Test – ADR1FT

Unendliche Weiten, eine zerstörte Raumstation und jede Menge Sauerstoff.

Der Weltraum ist wieder voll im Trend. Nach den Filmen Gravity und Interstellar, gibt es wieder eine Welle zum Thema Raumfahrt & Co. Die Entwickler Three One Zero haben dies erkannt und prompt ein frisches Konzept auf den PC und Konsolen gebannt: Willkommen bei ADR1FT.

Das Spiel ADR1FT wirkt auf den ersten Blick sehr innovativ. Okay, das Weltall ist nicht wirklich neu und auch Explosionen darin haben wir mit Sicherheit schon in mehr als einhundert Filmen gesehen. Dennoch hat das Entwicklerstudio sich der Sache angenommen und ein packendes Geschicklichkeits-Drama-Action-Videospiel daraus gemacht.

Was ist da nur passiert?

Das Spiel beginnt ziemlich verwirrend. Wir befinden uns in einem Raumanzug in einer Kapsel. Wir beginnen mit einem kleinen Tutorial und befinden uns innerhalb dieser Kapsel, müssen uns bewegen und Gegenstände geschickt einsammeln. Sauerstoff-Pakete, Schüsselkarten, diese Dinge müssen eingesammelt und verwendet werden. Nach dem kurzen Tutorial steigen wir aus der Kapsel und finden vor uns das totale Desaster: eine Raumstation, die in mindestens 100.000 Teile explodiert ist. Dabei ist diese Zahl womöglich nicht einmal über-, eher untertrieben. Wir merken sofort, hier ist alles im Eimer – und wir müssen mit der Situation zurechtkommen.

Bewegen wie eine Gazelle

Nun gut, wir wissen jetzt, dass wir eigentlich verloren sind. Raumstation hinüber, sogar mein Raumanzug hat Probleme und geht mit der Zeit immer mehr in die Binsen. So müssen wir uns ständig mit Sauerstoff versorgen, um nicht zu ersticken. Ebenso die im Tutorial gezeigten Schlüsselkarten, mit denen wir uns Türen öffnen müssen, müssen immer gesammelt und verwendet werden. Wir wissen meist kaum, was eigentlich passiert ist; Audiologs und E-Mails geben einem daher meist nur ein paar kleine Hinweise und wir lernen die Personen der Raumstation ein wenig mehr kennen.

Das Spiel stellt einen ein wenig auf die Probe. Das Fortbewegen im Raumanzug ist größtenteils ein Geduldspiel. Natürlich, wir sind im Weltall und da ist nun einmal alles etwas anders als auf der Erde. Der Kern des Spiels ist, von A nach B zu gelangen, nicht zu ersticken und dabei möglichst wenig anzuecken. Kontakt mit Gegenständen schlägt sich zudem auf den Zustand eures Anzuges aus.

Wohin geht die Reise?

Sobald wir uns mit der Steuerung beschäftigt und den Raumanzug kennengelernt haben, geht es an die eigentliche Aufgabe: Was ist hier passiert und wo muss ich hin? Auf das Was gehen wir hier einmal nicht ein, um nicht zu spoilern. Das Wohin dagegen ist oftmals die große Frage aller Fragen, denn hier wird es einem nicht unbedingt leicht gemacht. Wir finden im Blickfeld oft ein paar Markierungen, zu denen wir gelangen müssen. Diese sind oftmals schwer zu deuten, sodass wir nicht gerade selten ersticken, da wir uns verschätzen. Auch wenn es Sauerstoff im Überfluss gibt, endet ein Fehler in der Navigation oft mit dem Erstickungstod, wenn die Strecke doch etwas zu abwegig oder weit gewesen ist.

Die totale Realität?

ADR1FT kommt auf dem PC mit VR-Unterstützung daher. Die getestete PlayStation 4-Version hat bisher keine PlayStation VR-Unterstützung erhalten, daher wird in diesem Test leider darauf verzichtet. Aber dennoch ist das Spiel auch ohne VR genießbar. Das Abenteuer belohnt einen mit einer tollen Aussieht auf die Erde und man hat hin und wieder das Gefühl, dass man sich wirklich im Weltraum befindet.

Trotzdem ist die Optik oftmals nicht perfekt. Texturen der Erde sind an einigen Stellen unscharf und pixelig. Hier hätte ich wirklich mehr erwartet, denn gerade hier hätte ein gestochen scharfes Bild einen großen Mehrwert in der Atmosphäre geschaffen. Auch die Framerates sind nicht immer ideal und das stört einen dabei, wirklich eintauchen zu können.

Hans Zimmer, wo bist du nur?

Eine Sache ist klar, es ist ein Spiel und kein Film. Auch wenn ich seit dem Gang ins Kino noch immer vom Film Interstellar fasziniert und gleichzeitig verwirrt bin, hat sich vor allem der extrem beeindruckende Soundtrack in meinen Kopf eingebrannt. Irgendwie hatte ich gehofft, zumindest ansatzweise einen so passenden Soundtrack im Spiel finden zu können. Leider wurde ich enttäuscht und ich kann mich noch kaum an einen Magic Moment, Gänsehaut oder beeindrucke Szene mit dramatischer Musik erinnern.

Fazit

ADR1FT macht einige Sachen sehr gut, wenn diese auch nicht so zahlreich wie die ärgerlichen Problemchen daherkommen. Auch wenn es realistisch ist, sich ausschließlich so träge im Weltall bewegen zu können, macht dies gerade den Einstieg sehr zäh und frustrierend. Technisch ist das Spiel in Ordnung, spart aber an den Ecken, auf die es ankommt. Texturen sollten in Zeiten von viel Arbeitsspeicher kein Thema mehr sein dürfen. Musikalisch blieb leider kein bleibender Eindruck, was sehr schade ist. ADR1FT ist für zwischendurch ein tolles Erlebnis und man bekommt einen netten Eindruck vom Weltall und dessen Kulisse. Aber trotzdem darf man nicht zu viel erwarten. Eine Fortsetzung mit einigen Verbesserung würde ich mir dennoch gerne anschauen wollen.

Getestet wurde die PlayStation 4-Version, ohne PlayStation VR Unterstützung.

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