konnte man das strategische Brettspiel Go mit alten Bekannten oder neuen Freunden sein Können unter Beweis stellen. Auch gab es einige ausgefallenere Games wie Tanto Cuore, in dem es darum ging, der beste Hausherr zu werden und zu verhindern, dass die eigenen Angestellten sich schlechte Angewohnheiten, wie zum Beispiel Fingernägelkauen, aneignen. Es gab zudem noch eine große Auswahl an weiteren Karten- und Brettspielen, bei denen man viel Zeit verbringen konnte.

Neben Videospielen gab es auch noch die Möglichkeit, Kartenspiele zu spielen.

Natürlich gab es auch abseits von Videospielen und Tradingcards massenhaft weitere Unterhaltungsmöglichkeiten auf der Veranstaltung. So hatte man im Innenhof ein großes Zelt aufgebaut, wo man ein typisch japanisches Sommerfest (im japanischen „Matsuri“ genannt) genießen konnte. Dort gab es neben Speisen und Getränken lustige Spiele, zum Beispiel gelbe Plastik-Enten mit einer Angel erwischen, während diese flott über durch einen Plastik-Teich schwammen. Wie einige Besucher feststellen mussten, war dies gar nicht mal so einfach.

In diesem Matsuri-Zelt konnten sich gerade Familien besonders gut die Zeit vertreiben, aber auch die Cosplayer konnten die festliche Szenerie für das ein oder andere Foto nutzen. Doch nur wenige Meter vom Zelt entfernt befanden sich einige Fotostände mit verschiedenen Szenerien für das passende Foto für so ziemlich jedes Cosplay. So konnte man sich einen schicken Hintergrund wie eine blühende Kirschblüten-Allee aussuchen oder aber auch die Veranda eines typisch japanischen Hauses in traditioneller Bauart. Die Themen waren dabei passend für die Anime- und Manga-Figuren ausgesucht worden.

Im großen Matsuri-Zelt konnte man essen, trinken und spielen.

Natürlich gab es auch wieder zahlreiche Ehrengäste auf der Connichi. Wie quasi jedes Jahr waren auch diesmal wieder die Mitarbeiter von Studio GAINAX aus Japan vor Ort. Schon seit 15 Jahren besuchen sie alljährlich die Connichi und zeigen neues Material aus kommenden Anime-Produktionen. So erzählten Yamaga Hiroyuki und Takeda Yasuhiro vom Studio GAINAX von ihrem neuem Projekt Zero Century Emeraldas. Das besondere an diesem Projekt ist, dass es sich hierbei um ein Crossover mit den Welten des legendären Manga-Zeichner Matsumoto Leiji handelt, der die bekannten Figuren aus Queen Emeraldas und Space Pirate Captain Harlock erschaffen hat.

Ebenfalls vor Ort konnte man Iso Mitsuo sehen, der zurzeit mit dem französischen Studio Yapiko an dem neuen Projekt Les Pirates de la Réunion, le réveil des dodos arbeitet. Der freie Animator, Drehbuchautor und Regisseur hat aber auch schon bei vielen anderen Projekten mitgearbeitet, die wohl jeder Anime-Fan kennen dürfte. Darunter Neon Genesis Evangelion, Ghost in the Shell und Werke vom Studio Ghibli.

Aus dem fernen amerikanischen Staaten hingegen kamen Miles Luna und Patrick Rodriguez von der Produktionsfirma Rooster Teeth angereist. Sie präsentierten ihre beliebte Web-Serie RWBY und ihren Film Lazer Team.

Aber auch aus deutschem Lande waren einige Manga-Zeichner angereist, die der ein oder andere Besucher schon kannte. Wer schon immer mal ein Autogramm von David Füleki (78 Tage auf der Straße des Hasses), Nana Yaa (Goldfisch), Gin Zarbo (Undead Messiah) oder Ban Zarbo (Kamo – Pakt mit der Geisterwelt) haben wollte, war auf der Connichi genau richtig. Ebenfalls vertreten waren auch noch Anna Backhausen & Sophie Schönhammer (Sternensammler).

Während die Gruppe Mardelas mit harten Tönen rockte, gab Sängerin Shiroku peppige Anime-Songs zum Besten.

