Test – Call of Duty: WW2

Battlefield 1 hat es vorgemacht und Call of Duty zieht nach. Die Uhren werden zurückgedreht […]

Battlefield 1 hat es vorgemacht und Call of Duty zieht nach. Die Uhren werden zurückgedreht und es geht zu den Grundwurzeln aus dem Jahre 2003 zurück. Es wird nicht ein immer weiter in der Zukunft liegende Krieg thematisiert, sondern beginnt alles mit der Landung der Alliierten in der Normandie am 6. Juni 1944 mit der Operation Overlord.

 

D-Day, H-Hour

Alles beginnt vor der Küste der Normandie. Als Soldat der 1st Infantry Division, „The Big Red One“, Red Daniels klettert ihr mit euren Kameraden in ein Higgins Landungsboot, um die Festung Europa zu stürmen. Der Weg mit dem Boot ist beschwerlich, da der Seegang den Soldaten auf den Magen schlägt. Im Boot ist die Aufregung und Angespanntheit der Soldaten zu spüren. Je näher der Strand kommt, desto näher schlagen die feindlichen Mörser ein. Das Wasser peitscht über die Wände des Bootes und neben uns wird ein Landungsboot von einem Mörser getroffen. Kurz darauf landet unser Higgins Boot, eine Pfeife ertönt und die Bugklappe geht runter. Ehe wir reagieren können, prasselt tödliches Maschinengewehrfeuer in die offene Luke und die Soldaten in den ersten Reihen fallen wie die Fliegen. Vor uns verliert ein Soldat sprichwörtlich seinen Kopf und wir fallen um. Um dieser Falle zu entgehen, müssen wir über die Seiten des Bootes aussteigen.
Willkommen in der Hölle des Krieges, willkommen am Strandabschnitt Omaha Beach.

Mit dieser Bildgewalt wird man in den ersten Minuten von Call of Duty WW2 ungefiltert konfrontiert. Viele Spieleveteranen werden schon diverse Male die Normandie an verschiedensten Strandabschnitten gestürmt haben, aber das, was Sledgehammer Games abgeliefert hat, ist definitiv der schonungsloseste und grafisch aufwändigster Versuch, dieses Szenario an den Spieler zu bringen.

Ein beschleichendes Gefühl eines Déjà-vus

Der Schrecken des Krieges

Die Strände der Normandie sind nur ein Teil der knapp siebenstündigen Kampagne von Call of Duty WW2. So befreien wir Frankreich, wo wir in einer großen Operation Artilleriegeschütze ausschalten müssen, dringen tief in das Deutsche Reich ein, kämpfen eingekesselt in den Ardennen und zu guter Letzt nehmen wir die Brücke von Remagen in einer gewaltigen Schlacht ein. Das passiert alles mit einer Bildgewalt, in der Michael Bay seine wahre Freude daran hätte. So brechen die Kirchtürme um uns zusammen oder ein Zug entgleist mit der vollen Effektlastigkeit, die einem nur aus Transformer Filmen bekannt ist. Und dies immer gepaart mit einer guten Prise des amerikanischen Hurra Patriotismus. Aber Call of Duty bietet auch leise Momente. So müssen wir als französische Widerstandskämpferin eine deutsche Basis infiltrieren. Dieser Abschnitt ist dahingehend interessant, da wir uns im Vorfeld Details zu unserer geheimen Identität merken müssen, die dann bei Passkontrollen mittels Frage- und Antwort-Spiel abgefragt werden. Macht ihr hier einen Fehler, ist das Leben der Kämpferin in Gefahr.
Neben all diesen Eindrücken hat es Sledgehammer Games aber auch geschafft, die Brutalität der Besatzer gegenüber der Zivilbevölkerung zu thematisieren. Ein ums andere Mal werden wir Szenen von gehängten oder erschossenen Menschen begegnen, die einem dann doch in dem Moment zur Stille und Nachdenklichkeit ermahnen.

Der Krieg ändert sich nie

Zurück zu den Wurzeln

Das erste, was direkt auffällt, wenn man sich das erste Mal gegen die Deutschen wirft, ist, dass sich die Gesundheit nicht wieder automatisch auffrischt. Die Entwickler sind hier den Oldschool Weg gegangen und haben wieder Erste-Hilfe-Pakete eingebaut. Nur mit diesen kann der Spieler geheilt werden. Im Verlauf der Kampagne habt ihr verschiedene Unterstützungsklassen der Soldaten, die Euch begleiten. So gibt es einen Feldsanitäter, der Euch in regelmäßigen Abständen Erste-Hilfe-Pakete gibt, dann Kameraden mit Munition oder auch Fernaufklärer. Diese unterscheiden sich aber ab und an in den einzelnen Abschnitten.

