Miku Hatsune live im Konzert

Die virtuelle Sängerin der Project Diva-Reihe ist auf Europa-Tour.

Die Halle bebt, die Band rockt und die Sängerin begeistert das Publikum. Es ist ein fast ganz normales Konzert an einem Wintertag in der Lanxess Arena. Allerdings ist die Stimme, die hier hunderte von Menschen begeistert gar nicht echt. Sie gehört der virtuellen Idol-Sängerin Miku Hatsune und diese ist kein lebender Mensch.

Was ist eigentlich Vocaloid? Viele Gamer kennen die beliebten Gesangs-Stimmen nur aus den Project Diva-Spielen, wovon zuletzt Hatsune Miku: Project DIVA Future Tone DX erschienen ist und das VR-Spiel Hatsune Miku: VR Future Live. Doch eigentlich steckt viel mehr dahinter.

2007 wurde Miku Hatsune das erste Mal als künstliche Gesangsstimme von Crypton Future Media vorgestellt, als Teil der der synthetischen Stimmtechnik von Vocaloid2. Die künstliche Stimme konnte hier in japanischer Sprache verschiedene Tonlagen erreichen und war prädestiniert für den Gesang. Schnell wurde das virtuelle Mädel zur schillernden Pop-Ikone, die inzwischen internationale Konzerte gibt. Auch auf Youtube ist Hatsune Miku weit verbreitet und bekannt. Dort findet man etliche Songs mit ihr und anderen künstlichen Stimmen. Doch kann eine virtuelle Stimme auch „live“ mit einer realen Band überzeugen?

Die Hatsune Miku Expo ist das erste Live-Konzert der bekannten virtuellen Pop-Ikone in Deutschland.

Am vierten Dezember 2018 war es dann soweit und Miku Hatsune gab ihr erstes offizielles Konzert in Deutschland unter dem Titel Hatsune Miku Expo. Als Halle diente die Lanxess Arena in der Nähe vom Bahnhof Köln Deutz. Zuvor gab es ein Konzert in Paris und als nächstes geht es für das japanische Pop-Sternchen weiter nach London.

Um Punkt 20:00 Uhr ging es los. Miku Hatsune zeigte keine Starallüren und ließ die Fans nicht warten, die den Saal der Konzerthalle schon gut gefüllt hatten. Auf der Bühne wurde dann mit optischen Tricks gearbeitet, um das virtuelle Pop-Idol herumlaufen und tanzen zu lassen, während links und rechts daneben die Band spielte. Durch die coolen Licht- und Schatten-Effekte wirkte es tatsächlich fast so, als wäre das 3D-Model auf der Bühne echt. Das war wirklich beeindruckend.

Auch die typischen Show-Effekte wie Nebelmaschinen, Laserlichter und Monitore sorgten für ein beeindruckendes Gesamterlebnis. Die Tontechnik war sauber und alles hörte sich stimmig an.

Zur Bühnenshow wurde ein wahres Effektgewitter abgefahren, was das Publikum begeisterte.

Überraschender Weise begrüßte die japanische 3D-Dame das Publikum nach den ersten Songs mit ein paar deutschen Worten. Dabei war es schön, dass selbst die Worte „Hallo Köln! Die Party hat gerade erst angefangen. Seid ihr bereit? Alles klar! Los geht‘s!“ einen putzigen, japanischen Akzent hatten.

Schön war es auch, dass neben Miku Hatsune auch noch die anderen Mitglieder der Vocaloid-Familie anwesend waren. Auch der Frauenschwarm Kaito, die sinnliche Meiko, die charmante Luka und natürlich auch die Kids Rin und Len traten auf der Bühne auf und sorgten mit ihren 3D-Darstellungen für eine begeisterte Stimmung.

Fast genauso beeindruckend wie das Bühnenprogramm waren auch die Fans im Konzert. Einige kamen im Miku-Cosplay oder anderen aufwendigen Outfits zum Konzert und wieder andere hatten Plüsch-Mikus dabei. Doch die meisten hatten einen oder sogar mehrere große Leuchtstäbe dabei, die in verschiedenen Farben leuchten konnten. Dies das demonstrierten die Fans auch ausgiebig während der Musik-Acts, indem sie bei Mikus Auftritt traditionell grün leuchteten, bei Kaito blau und bei Rin & Len dann gelb. Die Besucher schalteten die Leuchtstäbe so passend und schnell um, dass man fast glauben konnte, dass die Farben seien vom Veranstalter gelenkt worden.

Die Begeisterung für die virtuellen Sängerinnen und Sänger war so groß, sodass Miku Hatsune am Ende noch als Zugabe ganze drei weitere Songs zum Besten gab. Es war einfach eine tolle Stimmung und so konnte jeder Fan sein Idol so nah wie nie zuvor erleben.

Natürlich gab es auch Merchandise zu kaufen, allerdings nur für kurze Zeit. Die Fans kauften so schnell die T-Shirts, Poster und anderen Kram, dass binnen kürzester Zeit die Stände leer waren. „Sowas habe ich noch nicht erlebt“, meinte einer der Mitarbeiter. Aber es ist auch kein Wunder, da Fan-Artikel von Miku Hatsune trotz des Erfolges hierzulande nicht so schnell zu bekommen sind.

Das große Konzert von Miku Hatsune in Köln war also ein voller Erfolg. Das Publikum war begeistert und auch die Veranstalter dürften sich über die positive Resonanz gefreut haben. Eventuell werden wir es ja in Zukunft häufiger erleben, dass wir virtuelle Pop-Stars in Deutschland live auf einem Konzert hören können.

Miku war einfach der Star des Abends in der Lanxess Arena.

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Schlagwörter:project diva , vocaloid