Dreadnought – gamescom Eindruck & Fazit

Yager, die Macher von Spec Ops: The Line, wechseln das Genre und präsentieren auf der gamescom ihren Weltraumschlachtschifftitel. Wir sind etwas begeistert.

Das Studio Yager Development (spricht sich wie „Jäger“) aus Berlin hat bisher ein kleines Portfolio an eigenen Titeln, erlangte aber bereits internationale Aufmerksamkeit: Das exzellente Spec Ops: The Line ist eines der emotional stärksten Anti-Kriegsspiele der letzten Jahre, obgleich das Gameplay überhaupt keine neuen Wege einschlug. Eine Zeit lang entwickelten sie noch Dead Island 2, dem sie in ihrem Trailer vor zwei Jahren einen humorvoll-makabren Touch gaben. Doch anschließend sind sie von der Entwicklung zurückgezogen worden, sodass sie sich auf ihre eigene zu der Zeit bereits gestarteten Marke Dreadnought besonnen haben.

Und ich könnte nicht glücklicker sein. Kilometerlange interstellare Schlachtschiffe sind ohnehin genau mein Ding und oftmals frage ich mich, was ich verbrochen habe, dass ich gezwungen bin, mein Dasein im 20./21. Jahrhundert zu fristen, wäre ich doch ein wesentlich besserer Schiffskapitän in der fernen Zukunft. Wie auch immer!

„You are not a TIE-Fighter.“

Yagers Dreadnought orientiert sich an Werken der Science-Fiction wie Battlestar Galactica, in denen behäbige Kolosse aufeinandertreffen und sich taktische Gefechte liefern, die gefühlt in Zeitlupe ablaufen. Mit einem Wink an Star Wars erklärt man mir, dass der Spieler keinen wendigen Jäger in Dogfights spielt, sondern Kapitän eines Schiffes ist, das mehrere Kilometer lang ist, eine riesige Crew hat und dessen enorme Masse seine Manövrierfähigkeit einschränkt. Zwar gibt es in Dreadnought mehrere Schiffsklassen, doch selbst die leichtesten unter ihnen, die Korvetten, sind nicht mit Jägern vergleichbar. Witzigerweise wird auch in der Atmosphäre von Planeten gekämpft.

Dreadnought bedient sich ein wenig der generellen Struktur von Wargamings World of Tanks (und Schwestertitel), da Spieler ihren Charakter und die Schiffe, die in verschiedene Stufen eingeteilt sind, separat aufwerten, während Fokus auf bestimmte Bereiche gelegt werden kann, etwa Kreuzer im Allgemeinen und Antriebe im Speziellen. Auf meine Anfrage hin erklärte man mir, dass aber selbst die leichten Schiffsklassen mehr Möglichkeiten haben, Schaden zuzufügen. Aufgrund der historischen Einschränkung dienen die leichten Panzer in World of Tanks in erster Linie als Aufklärer, taugen wenig für Kampfhandlungen. Eine Korvette in Dreadnought hingegen könne man als Glaskanone konfigurieren. Dies tat ich im Hands-On und räumte stattlich ab.

Konfiguration ist ohnehin die Expertise von Dreadnought. Anstatt eine fixe Ausstattung vorzufinden, lassen sich sowohl die Waffen eines Schiffes als auch die sogenannten Module, die sich als Skills äußern, austauschen und stark anpassen, wodurch dasselbe Schiff grundsätzlich verschiedene Rollen einnehmen kann. Über die Module hat jeder Spieler auch vier aktive Fähigkeiten an der Hand, um auf das Schlachtfeld zu reagieren. Dazu gehören Breitseiten der Dreadnought-Klasse, Tarnfelder, Torpedos, Raketen und Abfangjäger.

Hinzu wünscht man, dass die Spieler viele Freiheiten in der optischen Ausstattung haben. Neben Lackierungen finden sich Embleme, Wappen (unter anderem eines eigens für die gamescom 2016) und Änderungen der Silhouette. Dies solle auch in erster Linie die Einkommensquelle für den Publisher sein, da man als Free2Play-Titel die gängigen Pay2Win-Fallstricke meiden möchte und lieber kosmetische Objekte in Rechnung stelle.

Die vorgestellte Beta hat 51 Schiffe in fünf Klassen und zahlreiche Kosmetika. Derzeit ist sie noch nicht live, soll aber im September 2016 für Tester verfügbar sein. Für die momentane geschlossene Beta-Version kann man sich auf der Seite des Publishers Grey Box registrieren.

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