Neben einzelnen Schleich- und Scharfschützenpassagen gibt es noch Momente, in denen man eines der zahlreichen Geschütze bemannt oder mittels FLAK Flugzeuge vom Himmel holt. Ansonsten seid ihr aber immer zu Fuß unterwegs und kämpft euch durch die Call of Duty typischen Gegnermassen. Die KI ist nicht besonders intelligent, aber dies fällt bei der Masse an Feinden nicht weiter auf. Manchmal wundert man sich allerdings, wie viele Soldaten aus einem Haus rausstürmen können. Zwischenzeitlich haben die Deutschen auch schon Schäferhunde im Einsatz, die sich auch entgegenhetzen. Diese haarigen Vierbeiner sind ganz schön zähe Tierchen und sollten schleunigst ausgeschaltet werden.

In Call of Duty gibt es auch pro Level verschiedene Heldenmomente, in denen ihr euch gesondert hervortun könnt. So könnt ihr schwerstverletzte Kameraden am Boden in Deckung ziehen oder Deutsche verschonen, die sich euch ergeben.

Der Krieg ändert sich nie: Teil 2 – mit mehr Sirup

Was auf die Ohren

Klangtechnisch ist Call of Duty in der absoluten Oberliga. Kugeln pfeifen an euch vorbei, überall explodieren Dinge und der Bass wummert aus den Boxen. Auch die Synchronisation wurde von guten deutschen Sprechern vertont. Veteranen, die Medal of Honor Allied Assault gespielt haben, werden auch wieder die typische deutsche Soldatenstimme des Feindes wiedererkennen. Leider finde ich, dass die Soundabmischung bei der deutschen Tonspur nicht so gut ist. So sind die Stimmen oft viel zu leise, der Hintergrund aber viel zu laut. Insgesamt haben die Tonwerker hier aber einen sehr guten Job gemacht.

 

So sieht es aus

Das Spiel ist grafisch schön gestaltet und nutzt auf dem PC alle Möglichkeiten, die in der heutigen Zeit denkbar sind. So sind auf einem Standard PC System 60 fps durchaus keine Seltenheit. Auf den Konsolen müssen einige Abstriche in Punkto Qualität gemacht werden.

 

Zusammen in den Krieg

Der Multiplayerpart von Call of Duty ist gewohnt vielfältig. Es können unzählige Gegenstände für den Kampf freigeschaltet werden. Am eigentlichen Spielprinzip und der Spielweise hat sich aber nichts geändert. So läuft man im gewohnt hohen Tempo über die Karten, tötet Feinde, erobbert Flaggen, bringt einen Football ins feindliche Tor oder hält Gebiete. Mit den Spielmodi Team Deathmatch, Krieg, Herrschaft, Stellung, Capture the Flag, Suchen & Zerstören, Abschuss bestätigt, Frei für Alle und Football sollte für Jeden was dabei sein.

Besonders spannend und neu ist der Modus Krieg. Dort wird eine Mission ähnlich einer kleinen Kampagnenmission gespielt. So haben in einer Karte z.B. die US Soldaten den Auftrag 88er auszuschalten, während die deutschen Kräfte eine Funkstellung halten müssen. Durch den dynamischen Ablauf in diesem Spielgeschehen verschieben sich die Kräfte und Frontlinien fortwährend.

Mit der FLAK wird jedes Flugzeug zum Wrack…

The Walking Dead

Was wäre ein Call of Duty ohne einen Zombiemodus. So habt ihr die Möglichkeit auf drei Karten wieder gegen die Horden von untoten Kreaturen anzutreten. Dabei könnt ihr jede Menge Waffen und Extras freischalten. Neu hinzugekommen ist die Währung Shocks, mit der Ihr z.B. Fallen kaufen könnt. Durch die verschiedensten Buffs etc. könnt ihr dabei euren individuellen Spielstil dabei nutzen.

 

Fazit

Mit Call of Duty WW2 hat mich Sledgehammer Games echt überrascht. Noch nie war es optisch so schön gegen Nazi-Deutschland zu kämpfen. Auch die Story, sowie die kritischen Denkanstöße gefallen mir. Leider gab es zum Start des Spiels ja noch Probleme mit den dedizierten Servern, was aber mittlerweile behoben sein sollte. Besonders sollte man die Lokalisierung und die deutschen Sprecher hervorheben. Insgesamt hat mir der Titel extrem viel Spaß gemacht und ich bin schon darauf gespannt, was uns Sledgehammer Games in zwei Jahren präsentieren wird. Wenn die KI jetzt noch intelligenter wäre, könnte ein tieferer taktischer Effekt einfließen.
Positiv
  • Grafisch aufwändig produziert
  • Unterhaltsamer Zombiemodus
  • Guter Mehrspielermodus
  • Gute Steuerung
Negativ
  • Schlauchlevel
  • Dünne Story
  • Kein taktischer Tiefgang
  • Klangbild
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Schlagwörter:call of duty