Virtual Reality ist ein spaßiger Weg mit neuen Spielkonzepten und Ideen zu experimentieren. Was aufregend ist, aber am Ende oft doch eben mehr Experiment als Spiel. Hin und wieder fragt man sich dann doch, wie sehr “traditionelle” Spiele und Genres in VR funktionieren.

Plattformer, Rennspiele, Point & Click Adventures…da gab es schon einige Ansätze, und auch sehr gelungene. Und ein Spiel wie Pavlov zeigt, wie sich etwas spezifischer ein Multiplayer Shooter wie “Counter-Strike” übersetzen ließe.

Mit Espire 1 können wir auch das allseits bekannte Stealth Genre abhaken.

Aber wir können gerne die Checkliste durchgehen: Zwielichtige High Tech Militärkomplexe? Check. Ein High Tech Visor, mit denen man Gegner auch durch Wände sehen und markieren kann? Check. Kameras aus dessen Sichtradius man sich fernhalten sollte, wenn man sie nicht kaputtschießt? Check. Etwas kurzsichtige aber hellhörige Wachen, dessen behutsames Vorgehen clever ausgenutzt werden kann? Check. Tödliche und Nicht-So-Tödliche Wege, diese auszuschalten? Check. Sie hinterher in dunklen Ecken verscharren, damit sie keine Aufmerksamkeit erregen? Auch hier, Check.
Dankbarerweise kann man zwar, aber muss nicht die ganze Zeit in gebückter Haltung durch die Gegend schleichen (da gibt es einen Button für wenn man den Rücken schonen will), aber generell kann man in Espire 1 all die Dinge machen, die man so aus diversen Splinter Cells und Metal Gear Solids kennt. Und dazu kann man noch an allen metallischen Oberflächen hochklettern und entlang hangeln, hauptsächlich weil VR-Klettern sehr viel Spaß macht und nebenbei auch noch mehr Lösungswege in das Stealth-Gameplay bringt.

Eine Sache die man in Espire 1 nicht kann ist in die Rolle eines trockenhumorigen kampferfahrenen Super-Spions schlüpfen. Stattdessen steuert man als Spielercharakter selbst innerhalb eines virtuellen Holodecks einen Roboter, der die gefährlichen Außenmissionen bestreitet. So muss man auf Martinis und Zigaretten verzichten, bekommt aber dafür einige nette andere Fähigkeiten, wie den weiter oben beschriebenen High Tech Visor und die Kletterfähigkeiten, sowie an beiden Händen angebrachte Kameradrohnen, mit denen man um Ecken schauen und Feinde identifizieren kann.
Ausserdem hilft die VR-in-VR Idee dabei, stilisiert für jeden den richtigen Komfortlevel zu bieten. Wer schnell seekrank wird, kann bei Bewegungen einen Filter zuschalten der das virtuelle Sichtfeld einschränkt, der gefühlt etwas besser funktioniert als die “Scheuklappen” anderer VR Titel. Wem jedoch in VR nicht so schnell übel wird, kann all diese Hilfsmittel auch abschalten.

Was an Espire 1 wirklich zu gefallen weiß ist, dass es hier keine Kompromisse oder “Abspeckungen” für Virtual Reality gibt. Es ist ein First-Person-Schleich-Actionspiel wie man es “zweidimensional” schon oft gesehen hat, nur eben mit der Immersion und Bewegungsfreiheit von Virtual Reality. Man bewegt sich frei durch die Level und interagiert direkt mit Objekten und Waffen. Und das ist intuitiv und macht natürlich eine Menge Spaß. Schnell ist man dabei von Deckung zu Deckung zu hechten, Gegner abzulenken und sie mit gezielten Kopfschüssen auszuschalten, wenn man mag, auch mit einer Betäubungs-Pistole, bei der wie in Metal Gear Solid jeder Schuss einzeln geladen werden muss. Oder man benutzt einen Elektroschocker, der gleichzeitig Schäden am Roboterkörper reparieren kann. Oder man nutzt einen gezielten Schlag auf den Hinterkopf. Oder man bringt den Feind dazu sich zu ergeben, wenn man denn so will, in dem man selbst “FREEZE!” in das Mikrofon des VR Headsets ruft.

Also ja, ein vollwertiges Stealth Spiel in VR. Die Entwickler von Digital Lode versprechen eine Handvoll Levels so wie einige “virtuelle” Challenge-Missionen, von denen einige, aber nicht alle zum fortfahren in der Kampange gespielt werden müssen und wovon einige extra-schwere Herausforderungen bieten sollen. Um das Spiel durchzuspielen, brauche man so etwa sechs Stunden. Nicht sehr lange, aber immerhin über dem VR Durchschnitt. Wer Wiederspielwert sucht, könnte diesen in den Online-Leaderboards des Spiels finden. Jeder Schaden, den man nimmt, jede ermordete Wache etc. wird als ein “Sachschaden” registriert und am Ende einer Mission abgerechnet. So kann man versuchen, als meisterhafter Ninja den Wert so gering wie möglich zu halten, oder als brachialer Killer neue Höchstwerte zu erreichen.

Espire 1 sollte schon sehr sehr bald erscheinen, und das auf so ziemlich allen VR Plattformen, von Oculus über Steam VR bis hin zu PlayStation VR und Windows Mixed Reality Headsets. Selbst für Oculus Quest wird das Spiel erscheinen, optisch zwangsweise natürlich etwas abgespeckt aber laut Entwickler mit sämtlichen Levels und Gameplaymechaniken des Spiels voll intakt (und für Besitzer von mehreren Oculus VR-Headsets ist das Spiel “crossbuy”, so dass man es nur einmal kaufen muss um es auf Rift und Quest zu spielen).

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