Test – Destiny

Es war abzusehen, dass Destiny nach dem riesigen Hype nicht alle Geschmäcker und Erwartungen der […]

Es war abzusehen, dass Destiny nach dem riesigen Hype nicht alle Geschmäcker und Erwartungen der Fans erfüllen können würde. Aber man sollte sich die Frage stellen, welche Informationen der Publisher und die Entwickler an die Öffentlichkeit herausgegeben haben und welche Features von vielen Spielern im Vorfeld dazugedichtet wurden. Meine Recherchen haben ergeben, dass sowohl Bungie als auch Activision ihre Worte mit Bedacht wählten, allerdings genau so, dass man auch viel in sie hinein interpretieren konnte, was schlussendlich auch der Fall war. So wurde von riesigen Maps, endlosen MMO-Features und mehr gesprochen… aber eben nicht von den Entwicklern. Klar, der Hype wurde von den Verantwortlichen entfacht, aber das was daraus wurde ist uns, den Spielern, zuzuschreiben. Was mich persönlich zum Grübeln brachte, waren die Presse- als auch Spielerstimmen nach der geschlossenen beziehungsweise offenen Beta-Phase. Es wurde überschwänglich über Destiny rezensiert und allen war klar, das Spiel wird der Hammer! Was am Ende davon blieb, kann man auf Metacritic und bei namenhaften Magazinen lesen. Aber kommen wir nun mal zu meiner Sicht der Dinge. Ich sage auch vorab, dass ich das Spiel nicht in den Himmel loben werde, aber Destiny ist besser als der Ruf, den es gerade ereilt.

Story

© Activision

Wir schreiben das Jahr 2700, die Menschheit steht nach einem golden Zeitalter voller Aufbruchsstimmung, Entdeckergeist und Kolonien an den abgelegensten Orten unseres Sonnensystems am Abgrund. Vor diesen Jahren fand ein geheimnisvolles Raumschiff, welches als der Reisende bezeichnet wird, den Weg zur Erde und brachte neben neuster Technologie und Waffen auch den Frieden mit sich. Aber dort wo Licht ist, gibt es auch Schatten. Gefährliche Außerirdische, welche die Gefallenen genannt werden, griffen die Erde und alle menschlichen Kolonien an, um diese zu zerstören; Grund unbekannt. Besonders unser Planet wurde durch heftige Schlachten in Mitleidenschaft gezogen, dass es nur noch eine einzige Stadt auf der ganzen Welt gab, und inmitten einen riesigen Turm, welcher neben den letzen Überlebenden auch die sogenannten Hüter beherbergt: Die letzte Verteidigungsmacht gegen den sicheren Untergang der Zivilisation.

© Activision

Und genau einen dieser Hüter verkörpern wir. Insgesamt gibt es drei verschieden Klassen: Den schwer gepanzerten Titan, den flinken Hunter und den magierähnlichen Warlock, für welchen ich mich auch letztendlich entschieden habe. Selbst wenn ihr allein in eine der unzähligen Schlachten zieht, werdet ihr niemals allein sein. Ihr tragt immer einen Begleiter mit euch, den sogenannten Geist. Er kann für euch Schlösser knacken, Datenbanken hacken und, ganz nebenbei, auch Licht machen. Gemeinsam mit ihm machen wir uns in die Weiten der Galaxis auf, um der Bedrohung ein Ende zu setzen.

Missionen

© Activision

Die ersten freigeschalteten Planeten, welche ihr besuchen könnt, sind die Erde, der Mond, die Venus und der Mars. Auf insgesamt 22 Missionen habt ihr genügend Zeit, euren Charakter auf das Höchstlevel von 20 bringen und somit auch diverse Waffen, Ausrüstungen sowie ungewöhnliche, seltene oder gar legendäre Gegenstände zu finden. Außerdem werdet ihr auf eine Vielzahl von mehr oder minder starke und schön gestaltete Gegnern treffen. Jede einzelne Mission nimmt gut und gern zwischen 30 Minuten und zwei Stunden in Anspruch. Dies kommt natürlich ganz darauf an, wie ihr euch anstellt und wie gut equipped ihr seid. Die letzte Aufgabe auf der Erde kostete mich rund anderthalb Stunden. Aber wenn man es dann schlussendlich schaffte, war man schon stolz auf seine Leistung und auch sehr froh darüber (…). Solltet ihr mit Freuden in einem Einsatztrupp spielen, so ist es für euch auch möglich, schwereren Missionen entgegenzutreten, welche euch schneller Leveln lassen, solltet ihr überhaupt Schnitte gegen die Gegner haben. Bungie hat aber inzwischen schon einen Patch nachgereicht, welcher die Gegner etwas leichter generiert als es noch zum Launch der Fall war.

