Zielgruppe soll erweitert werden

Wer an Nintendo denkt, denkt an Charaktere wie Super Mario, Pikachu, Kirby oder Link – […]

Wer an Nintendo denkt, denkt an Charaktere wie Super Mario, Pikachu, Kirby oder Link – allesamt knallbunte Charaktere, welche vor allem Kinder ansprechen. Dies brachte dem japanischen Unternehmen und dessen Hardware den Ruf ein, eine Konsole für Kinder zu sein, und wenn man die sehr kindgerechten Produkte von Nintendo unter die Lupe nimmt, scheint man damit bisher kein Problem gehabt zu haben.

Das soll sich jedoch unter dem neuen Präsidenten Tatsumi Kimishima ändern. Dieser hat nun die Pläne für die kommenden Monate und Jahre vorgestellt und will damit neue Zielgruppen erschließen.

In einem offenen Brief an Investoren und Aktionäre schrieb Kimishima, dass man in den kommenden Monaten ehemalige Nintendo-Spieler zurückgewinnen aber auch bis dato Nintendo-scheue Jünger für sich gewinnen will.
In anderen Worten heißt das, dass man wohl verstärkt auf die Zielgruppe der jungen Erwachsenen abzielt, denn diese sind wohl diejenigen die man überhaupt „zurückgewinnen“ kann.

Neben der erweiterten Zielgruppe möchte man auch den langfristigen Erfolg des Unternehmens auf verschiedenen Säulen aufbauen. Dabei ist vor allem die unter dem Codenamen Nintendo NX bekannte, wahrscheinlich nächstes Jahr erscheinende, neue Konsole zu erwähnen, welche wohl als zentrale Säule dient.
Auch die Mobile-Games Sparte, die äußerst erfolgreichen Amiibos, sowie künftige IPs und Themenpark Initiativen sollen bei der Gewinnmaximierung behilflich sein.

Auch wenn sich “Nintendo (…) weiterhin flexibel verwandeln“ wird, indem man sich „an die sich ändernden Zeiten” anpasst, so Kimishima weiter, möchte man nicht den „Geist der Originalität“ und den wahren „Wert der Unterhaltung“, welcher Nintendo auszeichnet, vernachlässigen.

Die Zeit wird zeigen, ob Nintendo den vorbeigezogenen Konkurrenten aus dem Hause Sony und Microsoft mit der neuen Ausrichtung noch einmal die Krone streitig machen kann.

 

Kommentare
Justin Aengenheyster 30. Dezember 2015 um 10:07 Uhr

Oh okay. In einem anderen Artikel habe ich zwar auch von der Zielgruppenerweiterung gelesen, nicht aber, dass damit eine gewisse Altersschcht angepeilt wird. Es ist aber genau die Information, die ich bei dem Lesen des Titels erwartet und mir auch erhofft habe.
Bisher habe ich das Ganze eher so verstanden, dass die Zielgruppe schlichtweg dahingehend erweitert werden soll, auch die Nicht-Spieler durch aggressiveres Marketing auf Nintendo-Entertainment-Produkte aufmerksam zu machen.

Nun meine Frage: Ist es die Intention Nintendos, mehr Konsumenten heranzuziehen, welche keinen Kinderstatus innehaben oder mag die Firma einfach nur „mehr“ Leute mit ihren Produkten begeistern.
(Auch wenn es wohl auf dasselbe hinausläuft, wären die Schwerpunkte wohl anders verteilt)

Denn: Heutzutage spielen ja auch schon genügend Erwachsene Gamer Nintenospiele, da diese extra oftmals ohne Altersstempel designt sind. Mehr Gamer = automatisch auch mehr Erwachsene durch aggressiveres Marketing.
Oder: Vermehrt Spiele in ernsterer Aufmachung?

Ich hoffe, meine Frage ist klar geworden.

    Stefan 30. Dezember 2015 um 12:16 Uhr

    Das ist genau die Frage die Nintendo uns hoffentlich mit der Präsentation der NX beantwortet. Ich glaube nicht, dass Kirby auf einmal eine brutalere Note verpasst bekommt oder Mario im GTA Stil durch die Welten marschiert.