Auch die Fans von musikalischer Unterhaltung kamen nicht zu kurz. Die Veranstalter haben die japanische Band Mardelas eingeladen gehabt. Die vierköpfige Band rockte mit ihrem Konzert die Halle und riss mit ihren melodischen Heavy Metal die Besucher regelrecht mit. Dabei wurde der Lautstärkeregler auch gerne mal bis an die Spitze getrieben, was aber den Musikbegeisterten durchaus gefallen hat. Für empfindlichere Ohren wurden noch kostenlos Ohrenstöbsel verteilt, damit wirklich jeder gleichermaßen das Konzert genießen konnte.

Natürlich durfte auch die Sängerin Shiroku auf der diesjährigen Connichi nicht fehlen. Mit ihrer sanften Stimme brachte sie wieder den Festsaal zum schmelzen, als sie ihre Anime-Songs sang. Während ihres Konzertes war der Saal stark gefüllt. Das ist aber auch kein Wunder bei der sympathischen Sängerin, die nicht nur eine gute Stimme, sondern auch einen ganz besonderen Platz für Pinguine im Herzen hat.

Die japanische Sängerin Chii Sakurabi gab ebenfalls ihre Stimme zum Besten. Ihre J-Pop-Songs singt sie sowohl auf Japanisch als auch auf Englisch. Auf der Bühne verzaubert sie die Menge nicht nur mit ihren Liedern, sondern auch durch ihre auffällige Kleidung im knuffigen Kawaii-Style.

Die Gruppe Kira Kira Hikaru hat ein ganz besonderes Zelda-Stück aufgeführt.

Neben musikalischen Acts gab es auch zahlreiche Bühnenstücke auf der diesjährigen Connichi. Unter anderem auch viele Stücke zu bekannten Videospielen. So gab es sogar zwei Stücke zu Nintendos Vorzeige-Abenteuerspiel Zelda. Zum einem dargestellt durch die Gruppe D.A.N.G.O., aber auch durch Kira Kira Hikaru , die mit ihrem Stück Zelda – Ocarina of Time zu einem der beliebtesten Teilen der Reihe einen wundervollen Auftritt hinlegten. Im Interview verrieten sie uns, dass sie selber gerne zocken und gerade Ocarina of Time zu ihrem Lieblingstiteln der Reihe gehört. Man merkt dem Stück die Liebe zum Spiel an, da sie sich streng an der Vorlage orientiert haben. So hatten die beiden Darsteller der zwei Links es beim Lernen ihres Textes ganz einfach gehabt, da Link wie im Spiel einfach nicht spricht.

Desweiteren gab es noch die Gruppe Imitari, die dem Spiel Depiona Leben einhauchten. Mit ihrem Stück Depiona, kein Planet wie jeder andere sorgten auch sie für gute Unterhaltung.

Die Grupper Ikimasho führte ein Bühnenstück zum Spiel Overwatch auf.

Mit dabei war auch Overwatch als Bühnenstück, aufgeführt von der Gruppe Ikimashô. In Overwatch – Helden sterben nicht wurde das Stück zum ersten Mal aufgeführt. Die wundervollen Kostüme des Stückes haben sie fast vollständig selber hergestellt und schreckten dabei auch vor technischen Herausforderungen nicht zurück, wie zum Beispiel um Tracers „Chronal Beschleuniger“ zum Leuchten zu bringen. Aber nicht nur bei den Kostümen, sondern auch bei Text und Choreographie steckt viel Arbeit dahinter, wie sie uns im Gespräch mitteilten. Daher dauern die Vorbereitungen für ein Bühnenstück auch etwa ein Jahr.

War man am Abend der Veranstaltung noch immer nicht müde genug, gab es für die Nachtschwärmer unter den Besuchern noch eine Party im Caramel Club mit japanischer Musik. Wer lieber selber singen wollte, für den gab es noch die Möglichkeit, im Karaoke-Raum die Töne zu treffen.

Es gab sehr viele, schöne Dinge zu kaufen.

Wer zum Geld ausgeben angereist kam, wurde auf der Connichi auf vier Ausstellungsebenen von mehr als 60 Händlern und Ausstellern herzlichst begrüßt. Es gab allerlei Merchandise zu bekannten und weniger bekannten Serien und Games, während man natürlich auch die neuesten Figuren, das ausgefallenste Essen oder die plüschigsten Stofftiere aus aller Welt erwerben konnte.

Aber auch die Zeichner selber waren im großen Manga Markt-Bereich als Verkäufer ihrer eigenen Werke tätig. Dabei wurde auch noch kleineren Zeichnern die Möglichkeit geboten, ihre Werke zu präsentieren und Kontakte zu knüpfen. Auf Wunsch wurden persönliche Zeichnungen angefertigt und sogar Porträt-Zeichnungen angeboten. Für die Fans der jeweiligen Zeichner ein absolutes Highlight!

