Test – Assetto Corsa

Mit Assetto Corsa ist ein weiterer Kandidat in Sachen Renn-Simulation auf den Konsolen erschienen.

Einmal ein echter Rennfahrer sein. Das ist schon lange möglich, zumindest virtuell. Neben den vielen bekannten Arcade-Racern in der Welt der Rennspiele gibt es auch die etwas andere Art an Spielen, die einen etwas mehr fordern: Rennsimulationen. Genau aus diesem Genre stammt die kürzlich erschienene Konsolenumsetzung von Assetto Corsa von den Entwicklern bei Kunos Simulazioni. Aber was macht den Titel besonders – wo sind seine Schwächen?

Perfektion im Geschehen

Assetto Corsa ist für detailverliebte Rennspiel-Fans wie gemacht. Unglaublich viele Einstellungen bieten eine Vielzahl an möglichen Möglichkeiten. So viele Einstellungen, dass ein Gran Turismo oder Forza beinahe wie ein reiner Arcade-Titel daherkommt. Motor, Aufhängung und Stoßdämpfer, um nur ein paar mögliche Einstellungsmöglichkeiten zu nennen, lassen sich vielfältig anpassen und damit herumexperimentieren.

Story-Modus à la carte?

Der Story-Modus im Spiel ist leider ein großer Schwachpunkt des Spiels. Vieles wirkt lieblos und etwas einsam. Die Menüs sind zwar sehr sauber und übersichtlich strukturiert, aber dem Ganzen fehlt in der Aufmachung etwas das Leben. So obliegt es dem Spieler, von einer Veranstaltung zur nächsten zu fahren, um sich in Sachen Punkte einen Namen zu machen. Hier muss schon ein wenig Durchhaltevermögen bewiesen werden, da die Story einen nicht gerade dazu auffordert, die Karriere weiter zu verfolgen. Hier wäre etwas mehr Liebe zum Detail wichtig und schöner gewesen.

Die KI der Gegner ist in Ordnung und zeigt einem schnell, wo es lang geht. So ist es im Rennen leider keine Seltenheit, dass man von den Gegnern gnadenlos abgehängt wird und es schwer wird, das Feld aufzuholen. Aber es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Nach einiger Zeit kann auch dieses “Problem” mit Hilfe von einigen Übungsrunden überwunden werden.

Technisches Glanzstück

Das Spiel sollte, wenn möglich, immer mit einem guten Lenkrad gespielt werden. Die neue Konsolenversion kann natürlich auch mit einem Controller gespielt werden, bleibt aber lediglich eine Alternative für Notfälle. Hier zeigt sich einmal mehr, dass die Entwickler auf einige Dinge sehr viel Wert gelegt haben. So spielt sich das Spiel mit Lenkrad nahezu perfekt, wohingegen der Controller meist nur für Frust sorgt. Das Kurvengefühl fehlt ohne Hand am Steuer komplett und auch die vielen technischen Details kommen so kaum zur Geltung. So gehört es beim Spiel zum Standard, dass Reifen und Bremsen verschleißen. Auch geschaltet wird, wie man es bei einer waschechten Simulation erwarten würde, natürlich per Hand und ohne Automatik.

Die Grafik ist gelungen und vor allem die Autos sind sehr schön anzusehen. Verglichen mit Driveclub (PlayStation 4) wurde hier noch einmal eine Ecke obendrauf gelegt. Lediglich das leichte Tearing bei einigen schnellen Kurven hat den Fahrspaß ein wenig gedämpft. Wer sich jedoch auf das Renngeschehen konzentriert, wird das aber kaum bemerken.

Mehr als nur Simulation

Außerdem bietet das Spiel mehr als 200 Fahrzeuge, hinter dessen Steuer man sich setzen darf. Dabei erscheint einem die Fahrzeugliste relativ kurz. Aber aufgrund der vielen Details, den nahezu perfekten Umsetzungen der Fahrzeuge inklusive der Sounds, ist dies aber zu verkraften.

In Sachen Strecken-Vielfalt muss sich das Spiel auch nicht verstecken. Ganze 18 in verschiedenen Kombinationen bietet das Spiel einem an. Mit dabei sind unter anderem Silverstone Circuit, Monza, und die sehr beliebte Nürburgring-Nordschleife. Hier dürfte jeder auf seine Kosten kommen und etwas Passendes finden.

Knallgas mit Musik

Musik wird im Spiel relativ dezent verwenden. Aber bei einem Simulator kommt es auch kaum auf tolle Musik an. Dennoch sind die Menüs immer mit unterhaltsamen Songs bestückt.

Die Motorengeräusche dagegen können sich hören lassen. Hier wurde, ebenso wie bei der Optik, viel Wert auf eine möglichst perfekte Umsetzung gelegt. Wer sich also gerne einmal den Sound eines RUF RT anhören möchte, bekommt hier was er braucht.

Fazit

Assetto Corsa ist für Spieler von Rennsimulationen. Wer ein Arcade-Rennspiel erwartet, wird entweder bitterlich enttäuscht sein, oder eine Karriere à la Sebastian Vettel in Aussicht gestellt bekommen. Der Einstieg ist, vor allem mit Controller-Steuerung, frustrierend und fordernd, wenn auch nicht unmöglich. Wer über den Kauf eines Lenkrads nachdenkt, könnte hiermit den idealen Grund gefunden haben. Technisch ist das Spiel gut, kaum etwas lässt sich bemängeln. Gerade in Sachen Anpassungsfähigkeit und Einstellungsmöglichkeiten wird einem klar, warum es eine Simulation sein möchte. Wer die Herausforderung nicht scheut, sollte sich Assetto Corsa einmal anschauen, es lohnt sich.

Assetto Corsa ist erhältlich für PlayStation 4, Xbox One und PC. Getestet wurde die PlayStation 4-Version.

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