Paradise Lost teilt sich nicht nur einen Namen mit John Miltons Epos, es ist auch nicht das erste Spiel, das sich diesen Titel zu Eigen macht. Die Ambitionen des Warschauer Entwicklerstudios Polyamorous sind jedoch jedlicher Konkurrenz gewachsen: Mit einer weitreichenden nonlinearen Story und Inspiration aus Weltgeschichte, slawischer Folklore und britischer Literatur will man einen “Walking Simulator” der neuen Generation schaffen.

Noch ist das Projekt in einem recht frühen Stadium – 2020 ist derzeit für den Release angesetzt – aber wir bekamen dennoch bereits einen kleinen spielbaren Vorgeschmack. So fanden wir uns als ein Junge in einem recht häuslich gemachten Bunker wieder. Zeitlich ist das Spiel in der Gegenwart angesiedelt, doch die Vergangenheit weicht hier stark von unserer Realität ab. So wurden die Nazis im zweiten Weltkrieg niemals besiegt und der Konflikt kühlte mit der Zeit zu einem kalten Krieg herunter. In den 60ern jedoch kam es dann zum Atomkrieg, der die Erde in einem nuklearen Winter hinterließ.

Wir durchlebten ein wenig den Alltag des Jungen, in ständigem Kontakt zu seiner Mutter via Funkgerät. Besonders wichtig ist hier die Pflege von Mohnblumen, mit denen beide eine besondere emotionale Verbindung haben. Diverse Gegenstände und Details im vollgepackten klaustrophobischen Bunker liefern derweil einige Hintergrunddetails und Worldbuilding.

Die den Umständen entsprechend idyllische Alltagssituation verschlechterte sich jedoch immens. Nicht nur drohte ein Kurzschluss die gehüteten Pflanzen (und ich schätze den Rest des Bunkers) niederzubrennen. Kurz darauf meldete sich auch die Mutter via Funk panisch und ordert den Jungen, aufgrund eines nahenden Banditenmobs den bekannten Bunker zu verlassen.

So endete unsere kurze Anspielsession mit einem Blick auf die Welt hinter den Türen, einer kargen ausgebrannten Winterlandschaft, und der Mission zu einem Ort zu gelangen, den Mutter und Kind aus der Vergangenheit kennen.

Insgesamt soll das Spiel zwei Protagonisten haben, mit einem zeitlichen Versatz zwischen den Charakteren. So sollen Entscheidungen auf der einen Seite die Geschichte der anderen formen. Aber auch wenn in der postnuklearen Welt von Paradise Lost das Überleben hart ist und sicherlich nicht jeder menschlicher Kontakt freudig endet, möchte man ein inklusives Spieldesign bieten, das ohne Failstates auskommt. Dennoch werde man nicht davor zurückweichen, die Geschichte des Spiels anhand der Entscheidungen des Spielers dramatisch zu ändern. Und angesichts dessen, dass das Spiel strukturell an die fünf Stufen der Trauer orientiert ist, wirds sicherlich nicht der fröhlichste Trip.

Fans melancholischer storybasierter Spiele sollten jedoch gespannt sein dürfen, ob Paradise Lost seinen Ambitionen gerecht wird, wenn es auf PC, PS4 und Xbox One erscheinen wird.

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