Tag 1

Hierbei handelt es sich um einen Beitrag vom 13. August 2014, der ursprünglich bei einem […]

Hierbei handelt es sich um einen Beitrag vom 13. August 2014, der ursprünglich bei einem anderen Magazin erschien. Der Autor wollte ihn euch aber dennoch zugänglich machen.

Es ist getan! Der erste Tag der Gamescom ist vorbei und wir haben so einiges gesehen, sowohl große Enttäuschungen als auch coole Geheimtipps. All dies möchten wir in Kurzform mit euch teilen.

Der heutige Tag war weitestgehend der Presse und den Fachbesuchern vorbehalten und wir als fliegende Redakteure waren natürlich da, um euch dennoch das Neuste von der größten Spielemesse Europas zu bringen. Also los!

The Evil Within

Bethesdas Headliner, dessen japanischer Name übrigens Psychobreak lautet, aus der Feder Shinji Mikamis, der Mann der Resident Evil erfand, wirbt mit enormer Angstwirkung und beklemmender Atmosphäre. Über die Handlung ist noch nicht sehr viel bekannt, aber das ist natürlich bei einem solchen Titel auch gut so. Wir wissen, dass der Protagonist einen mysteriösen Mord aufzuklären versucht und in übernatürliche Machenschaften verwickelt wird. Bei unserem Anspielen fiel auf, dass das Spiel offenbar eine Art Hub benutzt, von dem aus man über Spiegel in andere Teile eines alten Anwesens, das den Eindruck einer alten Psychiatrie machte, reisen kann. In diesem Hub ist es zum Beispiel auch möglich, über eine grausam aussehende Apparatur das Gehirn des Protagonisten zu modifizieren und somit Upgrades freizuschalten. Gegner kann man laut Bethesda umschleichen oder mit dem Werfen von Flaschen ganz im Stile von The Last of Us ablenken, was bei unserem Test jedoch nicht funktioniert hat. Nachdem wir die undefinierbaren Angreifer verprügelt und mit Blei aus einem Revolver gespickt haben, mussten wir sie mit einem Streichholz anzünden. Das erinnerte stark an den Todesstoß aus Silent Hill, den man jedem Feind geben musste, wollte man nicht, dass er wiederaufsteht. Unserer Meinung nach legte The Evil Within den Fokus zu sehr auf Jump Scares. Während die Atmosphäre zwar durchaus beklemmend wirkt, gewinnt man mit dem Archetyp “Horror in altem Anwesen / alter Psychiatrie” nicht gerade einen Preis für Kreativität innerhalb des Genres. Ob The Evil Within doch noch überzeugt, wird sich zeigen. Wir bleiben vorerst skeptisch und hoffen auf mehr.

Call of Duty: Advanced Warfare

Kaum eine Shooterreihe ist so schwer gehypet wie Activisions Spieleäquivalent zu chronisch explosiven Actionfilmen im Stile von Michael Bay und kaum eine Shooterreihe polarisiert so stark. Dessen ist man sich offenbar bei Activision auch bewusst, sodass der Gastgeber des heutigen Events ‘Pro Bootcamp’, Alex ‘Goldenboy’ Mendez, das Publikum fragte, ob sie gespannt seien und dass sie sich nicht schämen bräuchten. Zwei professionelle CoD-Teams, Orbit und Fabe, demonstrierten den diesjährigen Serienteil und seine neuen Möglichkeiten, speziell die Boostjumps und den Boost in horizontaler Richtung. Der Eindruck, den man von Advanced Warfare dabei gewann, war ein durchaus negativer. Einige erwarteten bei den neuen Exoskelett-Features durchaus, dass CoD sich in Richtung Titanfall mit seinem extremen Parkouring, Wallruns und Jetpacks bewegen möchte. Wer davon ausgeht, wird enttäuscht. Der Boost ist, wie einer der Prospieler demonstrierte, durchaus nützlich, um Granaten auszuweichen, setzt aber keine neuen Maßstäbe in Sachen Fortbewegung. Der Boostjump ließ die Spieler zwar gekonnt Kugeln ausweichen und anschließend aus einer vorteilhaften Position zurückschlagen, eine bisher unerreichte Dimension in Dingen Vertikalität wurde dabei nicht erreicht. Einige flache Dächer können damit erreicht werden, aber die Maps boten einfach nicht genug Spielraum für das Spiel mit der Höhe. Insofern ist das Exoskelett eher Gimmick als Revolution. Technisch sah man dem Haufen Panzertape, der metaphorisch für die alte Engine steht, das Alter an. Mit der Konkurrenz Battlefield kann sich Activision optisch im Traum nicht messen und auch gegen die Unreal Engine 4 wird Sledgehammer kein Land sehen. Es wirkt schon fast wie Hohn, dass im Entwicklervideo Begriffe wie “photorealistic” fielen. Auch die Animationen der Charaktere waren extrem holprig und stellenweise viel zu schnell. Offensichtlich waren die Animationen noch unfertig und vielleicht rasch für die Gamescom-Präsentation zusammengeschustert worden. Die Texturen machten zwar einen guten Eindruck, aber durch die fehlende stimmige Beleuchtung wirken die Maps weiterhin flach und als wären sie eher aus dem Jahre 2010. Was jedoch toll war, war der Sound. Die Knarren klangen gehaltvoll und der Stuhl unter mir bebte. Der neue Spielmodus Uplink, der von den Kommentatoren als “etwas, das wir noch nie gesehen haben” bezeichnet wurde, ist einfach nur der Modus Griffball aus dem Halo-Franchise mit dem einzigen Unterschied, dass anstatt Hämmern reguläre Knarren benutzt werden. Unsere Meinung ist: Activision braucht dringend eine neue Engine für Call of Duty, anstatt weiterhin mit Panzertape Neues hinzuzufügen. Die technische Talfahrt hatte bisher ihren Tiefpunkt mit der PC-Version von CoD Ghosts und es kann sein, dass Advanced Warfare da noch einen drauflegt. Etwas weniger Augenwischerei würde auch nicht schaden.

