Abends, wenn die Sonne die Stadt in einem romantischen orange-rot taucht, da wartet Asuka nach der Schule auf uns. Ja, auf uns, den Spieler! Leicht verschüchtert kommt die eigentlich sehr lebhafte Ninja-Dame im Klassenzimmer auf uns zu und wir halten Händchen. So romantisch beginnt der Einstieg in Senran Kagura Reflexions für die Nintendo Switch.

Doch was ist das eigentlich für ein Spiel, bei dem wir mit den Joy-Cons auf Tuchfühlung mit einer der bekannten Figuren aus der Ninja-Spielereihe Senran Kagura gehen? Technisch gesehen ist es eine feuchtfrivole Mini-Spielsammlung mit einem Schulmädchen. Andererseits mutet es auch wie eine Dating-Sim an. Und dann ist es auch noch irgendwie wie ein Rhytmusspiel.

Im Klassenzimmer fängt alles an.

Puppenspiel

Für den kleinen Download-Titel haben wir zu Beginn schon einige Modi zur Auswahl. Neben dem Haupt-Modus „Reflexology“, wo wir die Geschichte nachspielen können, gibt es auch eine Art Trainings-Modus („Mini-Reflexology“), bei dem wir Asuka ausgiebig und ohne Zeitlimit massieren können.

Dann haben wir da noch den Modus „Dress-Up“, bei dem wir unsere Heldin Asuka in verschiedene, erspielte Klamotten stecken können. So haben wir quasi eine Barbie-Puppe für Gamer mit Hang zu Anime-Girls.

Und im letzten Modus, dem „Diorama“-Modus, können wir Asuka in unseren ausgewählten Klamotten im Klassenzimmer auch noch entsprechend posieren lassen. Da gibt es verschiedene Posen, aus denen wir auswählen können, so dass wir sie nicht nur wie Barbie anziehen konnten, sondern quasi nun auch mit ihr wie mit einer Puppe spielen können.

Wir haben eine große Auswahl as Kleidung und Accessoires, unsere Asuka einzukleiden.

Gameplay

Wenn wir im Hauptspiel zu Beginn Asukas Hände in die unseren nehmen, sind wir in der Lage mit den Joy-Cons verschiedene Bereiche ihrer sanften Pfötchen zu streicheln oder zu reiben. Dazu bewegen wir die Joy-Cons (wahlweise auch die Analog-Sticks) und versuchen ihren Herzschlag zu spüren. Das geht an den Handinnenflächen, den Daumen und auch den einzelnen Fingern.

Je nachdem, wo wir Asuka gerade gestreichelt haben, gerät unser Herzschlag in Einklang – so jedenfalls laut Beschreibung des Spiels. Daraufhin bekommen wir verschiedene Visionen zu Gesicht, die unterschiedliche Szenarien beschreiben, wie zum Beispiel Asuka als sportliches Schuldmädchen nach dem Sportunterricht oder Asuka als starke Kriegerin mit Verspannungen. Jedes Szenario läuft allerdings gleich ab. Asuka muss massiert werden und wir als ihr Senpai, Untergebener oder Kumpane widmen uns bereitwillig dieser Aufgabe.

Zunächst müssen wir mit einer einfachen Massage anfangen. Dafür erscheinen unsere virtuellen Hände auf dem Bildschirm, die wir mit den Joy-Cons direkt kontrollieren können. Mit gezielten Schlägen oder Druckmassagen bringen wir dann das kleine Ninja-Mädchen in Stimmung. Man kann das auch mit den Analog-Sticks machen, aber die Bewegungssteuerung mit den Joy-Cons funktioniert sehr intuitiv und einfach.

Vorsichtig bewegen wir unsere Hände über den Körper der zarten, jungen Dame.

Der Hintergrund verändert sich dabei leicht und wir können schon bald Herzchen sehen. Und sobald dann oben rechts das „Finisher“-Zeichen auftaucht, können wir es aktivieren und geraten in ein weiteres Minispiel. Hier klopfen wir dann Asukas Beine ab, wobei wir nun besonders darauf acht geben müssen, nicht zu feste, aber auch nicht zu lasch zu schlagen und das Ganze dann im richtigen Rhythmus. Diesmal läuft aber auch eine Zeit ab, so dass wir uns beeilen müssen, Asukas Wohlfühlmeter zu füllen.

