Sniper Ghost Warrior 3 – gamescom Eindruck & Fazit

Sniper Ghost Warrior 3 versucht nun, die drei namensgebenden Pfeiler zu vereinen. Wir haben es auf der gamescom angespielt!

CI Games (ehemals City Interactive) gehen mit Sniper Ghost Warrior 3 in die dritte Runde des Shooters, der nicht so richtig weiß, was er will. Schließlich hatte bereits der erste Teil brachiale Actionszenen, die nicht so recht in den Kontext „Sniper“ passen wollten. Darum hat man nun umgedacht und so präsentierte uns einer der Entwickler die drei Säulen von Sniper Ghost Warrior 3: Sniper, Ghost und Warrior. Verrückt!

Das Ziel der Entwicklung ist es, dass man jede Mission in einem bestimmten Stil oder einer Kombination mehrerer Vorgehensweisen absolvieren könne, wobei jede Aktion auf ein separates Konto geht, das letztlich zur Freischaltung neuer Fähigkeiten in einem Bereich führt. Es klingt daher empfehlenswert, sich zu fokussieren, um kein Master of None zu werden. Dennoch präsentierte man uns live Gameplay, in welchem der Entwickler zuerst einen Bahnkomplex mit seiner fliegenden Drohne ausspähte, um daraufhin gezielt die gegnerischen Scharfschützen und Wachposten auszuschalten. Danach schlich er sich rein, entwendete einige Dokumente und holte letztlich die AK heraus, um es richtig krachen zu lassen. Nach dieser Demonstration durften wir selbst ran.

Zuerst landete ich im Unterschlupf des Spielercharakters, eines US-Scharfschützen, in einer Höhle mitten in Georgien. Nach einer kurzen Session Waffenaufrüstung wählte ich eine Attentatsmission. Darauf folgte die Erkenntnis, dass das Spiel eine etwas Far Cry-oide Open World-Struktur nutzt; auf Türme musste man in der Demo jedoch nicht klettern. Leider empfahl der Entwickler, das Schnellreisesystem statt das Auto zu nutzen. Irgendwie schade.

Am Missionsort angekommen wurde der originalgetreue alte sowjetische Wohnblock ausgespäht und Gegner markiert. Da ich die Mission als Ghost absolvieren wollte, nahm ich mir Zeit, alle Positionen auszuspähen, bevor ich reinging. Kurz darauf fing es an, kräftig zu regnen und ich starrte etwas zu lang in die wunderschön animierten Pfützen. Dann kletterte ich ohne Feindkontakt eine der verlassenen Plattenbauten hoch, nur um festzustellen, dass ich im falschen Gebäude bin. Leider drängte der Dev an dieser Stelle auch schon, dass die Zeit bald rum sei, also eröffnete ich das Feuer vorsichtig per schallgedämpftem Bolzenlader.

Besonders schön ausgearbeitet war dabei die Zielmechanik: Das Zielfernrohr ist ein Bild-im-Bild, ähnlich etwa Red Orchestra 2, bei dem das Rädchen für die Zielentfernung vom Charakter tatsächlich bedient wird. Für einen sauberen Schuss muss daher zuerst der Rangemeter befragt werden, anschließend das Fadenkreuz justiert und der Wind beachtet werden. Einen roten Punkt mit dem tatsächlichen Aufprallpunkt (wie noch im ersten Teil der Serie) gibt es nicht. Der Schützenmodus ist ergo, um es mit den Worten des Entwicklers von CI Games zu sagen, zugänglich, aber nicht einfach.

Leider ging die KI als Antwort auf mein Feuer einigermaßen kompetent in Deckung, sodass ich selbst mit der AK raus musste. Doch es standen noch zu viele Soldaten auf ihren Beinen, sodass es nur ein sehr kurzer Ausflug wurde und die Demo damit für mich endete.

Sniper Ghost Warrior 3 fiel in erster Linie durch seine sehr ansehnliche Graphik auf und die Details beim Justieren des Gewehres gefielen mir gut. Leider erweckte der Warrior-Modus eher den Eindruck eines klassischen Militärshooters. Und wie ausgearbeitet das Stealth-System für den Ghost ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Dennoch machten CI Games mit dem neuen Titel eine gute Figur, sofern man denn auf hartgekochte US-Operator im Feindgebiet steht. Das Release ist für den 27. Januar 2017 auf PC, Xbox One und PS4 angesetzt.

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