Rise of the Incarnates

Mit Namco Bandais Third Person-Brawler haben wir für euch einen richtigen Underdog unter die Lupe genommen. Das Spiel wird vom Tekken-Team entwickelt und bringt viel japanisches Fighter-Flair mit. Zwei Duos gegnerischer Spieler stehen sich in einer Arena gegenüber und hauen sich gegenseitig die Gesichter ein. Dabei bedienen sie sich klassischer Maßnahmen wie Schläge und Tritte oder auch etwas unorthodoxer Methoden wie holographischer Motorräder (ernsthaft). Auch Transformationen in Dämonen stehen an der Tagesordnung. Die Kämpfe sind aber sehr dynamisch und laufen zu großen Teilen mitten in der Luft ab. Dadurch, dass vier Spieler auf dem Feld sind, wird das Ganze auch nicht unübersichtlich und der Test hat durchaus Spaß gemacht. In der kurzen Zeit konnten wir uns leider kein Bild von Kombos, gemeinsamen Angriffen und anderen fortschrittlichen Techniken machen, aber wir sind überzeugt, dass das Tekken-Team ihrem Ruf gerecht wird. Mehr Sorgen macht das Publishing. Denn Rise of the Incarnates erscheint als Free to Play-Titel und befindet sich derzeit im Betastadium. Wir hoffen, dass Namco Bandai das richtige Maß für eine Balance aus fairem F2P und Monetarisierung findet, denn zu viele interessante Titel wurden durch ein unfair gestaltetes F2P-Modell (scherzhaft auch Pay to Win genannt) Online-Friedhöfe. Denn Potential hat der Brawler allemal.

Metal Gear Solid V – The Phantom Pain

Leider hat Konami uns das neueste Abenteuer von Big Boss nicht anspielen lassen, aber dafür ein ausführliches dokumentiertes Gameplay-Video mitgebracht. Und gemütliche Sitzsäcke, die waren großartig nach einem langen Tag des Herumstehens. Die Gamescom-Demo zeigte dieselbe Mission wie damals auf der E3, jedoch  zu einer anderen Tageszeit und mit einer anderen Vorgehensweise. Es wurde auch demonstriert, dass die KI auf häufig angewandte Methoden Konter entwickelt. So hatten die Soldaten, die auf der E3 noch gerne mit Betäubungsschüssen in den Kopf ausgeknockt wurden, nun als Gegenmaßnahme Helme auf den Hirnkästen. Es wurde betont, dass die KI auf viele beliebte Strategien entsprechende Maßnahmen einleiten werde um die Wiederspielbarkeit zu erhöhen. Weiterhin wurde auch eine kreative Methode zur Ausschaltung eines Patrouillenhelikopters gezeigt: Snake haftete Sprengstoff an einen Jeep unterhalb des Helis an und benutzte ein Fulton Recovery System, einen Ballon, der das Fahrzeug anhebt, um das explodierende Fahrzeug auf Höhe des Hubschraubers zu hieven und ihn somit außer Gefecht zu setzen. Zuletzt zeigte die Demo etwas Interessantes, nämlich einen Angriff auf die Motherbase eines anderen Spielers. Je nach dem, wie viel dieser in Verteidigung investiert hat, erhöhte sich der Schwierigkeitsgrad der Infiltration. So ist es möglich, anderen Spielern Waffen und ganze Schiffscontainer per Fulton zu stehlen, solange man nicht von diesem selbst oder seinen Sicherheitsmaßnahmen entdeckt werden. Diese Art des Multiplayers erinnert stark an die kreative Einbindung anderer Spieler bei Demon’s Souls oder Dark Souls und das gefällt uns.

World of Warships

Wargamings logischer dritter Titel in der ‘World of’-Reihe dreht sich, nachdem Land und Luft abgedeckt sind, den Schiffen und gewaltigen Seeschlachten zu. Dabei geht es noch wesentlich behäbiger zu als man es bei den Panzern kennt, denn die Nachladezeiten eines Schiffsgeschützen liegen bei zehn Sekunden aufwärts. Aufgrund der großen Entfernungen müssen Schüsse, speziell angesichts der Nachladezeit, wohlweislich gesetzt und die Bewegungsgeschwindigkeit von Projektil und Ziel bedacht werden. Zur Unterstützung der langsamen Stahlkolosse kann man Aufklärungsflieger und kleinere Angriffsboote aussenden, die mit den Sekundärwaffen wie Flaks bekämpft werden. In der Demo waren US-amerikanische und japanische Schlachtschiffe und Zerstörer spielbar. Leider schaffte der Titel es nicht, uns gänzlich umzublasen. Während die Technik geschmeidig lief und dabei anständig aussah, fragen wir uns, ob die Welt der Schlachtschiffe auch dauerhaft nach dem Erreichen der Paywall noch motiviert. Fest steht jedenfalls, dass Wargaming mit ihrer Pin Up-Show eine der fetzigsten Live-Vorstellungen der Gamescom bietet.

Das war’s erstmal von uns und Tag 1 der Gamescom. Morgen sind wir wieder vor Ort und versuchen euch, noch mehr Neues zu bringen. Zum Schluss noch ein paar Impressionen des Tages. Bis dann!

Kommentare

Sag deine Meinung!