Wenn wir gut waren, füllt sich gegen Ende dann ein Kristall. Und eventuell schalten wir auch ein neues Mini-Spiel und weitere Extras frei. So können wir dann noch weitere Elemente benutzen, um Asuka mit Massagen zu verwöhnen wie ein Roller für die Beine oder einem Massage-Gerät, welches ein kleines bisschen nach einem Vibrator aussieht.

Und wenn wir den Kristall vollständig gefüllt haben, erhalten wir nach jedem neuem Spiel ein neues Puzzle-Teil für das Herz von Asuka. Ziel ist es, alle Teile zusammen zu bekommen und Asukas Herz wiederherzustellen.

Auch eine Bürste ist eines der Hilfsmittel zum Massieren. Hier müssen wir unter Zeitdruck nicht zu feste oder zu locker massieren.

Technik

Als Senran Kagura Reflexions für die Nintendo Switch angekündigt wurde, war das HD-Rumble-Feature der Joy-Cons groß im Fokus. Davon ist jetzt im fertigem Spiel leider nicht mehr so viel zu spüren. Die Steuerung funktioniert prima mit diesen Controllern, aber das Feedback ist nicht ganz so revolutionär wie damals angepriesen wurde.

Dafür bietet das Spiel eine wirklich angenehme Anime-Optik, die gerade durch satte Farben und schickem Artstyle hervorsticht. Zwar ist die grafische Opulenz immer noch nicht auf dem Niveau von großen Triple-A-Titeln, aber Senran Kagura Reflexions hat sich zu den anderen Titeln der Reihe noch einmal verbessert.

Auch die Animationen und Gesichtszüge sind wirklich gut gelungen. Man kann an der Körpersprache und der Mimik von Asuka erkennen, wie sie sich gerade fühlt und ob man etwas falsch gemacht hat. Natürlich auch zum Teil sehr übertrieben dargestellt, so dass gar kein Zweifel besteht, was man gerade richtig oder falsch gemacht hat.

In verschiedenen Szenarien spielen wir unterschiedliche Momente nach, wo Asuka plötzlich massiert werden muss.

Soundtechnisch macht das Spiel keine Quantensprünge. Die Musik plätschert unbemerkt im Hintergrund vor sich hin und sorgt im besten Falle für eine leichte Unterstützung der aktuellen Emotionen von Asuka. Dagegen sind die Sound-Effekte durchaus solider und geben uns immer das passende Audio-Feedback.

Die Sprachausgabe ist für Anime-Fans gewohnt gut. Natürlich spricht Asuka nur japanisch, aber ihre Sätze werden in Textboxen unten (englisch) übersetzt, so dass man auch ohne Japanischkenntnisse den Titel genießen kann. Schön ist natürlich auch, dass die junge Shinobi-Lady unsere Massage-Bemühungen entsprechend kommentiert.

Zu sexy?

Natürlich muss man sich auch fragen, ob das Spiel nicht vielleicht ein wenig zu sexy geraten ist. Wir massieren ein junges Mädchen, die freudig auch mal erotisch aufstöhnt und sich in sexy Posen hin- und herbewegt. Auch die meist sehr zweideutigen Hilfsmittel und die Tatsache, dass wir Asuka auch mit einem Schlauch nass spritzen können, dürfte für einige Spieler doch eher sauer aufstoßen.

Doch die Zielgruppe ist für das Spiel natürlich eine ganz andere. Das verheimlicht das Spiel auch nicht, so dass Menschen mit dem Hang zu verrückt-erotischen Anime-Games hier voll auf ihre Kosten kommen. Wir bekommen hier genau das, was wir im Grunde von dem kleinem Download-Titel erwarten. Und mehr möchte Senran Kagura Reflexions auch nicht.

Huch, hier können wir ja unter Asukas Röckchen linsen!

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