Mount & Blade II Bannerlord – gamescom Eindruck & Fazit

Mount & Blade geht in die zweite Runde! Schönere Graphik, aufgebohrte Belagerungen und ein besser UI. Kann Bannerlord die ehrwürdige Thronfolge antreten?

Mount & Blade ist eine Spielereihe, die mir persönlich besonders am Herzen liegt, daher habe ich es mir nicht nehmen lassen, mich auf der gamescom mit den Entwicklern zu treffen. Fans der Titel kennen sie in erster Linie als nicht unbedingt einfach zugängliche Mittelalter-Simulationen, die Geduld und Klugheit belohnen, dabei leider aber nicht wahnsinnig hübsch sind und mit ihren ganz eigenen unfreiwillig komischen Passagen und Glitches glänzen.

Es scheint, dass TaleWorlds die Stärken der Reihe verbessern und gleichzeitig das Rundumpaket aufpolieren will. Mount & Blade II Bannerlord sieht deutlich zeitgemäßer aus, obgleich noch Meilen von aktuellen Graphik-Schwergewichten entfernt. Dennoch ist der Fortschritt maßgeblich und scheint das Spielerlebnis sehr positiv zu beeinflussen, denn die gezeigten Spielszenen ließen mir die Armhaare hochstehen.

Gezeigt wurde eine Situation, in der sich der Spieler auf der Flucht vor einer wesentlich größeren feindlichen Streitmacht befindet. Als letzte Bastion wurden die Holzwälle einer naheliegenden Siedlung gewählt, die auch rasch vom Gegenspieler, dem Imperium, belagert wurde. Während beide Parteien fleißig Belagerungswaffen zusammenschmiedeten, entschied man sich in der Demo, einen berittenen Ausfall zu wagen. Der Spielcharakter ließ das Tor öffnen und ritt auf die Lager des Imperiums zu, um möglichst großen Schaden an Belagerungswaffen und Ausrüstung anzurichten, während die Verteidiger unvorbereitet sind. Leider erwies sich dieses Manöver nur als bedingt effektiv: Zwar wurden die Trebuchets und Rammböcke vernichtet, doch kostete das dem Spieler viele Männer und Pferde; in die Festung kamen die meisten zu Fuß zurück.

Der Angriff der belagernden Truppen auf die Festung erwies sich als Herzstück der Präsentation. Zunächst hatte der Spieler die Möglichkeit, Ballisten und Mangonels auf den Mauern zu platzieren, anschließend Soldatenformationen. Ja, vorbei sind die Zeiten von „Archers, hold this position! Infantry, tighter formation!“, stattdessen werden jetzt bequem Flaggen für bestimmte Truppen gesetzt. Insgesamt wollten die Entwickler das UI deutlich sleeker als in den Vorgängern machen.

Während nun mit Leitern ausgerüstete Angreifer erfolglos versuchen, die Mauern zu erklimmen, um dem Rammbock und Belagerungsturm Zeit zu erkaufen, rennt der Spieler über die Verteidigungen und verteilt gemeinsam mit den Schützen Pfeile unter den Aggressoren. Als letztlich der Rammbock das erste Tor durchbricht und die Infanterie in einen Zwischenhof gelangt, werden kurzerhand Verteidiger von der Mauer an das zweite Tor geholt, während von oben durch die Mörderlöcher schwere Steine fallengelassen werden.

Die Entwickler betonen, dass man sich stark an historischen Belagerungsmechaniken orientiert hat und das spürt man auch. Kaum eine Präsentation schafft es, mich mit der Einfachheit des Szenarios so zu beeindrucken. Denn der Spieler selbst ist ein Charakter wie jeder andere auch: Keine Specials, keine Zauber, nicht einmal extra Lebenspunkte.

Insgesamt will Bannerlord mit seiner Entscheidungsvielfalt, sei diese auf dem Schlachtfeld oder diplomatischer Natur, punkten. Der Spieler sei ständiger Aktion und Reaktion ausgesetzt und dadurch solle die Spielwelt -die übrigens erneut Caldaria ist, jedoch vor den Ereignissen von Warband- zum Leben erwachen. Zerstörbare Umgebungen während der Belagerung seien nur eine Facette des Handlungsfreiraums.

Ein Erscheinungsdatum für Mount & Blade II Bannerlord gibt es bislang nicht.

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