Im Manga-Markt konnten die Zeichner ihre eigene Werke präsentieren.

Mit dem sogenannten Bring&Buy gab es auch einen kleinen Flohmarkt im Angebot. Im angrenzenden Park-Bereich stellten die Veranstalter in einem der Zelte mehrere Tische bereit, wo die Besucher nicht mehr benötigte Mangas, Spiele, Filme oder Merchandise hinbringen konnten, um sie zu verkaufen. So konnte man nicht nur wieder Platz in der Wohnung schaffen, sondern auch noch Geld dafür erhalten, was man dann sogleich wieder bei den anderen Verkaufsflächen ausgeben konnte.

Während man im Händlerbereich sich die neuesten Animes kaufen konnte, wurden diese in den Video-Räumen schon präsentiert. So konnten Besucher schon jetzt die ersten Episoden der beliebten One Punch Man-Serie genießen, während andere sich lieber an den süßen Battleship-Girls von KanColle ergötzten. Über das ganze Wochenende liefen die bunten Bilder der Anime-Serien für die Besucher der Convention in den Video-Räumen.

Wer auf der Connichi Geld ausgeben wollte, wurde auf jeden Fall fündig.

Aber auch Workshops wurden wieder angeboten. Während man Informationen zum Schneidern vom perfekten Cosplay informiert wurde, gab es auch Hilfestellungen in Workshops zum Zeichnen, Fotografieren und sogar zum Synchronisieren von Filmen und Serien. Wer zwischen den ganzen Shows und Händlern mal eine kleine Pause brauchte, konnte sich zu den Leuten in den Workshop-Räumen setzen und den Erläuterungen der Profis lauschen und dabei sogar noch etwas lernen.

Wollte man es hingegen ganz ruhig haben, bot sich ein Gang in die Mangabibliothek an. Hier konnte man sich einfach einen der zahlreichen Mangas schnappen und ganz in Ruhe lesen. Ganz ohne Kosten und Büchereiausweis. So entspannt man auf einer Anime- und Manga-Convention.

Selbstverständlich kam auch das Thema Cosplay nicht zu kurz. Während der Connichi fand auf der Veranstaltung der Vorausscheid des diesjährigen World Cosplay Summit statt, eine Art Weltmeisterschaft im Cosplay. Bemerkenswert hierbei ist, dass es sich dabei um den einzigen internationalen Cosplay-Wettbewerb handelt, an dem über 22 Länder teilnehmen.

Es gab auch zahlreiche Cosplayer auf der Connichi, die gerne für ein Foto bereit waren – auch für Selfies.

Für den Vorausscheid wurden auch bekannte Cosplayer als Jury-Mitglieder für die Bewertungen ausgewählt. So kamen aus Mexiko angereist die Cosplayer von TWIN Cosplay, welche nicht nur die Cosplays im Wettbewerb bewerteten, sondern auch für Autogramme und Fragen zur Verfügung standen. Die beiden Cosplayer Shema und Juan haben 2015 das World Cosplay Summit mit einer Performance zu dem bekannten Zelda-Spiel The Legend of Zelda: Majoras Mask gewonnen und waren ebenfalls zu Gast.

Neben Besuch aus Mexiko, kamen auch zwei Cosplayer aus der Schweiz angereist: Shiro und Shunsuke. Das Cosplay-Pärchen genießt schon seit einigen Jahren mit ihren Cosplays große Aufmerksamkeit. Gerade mit ihren Partner-Cosplays konnten sie schon für sehr viel Aufsehen sorgen. Auf der Connichi sind sie das erste Mal als geladene Gäste einer Convention vertreten.

Auch die Besucher selber waren wie jedes Jahr sehr bunt gekleidet und standen den großen Gästen in Sachen Aufmerksamkeit in nichts nach. Man hatte das Gefühl, dass fast jeder Besucher im Cosplay angereist war. Die angrenzende Parkanlage war überfüllt mit schrillen Gestalten aus Anime, Manga, Serien und Kino. Ein traumhaft schöner Anblick, egal wohin man schaute.

Selbst am Sonntag, dem letzten Tag, waren immer noch viele Cosplayer unterwegs und so mussten wir von Gamondo schweren Herzens von den heiligen Hallen der Connichi Abschied nehmen. Es war ein schönes Wochenende. Aber jeder Abschied ist nur ein Abschied auf Zeit, denn wir werden nächstes Jahr sicherlich wieder mit dabei sein.

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