Test – Bannermen

Wir haben das mittelalterliche Echtzeitstrategiespiel, das über Kickstarter finanziert wurde, angespielt.

Nachdem wir auf den letzten beiden Gamescoms bereits Einblicke zu Bannermen bekommen haben, hatten wir nun zu Release auch die Gelegenheit, das Spiel anzuzocken. Wer sich lieber mit Hilfe von audio-visuellen Eindrücken eine Meinung bilden möchte, den kann ich an dieser Stelle auch direkt auf auf unseren Twitch Kanal beziehungsweise auf das exportierte Youtube Video verweisen, das den Kollegen Anton mit den ersten Eindrücken zeigt.
Bannermen ist ein semi-fantasy mittelalterliches Echtzeitsrategiespiel von den schwedischen Entwicklern von Pathos Interactive und wurde von 2tainment gepublisht. Erschienen ist es am 21. Februar und kostet 29,99€.

Technische Anforderungen und Performance

Als technische Mindestanforderungen werden ein Intel Core i3-4340, 6GB Arbeitsspeicher und eine Grafikkarte mit 2GB Video-RAM angegeben, das Spiel sollte also auch auf eher low-end Maschinen relativ flüssig laufen. Dennoch läuft das Spiel mit einer GTX 1080 auf 4k und höchsten Einstellungen lediglich mit rund 35-40 fps, mit niedrigsten Einstellungen immerhin mit rund 75-80 fps. An dieser Stelle muss jedoch auch erwähnt werden, dass sich so einige Bugs und Glitches eingeschlichen haben. So können manche Missionen nicht richtig abgeschlossen werden und müssen wiederholt werden, auch einige Audiobugs sind zu bemerken.

Erster Eindruck

Das Spiel hat eine angenehme Hintergrundmusik, die direkt im Menü schon auffällt. Das ganze Menü sieht modern gehalten aus und ist übersichtlich und intuitiv gestaltet. Die ganze Grafik der Landschaft, der Gebäude und der Einheiten ist erstaunlich schön, nahezu fotorealistisch, jedoch lässt die grafische Gestaltung des Ingame Menüs zu Wünschen übrig. Die Einheitensymbole, Kontrollbefehle und Baumenüs erinnern eher an Spiele aus den frühen 2000ern als ein Spiel aus dem Jahr 2019. Generell erinnert das Spiel in vielen Aspekten an Titel wie Stronghold Crusader oder Herr der Ringe: Schlacht um Mittelerde.

Spielerlebnis

Bannermen bietet neben dem Tutorial die Möglichkeit, eine Kampagne sowie den Skirmish Modus, wo man einfache Schlachten spielen kann. Zu Beginn bietet es sich ebenso an, das Tutorial zu spielen, das die Grundlagen der Gebäude und des Truppenbaus sowie deren Steuerung erklärt. Direkt am Anfang fällt jedoch schon auf, dass die voreingestellten Schnelltasten leicht verwirrend sind und vielfach nicht den intuitiven Tasten entsprechen, was dem Spielspaß direkt zu Beginn einen kleinen Dämpfer verpasst.

Auch im weiteren Spielverlauft lässt Bannermen einiges an Tiefe vermissen. Es gibt mit Gold und Holz lediglich zwei Ressourcen, die sowohl für Gebäude- und Einheitenbau als auch für Upgrades benötigt werden. Der Tech Tree bietet zwar mit typisch mittelalterlichen Truppen wie Fußsoldaten, Bogenschützen, Katapulten und Rittern einiges an Einheitenvielfalt, da es aber nur eine einzige Fraktion gibt, hat man schnell alles gesehen. Auch die drei Heldentypen, von denen man zumeist lediglich eine einzelne Einheit einsetzt, bieten zwar ein wenig, aber gleichzeitig zu wenig Abwechslung. Hier sind die bereits erwähnten früheren RTS deutlich breiter aufgestellt gewesen. Einziger sehr positiver Aspekt sind die heiligen Orte, wo der Spieler einen Tempel bauen muss, um Zugriff auf Naturgewalten zu erhalten, die von tödlichen AoE-Zaubern hin zur Beschwörung von Einheiten reichen.

Die Kampagne bietet mit über 20 Schlachtfeldern auf einer breiten Variation von Karten und Szenarios einiges an Abwechslung und verhindert somit, dass dem Spieler allzu schnell langweilig wird, allerdings unterscheiden sich die Missionen teilweise beträchtlich in der Dauer, von einigen wenigen Minuten bis hin zu einer halben Stunde oder länger.

Die Story ist wie die meisten Aspekte relativ simpel. Der böse Gegenspieler hat nach einer gewonnenen Endzeitschlacht im Land Fuß gefasst und muss im Verlauf der Kampagne vom Spieler vertrieben werden. Truppenaufbau und einzelne Schlachten verlaufen in einem erzählerisch relativ linearen und erwartbaren Format, Plot Twists muss der Spieler nicht erwarten.

Bewertung

Auf Steam wird Bannermen auf Grundlage von 98 Reviews zu 60% positiv bewertet und der Metacritic Score ist mit 51 nicht besonders gut. Auch von Gamondo gibts nur ein

Fazit

Bannermen überzeugt mit einem eigentlich interessanten Konzept, lässt in der Umsetzung aber so einiges vermissen. Die mangelnde Spieltiefe drückt sich vor allem in nur einer vorhandenen Fraktion mit nicht allzu großer Einheitenvielfalt, den nur drei verschiedenen Heldeneinheiten und nur zwei Ressourcen aus. Für kurze Zeit macht das Spiel echt Spaß, aber sobald die Neuheit abnimmt und man auf dem Boden der Tatsachen ankommt, bietet Bannermen wenig, das vergleichbare Spiele in den letzten 15 Jahren nicht schon in vielfach sogar besserer Form beinhaltet haben. Wer auf der Suche nach einen neuen RTS ist, für den ist Bannermen womöglich einen Blick wert, aber wer nach Spieltiefe und anhaltender Spielfreude sucht, der wird mit bekannteren Titeln des Genres wohl eher glücklich.
Positiv
  • Grafik
Negativ
  • mangelnde Spieltiefe
  • wenige Einheiten
  • nur eine Fraktion
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