Bungie sprach aber im Vorfeld auch von Rollenspieleinflüssen. Diese werden nicht nur durch die drei verschiedenen Klassen widergespiegelt, sondern auch durch viele verschiedene Quests, welche im Spiel schlicht „Aufträge“ genannt werden. Durch sie könnt ihr euren Ruf in Form zweier InGame-Währungen festigen und mit ihnen neue Waffen für den Schmelztiegel (PvP-Modus) oder die Kampagne (mit Vorhut-Ruf) erwerben. Außerdem könnt ihr zurzeit um die Gunst einer Außerirdischen Königen buhlen. Erfüllt ihr ihre Quest, so erwarten euch neue Items, die euch bei künftigen Gefechten von Nutzen sein könnten. Darüber hinaus könnt ihr Patrouillen absolvieren oder „Strikes“ genannte Missionen erfüllen, um euren Ruf und/oder Level in die Höhe zu treiben.

© Activision

Aber hier gibt es einiges zu bemängeln. So ist es anfangs recht schwierig zu lokalisieren, wo es mit der Story weitergeht. Einzig und allein ein blickender Stern zeigt, wo die Reise hingeht. Levelt ihr aber schneller als das Spiel es geplant hat, so könnt ihr auch ganze Missionen überspringen, was den Verlauf der Geschichte zwar nicht nachhaltig stört, aber unübersichtlich daherkommen lässt. Weiterer Kritikpunkt ist die Droprate seltener oder, im späteren Spielverlauf, legendärer Gegenstände. Hier hat der Entwickler aber schon Besserung in Form eines baldigen Patches gelobt. Das Loot-System hat an dieser Stelle noch einige Lücken, was durch einen kleinen Comic gut beschrieben werden konnte.

Natürlich darf ein Multi-Millionen Projekt, wie Destiny eines ist, nicht ohne ordentlichen PvP-Multiplayer daherkommen. Hier werden Gefährten im Kampfe gegen die Dunkelheit zu Feinden in der Arena. Ihr verfügt über dieselben Waffen und Fähigkeiten, welche euch auch im PvE Spiel zur Verfügung stehen. Wie auch in anderen Multiplayer-Games stehen euch bei Destiny unterschiedliche Modi zur Verfügung. Vom Team-Deathmatch bis zu Capture The Flag ist alles dabei.

Aber auch hier gibt es Probleme, mit welchem Spiele wie Call of Duty oder Battlefield ebenfalls zu kämpfen haben: Headglitcher und Camper. Diese und die schier unendliche Auswahl an verschiedensten Feuerwaffen (Welche man auch während des Matches wechseln kann) kann für den geneigten Taktiker oder Anfänger frustrierend sein, so wie in meinem Falle. Ich habe bis auf drei Matches den Schmelztiegel aus genau diesen Gründen gemieden. Aber wer mit den vielen Möglichkeiten Leben kann, kann durchaus Spaß im PvP haben.

Grafikbombe

© Activision

Wenn man dem Spiel vieles vorhalten kann, dann aber sicherlich nicht, dass es sich bei Destiny um ein schlechtaussehendes Spiel handelt. Jedes Level, egal ob auf Erde (Alt-Russland und Turm), Mond, Venus oder Mars: Jede Map wurde mit viel Liebe zum Detail erstellt, so auch die Charaktere und Waffen. Selten in einem Spiel habe ich eine solche Detailgenauigkeit betrachten können, wie es bei Destiny der Fall ist. Natürlich könnte man meinen, dass Destiny dank der vielen Bausstellen, ein reiner Grafikblender sei, ähnlich wie vor rund einem halben Jahr es dieselbe Situation mit Watch_Dogs war. Aber Bungie und Activision machten recht früh klar, dass Destiny ein Spiel ist, welches eine Dekade überstehen soll und auch so ausgelegt ist. Das was heute zu bemängeln ist, sollte Bungie im nächsten Teil ausmerzen, damit das Studio und der Titel nicht an Integrität verlieren.

Fazit

Destiny ist bei weitem kein schlechtes Spiel, aber rechnet man die Entwicklungszeit und das riesige Budget von rund einer halben Milliarde US-Doller hinzu, ist das Ergebnis erschreckend schwach. Allerdings sollte man in den ersten Monaten noch keine voreiligen Schlüsse ziehen. Schließlich sprach Bungie noch von weiteren Planeten wie dem Saturn, welcher später noch hinzu kommen soll und davon, dass Destiny für rund zehn Jahre ausgelegt ist. Ob es dann allerdings die neuen Inhalte via Echtgeld-DLC zu haben geben wird, wissen auch wir nicht. Das Spiel sieht unglaublich gut aus und motiviert auch länger dran zu bleiben. Selbst wenn man die eigentliche Kampagne durchgespielt hat. Das Lootsystem ist ausbaufähig, ähnlich auch der PvP-Modus. Aber auch hier haben die Entwickler schon Besserung gelobt. Wer mit Destiny ein Spiel erwartet, welches zu hundert Prozent vollständig ist nach dem man es kaufte, wird sicher etwas enttäusch werden. Aber eine Chance sollte man der neuen IP der Halo-Erfinder aber definitiv geben und auch etwas Zeit investieren.

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