    Die Lösung für Nintendo wird denke ich wie so oft irgendwo in der Mitte liegen:

    – Mit der Wii U hat man den 3rd Party Support größenteils verloren, das sticht direkt ins Auge wenn man die verzögerten Veröffentlichungen sieht und die schwachen Verkaufszahlen dieser Spiele – hier wird man denke ich auch durch eine bessere Hardware die Konsole für EA und Co. wieder attraktiver machen wollen.

    – Ich kenne niemanden der sich mit Videospielen auskennt, egal wie alt er ist, der sagt, dass Smash Bros. und Mario Kart langweilig und kindisch ist.
    Hier wird definitiv auf der NX für Nachschub gesorgt werden, da das mMn DIE Nintendo-Mainstream-Spiele für den westlichen Raum sind.

    – Hinzu kommen, schätze ich, neue und exklusive Franchises. Nintendo hat zwar einen breiten Katalog an Charakteren aus den verschiedensten Universen, bedient sich aber viel zu oft an ihnen, die Anzahl der Charaktere die aus dem Mario-Universum ein eigenes Spiel erhalten haben ist ja schon beeindruckend (Toad, Mario, Luigi, Wario, Yoshi, strengenommen auch Donkey Kong usw.), auch die Anzahl Spiele (Mario Football, Tennis, Golf, Kart, Smash Bros usw.) sprechen für sich, und es ist auch gut, dass Nintendo weiterhin auf DEN Videospielcharakter schlechthin baut, aber mir persönlich fehlen hier auch bisher interessante neue Universen.

    – Wie du selbst sagst, muss Nintendo deutlich mehr in Marketing stecken, ich weiß noch als zu Gamecube und Wii Zeiten reihenweise die Nintendo Werbung über die Bildschirme lief, seit dem Wii U Release merke ich davon nur selten etwas. Mit Sicherheit sind da auch nicht-Spieler für Nintendo interessant, aber in Zeiten des Smartphones ist ja schon fast jeder ein Gamer der Angry Birds und Doodle Jump auf dem Handy hat, es fällt schwer diese dahingehend einzustufen wie viel Gamer man ist.

    Aber wie gesagt, das ist nur meine persönliche Meinung, wie man sich das bei Nintendo vorstellt wird hoffentlich die Zukunft zeigen.

      Justin Aengenheyster 30. Dezember 2015 um 13:05 Uhr

      Hui, nun haste das Thema aber ordentlich ausgeweitet; danke für diese Ausführlichkeit.

      Nintendo darf nicht wieder den Fehler begehen, 3rd-Party-Entwickler kurz vor knapp ins Boot zu zerren. Sie müssen von Anfang an kooperieren, damit Entwickler was mit der Technik anzufangen wissen und auch genügend Zeit haben, was ebenfalls bedeutet, dass die Architektur der NX keine exotischen Sprünge machen sollte.

      Leider gibt es dieses Henne-Ei-Problem: Durch zu wenig Games verkauft sich die Wii U spärlich, Entwickler sehen dieses Dilemma und springen ab, verlangen, dass zunächst Verkaufszahlen steigen sollen, damit man Nitendo’s Konsole miteinbezieht. Die Gamer/Endkunden sehen, dass zu wenig Games kommen, werden auf diese Nachrichten aufmerksam und kaufen erst recht keine Wii U. Das ist echt traurig mit anzusehen, wenn man Fan von Nintendo ist. Bei der Wii U wurden massenhaft Fehler begangen – damit meine ich nun nicht die Konsole an sich, sondern der wichtige Kern drumherum (Marketing, frühe Einbeziehung von 3rd-Party-Entwicklern, Namensgebung, Fehlschlag der Kommunikation bezüglich der Besserungen, statt nur eine Update-Konsole zum Vorgänger geliefert zu haben und und und)

      Und ja, ich denke auch, dass Nintendo mit neuen, exklusiven Franchises aufwarten wird, vor allem nach dem Erfolg einer neuen IP a la „Splatoon“, welche für ihre Verhältnisse durch die Decke ging.

      Ich habe aber durchaus ein gutes Gefühl bei der Sache. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass Nintendo nochmals dieselben Fehler begeht, vor allem nach der „Wii U-Pleite“. Kimishima bestätigte zum Glück schon, dass NX mit einem brandneuem Konzept überzeugen mag und nicht in die Richtung Wii/U driftet.

      Einige äußern schon scherzhaft: N64.. Erfolg, Gamecube.. Misserfolg, Wii.. Erfolg, Wii U.. Misserfolg, NX.. Erfolg!