LEGO Marvel’s Avengers

Lego-Spielzeug in einem Videospiel? Das britische Entwicklerstudio zeigt, dass Kinderspielzeug in Videospielen durchaus funktioniert. Aber […]

Lego-Spielzeug in einem Videospiel? Das britische Entwicklerstudio zeigt, dass Kinderspielzeug in Videospielen durchaus funktioniert. Aber hat man auch diesmal die Latte etwas höher hängen können? Das und vieles mehr erfahrt ihr in unserem Test zu Lego Marvel’s Avengers.

In Videospielform gibt es die kleinen Bauklötze und gelbgesichtigen Figuren schon fast so lange wie ich mich zurückerinnern kann, doch insbesondere die Titel von Traveller’s Tales erwiesen sich mit ihrem vorbildlichen Konzept als großer Erfolg für den dänischen Mutterkonzern. Kaum ein Kinderspielzeug hat eine so lange Zeit überdauert und kann dann noch eine erfolgreiche Videospiel-Adaption vorweisen. Nach mittlerweile vielen Spielen im Lego-Universum, wie zum Beispiel Batman, Harry Potter, Herr der Ringe und Jurassic Park, begibt man sich nun in die Welten der neuen Marvel Avengers Blockbuster-Filme und bringt sowohl Superhelden, als auch dessen Widersacher in eine Videospiel-Umsetzung.

Die Avengers sind wieder da!

Es geht um die Avengers und das im vollem Umfang und allen Facetten. Das Spiel begleitet euch durch die Story der beiden Kinofilme der Marvel-Helden, bedient sich jedoch auch an anderen Einträgen aus dem Cinematic Universe, wie zum Beispiel Thor: The Dark World oder Iron Man 3. Wer die mittlerweile zahlreichen Filme kennt, wird wissen, dass man hier auf eine Vielzahl von Superhelden und Figuren trifft. Auch im Spiel ist dies der Fall, aber mit einer großen Portion obendrauf.

Es werden euch 15 Level geboten und jedes von Ihnen wurde sehr detailgetreu umgesetzt. Es gibt auch viele kleine Missionslevel wie zum Beispiel den Helicarrier oder Manhattan, die noch einmal viele Dinge zum Einsammeln, Rätseln und Entdecken liefern.

Bestückt wird das Abenteuer mit sehr gut inszenierten Videosequenzen, die zwischen den Leveln gut platziert worden sind und für gute Stimmung sorgen. Hier zeigt das Entwicklerstudio erneut, wie gut sie die Balance zwischen ernsthafter Action und Lego-Humor vereinen konnten.

Stein für Stein

Die Level bieten auch diesmal allerlei Rätsel und können den ein oder anderen schon ein wenig mehr fordern, als man es auf den ersten Blick vermuten würde. Elemente, die an Orten platziert sind, die man so nicht direkt erreichen kann, lassen einen schnell erfinderisch werden. Gerade in solchen Momenten wird klar, dass man auf die übliche Art und Weise nicht weiterkommt und man sich etwas ausdenken muss um ein Objekt zu ergattern. Um die 100 Prozent im Spiel zu erreichen ist es zudem von Nöten, die einzelnen Level erneut durchzuspielen, allerdings mit anderen Charakteren. Viele Gegenstände lassen sich nämlich nicht mit jedem Charakter erreichen, so dass ein zweiter Durchlauf erfolgen sollte.

Wenn man alle Items und versteckte Objekte freischalten möchte, kann ein Level auch gut eine Stunde andauern.

Das perfekte Koop-Spiel?

Das Spiel wird immer mit zwei Superhelden gespielt, wovon ihr selbst nur einen zur selben Zeit steuern könnt. Der zweite Held läuft mit euch mit und unterstützt euch tatkräftig. Mit dem Drücken der Dreieck-Taste (PlayStation 4) wechselt ihr zwischen den Figuren und könnt somit die Fähigkeiten beider nutzen und sogar zusammen kombinieren.

Eines der tollsten Features der Lego-Spiele ist die Möglichkeit, die Story im Koop durchzuspielen. Man kann die Story zwar allein spielen, aber wenn jemand dazu stoßen möchte, drückt er auf einem zweiten Controller einfach den “Options”-Button (PlayStation 4) und schon ist man im Geschehen und spielt direkt mit. Auch hier leistet der sogenannte “dynamische Splitscreen” ein weiteres Mal gute Arbeit und zeigt, wie ein Splitscreen funktionieren muss.

Viele Möglichkeiten, wenig Hilfe

Ich liebe die Lego-Spiele und finde es immer wieder toll, wie gut alles inszeniert worden ist – vor allem, wie gut die Film-Vorlagen interpretiert und humorvoll adaptiert werden. Das Spielprinzip ist meist sehr einfach und man kommt schnell auf die richtige Lösung, allerdings hätte einem Einsteiger ein kurzes Tutorial gefehlt. Es ist oft nicht direkt offensichtlich, welche Taste man nun drücken muss. Zum Beispiel beim Zusammensetzen von Lego-Steinen ist ein Neuling eventuell etwas überfordert.

Als ich das Level Manhattan erreicht hatte, fehlte mir leider eine Hilfe, wohin ich nun gehen muss. Auch die Karte auf dem Bildschirm unten links half mir dabei nur wenig, abgesehen davon, dass sie mir mit gefühlt 500 bunten Punkten gezeigt hat, wo es etwas zum Einsammeln gibt.

Letztenendes halfen die leicht transparenten hellblauen Steine auf der Straße, den Weg zu finden. Für einige mag das eine logische Sache gewesen sein, diesen Steinen zu folgen, allerdings hatte ich das selbe Phänomen in einem früheren Lego-Spiel schon einmal erlebt und wusste nicht, dass ich mich daran orientieren muss.

Hat man dieses Prinzip jedoch einmal verstanden, ist es ein Leichtes, das entsprechende Ziel zu finden. Vor allem bei einer jungen Zielgruppe, wäre hier eine kurze Erklärung vielleicht etwas besser.

Fazit

Die Lego-Spiele sind grundsolide und machen einen sehr sauberen und ausbalancierten Eindruck. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich am Spielprinzip seit langem nicht viel geändert hat. Das Spiel funktioniert technisch einwandfrei und weist kaum Grafikfehler auf – lediglich in Manhattan sah ich eine Figur ständig durch eine Wand laufen, was aber der großen und offenen Welt geschuldet sein dürfte. Auch der Soundtrack wurde eins zu eins von den Filmen verwendet, was dem Spiel direkt einen heimischen Touch verleiht. Die Steuerung hat an ganz wenigen Stellen ein paar knifflige Momente, die ich aber nicht als störend empfunden habe. Dank der humorvollen und sehr originellen Umsetzung der verschiedenen Levels und dessen Videosequenzen macht es wieder großen Spaß, das neue Abenteuer mit den Avengers zu bestreiten. Es wird viel fürs Geld geboten und man kann locker bis zu 20 Stunden mit dem Spiel verbringen, wenn nicht sogar noch einiges mehr. Traveller’s Tales macht es möglich, dass Lego mehr ist als nur Kinderspielzeug.

Getestet wurde die PlayStation 4-Version des Spiels.

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