Zuletzt sah es im Verhältnis von Spieleentwickler und -publisher Daedalic Entertainment und dessen Mehrheitseigner, der Bastei Lübbe Verlag, eigentlich nach Besserung aus:
Aufgrund den hohen Produktionskosten für Videospiele und der hohen Konkurrenz auf dem Markt wollte Bastei Lübbe Daedalic seit 2018 eigentlich loswerden und suchte nach Käufern, oder zumindest Beteiligten Investoren, für den 51% Geschäftsanteil bei den Hamburger und Münchener Studios. Dann jedoch konnte Daedalic-Chef Carsten Fichtelmann 2019 eine extrem wichtige Lizenz ergattern und startete die Produktion an zwei Projekten im „Herr der Ringe“ Universum, das erste davon Lord of the Rings: Gollum, das derzeit für 2021 für PC und Next Gen Konsolen geplant ist.
Das stoppte Bastei Lübbes Pläne, Daedalic weiter zu verkaufen und mit einem erwarteten Umsatz von 11 – 12 Millionen Euro im Games Bereich und Überschüsse im Verlag von bis zu 5,3 Millionen Euro sah man der Zukunft positiv entgegen.

Doch nun sieht es anders aus: Statt Gewinn rechnet Bastei Lübbe mit einem Minus zwischen 6,7 und 10,5 Millionen Euro und Daedalic scheint der „Schuldige“ zu sein. Während das Kerngeschäft des Verlags gut laufe, seien insbesondere im Dritten Geschäftsquartal (September bis Dezember 2019) in Daedalic hohe Investitionen geflossen, die erwarteten Gewinne blieben jedoch aus, mutmaßlich im Speziellen bei A Year of Rain, dessen Verkaufszahlen mäßig waren und nun auch nichtmehr weiterentwickelt wird.

Zu der aktuellen Situation sagte Carl Halff, Vorstands-Chef der Kölner Bastei Lübbe AG: „Das Geschäftsmodell unserer 51-prozentigen Finanzbeteiligung erweist sich als nicht zukunftsfähig.“
Was das für Daedalic konkret bedeutet, darüber lässt sich bisher nur Spekulieren. Die ursprünglichen Pläne von Bastei Lübbe, ihre Anteile an Daedalic in Teilen oder im Ganzen zu verkaufen, werden vermutlich nochmals gestartet. Eine Schließung der Studios ist zum Glück ebenfalls äußerst unwahrscheinlich, immerhin werden Daedalic’s Eigenproduktionen wie auch die von externen Studios entwickelten gepublishten Spiele zumeist recht hoch von Fans und Kritikern angesehen und sind Dauergäste beim Deutschen Computerspielpreis.
Im schlimmsten Falle ist jedoch nicht auszuschließen, dass das derzeit insgesamt 90-köpfige Team zusammengeschrumpft werden könnte oder Budgets für kommende Spiele empfindlich gekürzt werden könnten.

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