Kommentar zur Nintendo Switch – hat Big N eine Identitätskrise?

Was hat Nintendo mit der Switch vor?

Die Nintendo Switch. Wenn man sich in den Communitys umhört, ist sie für viele von euch zu ähnlich zur Wii U – mit dem Unterschied völlig portabel zu sein. Andere wiederum meckern über die zu geringe Akkulaufzeit („Zelda circa zweieinhalb Stunden – warum geht da nicht mehr?„). Dann gibt es noch die, die über die Hardware meckern – Nvidia Tegra X1 statt X2? Nur 32 GB Speicher? Was soll das?

Aber was will sie eigentlich sein? Tablet? Konsole? Handheld? Die Antwort mag eigentlich recht offensichtlich sein: Alles gleichzeitig. Mit dem Smartphone in Verbindung mit der mobilen Einheit der Switch habt ihr die Möglichkeit, unterwegs ins Internet zu gehen – eventuell stellt Netflix und Co. sogar die Möglichkeit zur Verfügung, Filme und Serien herunterzuladen. Ihr könnt browsen und posten bis euch der Akku ausgeht. Und durch den USB Typ C ist es wahrscheinlich sogar möglich, über eine Powerbank genug Strom für weitere Stunden zu beziehen. Zusätzlich fetzt es, bei Reisen im Auto oder (Mini-)Bus mit einem bis drei Freunden in Mario Kart ein paar Panzer zu verschießen oder alleine in den Ruinen von Hyrule zu verweilen. Außerdem hat man hiermit auch direkt die Handheld-Sparte bedient. Kleiner Bonus: Durch die wechselbaren micro SD-Karten kann man sogar mehr Spiele mitnehmen, als in eure 3DS-Hülle passt.

Diesen Ausblick kann man bald auch von Mutti’s Rückbank aus genießen.

In Kombination mit der Docking Station wird das Ganze dann zur stationären Konsole, ihr bekommt 1080p, damit Full HD. Hier klingeln schon wieder die Ohren, denn jetzt wird „Aber wir haben doch mittlerweile fast schon 4k als Standard erreicht!“ kommen. Ob hiermit die Konkurrenz zu PS4 Pro und Xbox One Scorpio aufgenommen oder bewusst vermieden wird, lässt sich nicht sagen, aber Nintendo hat hier schon immer auf die starken Eigenmarken gesetzt und Spielspaß als wichtiger angesehen als den ganzen technischen Schnickschnack. Nehmen wir die PSVR als Beispiel: Das Display gibt euch auch keine 4k aus, dafür 120 Bilder pro Sekunde. Merkt das irgendwer beim Spielen? Ich jedenfalls nicht und empfinde es trotzdem als großartiges Erlebnis. Und das Beste: Ihr bekommt Exklusivtitel direkt zum Launch. Und als wäre das nicht genug: Wer von euch hat sich noch nie gewünscht, Himmelsrand auf dem Weg zur Arbeit/Schule/Uni zu erkunden?

Skyrim mobil zocken? Die Switch macht’s möglich.

Um zurück auf die Ausgangsfrage zu kommen: Nintendo hat seinen eigenen Platzhirsch auf der Handheld-Sparte mit dem Nintendo 3DS. PlayStation 4 und Xbox One besetzen die Konsolen-Sparte und Tablets können mittlerweile auch so ziemlich alles, was ich vom PC erwarte. Also: Was oder wen will Nintendo hier erreichen? Ich denke, Big N will jeden erreichen, der schon immer den Traum hatte, einfach weiter zu zocken, wenn die Pflicht einen von der Couch ruft und man noch eine „nutzlose“ Fahrt vor sich hat. Ob sie damit im Zeitalter der Smartphones und Tablets Erfolg haben können, wird sich zeigen, denn nur wenn qualitativ hochwertige Software abgeliefert wird, kann sich Nintendo auf dem Markt mit dieser neuen Variante des Gamings durchsetzen.

 

Kommentare
Marco Mühlen 16. Januar 2017 um 16:25 Uhr

Ich bin noch ein wenig skeptisch aufgrund der doch nicht ganz so fülligen Spiele-Ankündigungen. Aber es ist ja der Launch einer neuen Konsole.
Und nur auf dieser kann man ja dann das kommende neue 3D Mario zocken. 😀

Sebastian Kunz 16. Januar 2017 um 16:22 Uhr

Ich finde die Entwicklung von Nintendo nach langer Zeit wieder sehr positiv. Habe mit der Weile nicht mehr so recht an deren Ehrgeiz geglaubt.

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