Test – Control

Nach längerer Abstinenz auf den Konsolen von Sony erscheint mit Control erstmals seit 2003 wieder ein Titel von Remedy Entertainment für die japanische Hitkonsole.

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Control ist der neuste Titel des finnischen Entwicklerstudios Remedy Entertainment. Bekannt ist das Team neben Max Payne und Max Payne 2: The Fall of Max Payne natürlich auf für Alan Wake oder das 2016 veröffentlichte Quantum Break. Statt einer Mischung aus TV-Show und Videospiel wie im Falle von Quantum Break setzt der Entwickler diesmal wieder auf ein klassischeres Videospiel. Die typischen Kniffe von Remedy Entertainment sind aber wieder vor.

Ist man traditionell eine lange Einführung gewohnt, die Spielern sowohl Lore als auch Hintergrundgeschichte näher bringt, wird man bei Control direkt ins kalte Wasser geworfen.

Fair warning. This is gonna be weirder than usual.“ Mit diesen Worten beginnt Control. Im Introvideo sehen wir einige scheinbar zusammenhangslose Szenen, die mit einem voiceover unterlegt sind. Genauso mysteriös verläuft Control auch für die restlichen ca. 20 Stunden weiter. Als Protagonistin, des Third-Person-Actionspiels, Jesse Faden, startet man im Gebäude des FBC (Federal Bureau of Control). Das FBC ist eine fiktive Organisation, welche in den USA stationiert sind. Sie sind im Prinzip dafür zuständig übernatürliche Phänomene und Gegebenheiten zu untersuchen, einzudämmen und zu kontrollieren. Was genau Jesse dort macht, ist allerdings erstmal nicht klar. Wie wir aber nach kurzer Zeit erfahren ist Jesse auch die neue Direktorin des FBC. Zu allem Überfluss sind im Gebäude des FBC aber plötzlich unheimliche Gestalten, Menschen schweben an der Luft und Räume verformen sich. Nicht unbedingt der klassische erste Arbeitstag.

Klassischer ist aber zumindest das Gameplay. In typischer Third-Person-Manier steuert ihr Jesse durch die viele Stockwerke und Räume des Gebäudes, dem einzigen Schauplatz des Titels. Dabei ist das FBC aber eher als offene Welt zu verstehen. Ihr könnt jederzeit in die Bereiche, sofern diese nicht durch Türen, für die bestimmte Codekarten benötigt weren, verschlossen sind.

Gegner, die seltsamen Hiss, werden in der dritten Person per Feuerkraft oder übernatürliche Fähigkeiten bekämpft. Jesse steht dabei die Service Weapon zur Verfügung. Diese Waffe kann nur von der Direktorin benutzt werden und präsentiert sich als gute Gegenmaßnahme gegen die Bedrohung der Hiss, welche das Bureau infiltriert haben. Anfangs bedient sich die Waffe wie eine normale Pistole, im Laufe des Spiels habt ihr aber die Möglichkeit neue Formen freizuschalten. Die Scatter-Form orientiert sich dabei an einer Schrotflinte, wohingegen die Charge-Form eher an einen Raketenwerfer erinnert. Alle Formen lassen sich übrigens mit bestimmten Mods, maximal drei Stück, ausrüsten. Dazu gehören beispielsweise Mods, die den Schaden bei Kopftreffern erhöhen oder den Energieverbrauch der Waffe senken.

Besonders ist nämlich, dass die Service Weapon keine Munition benutzt, sondern Energie. Diese Energie lädt sich nach kurzer Zeit automatisch wieder auf. Einerseits müsst ihr euch so über Munition keine Gedanken machen, andererseits kann es passieren, dass die Waffe sich während der Kämpfe aufladen muss. Glücklicherweise stehen Jesse aber auch einige Fähigkeiten zur Verfügung, die nach und nach erlernt werden können. Recht früh im Spiel werdet ihr die Launch-Fähigkeit bekommen. Diese lässt euch per Telekinese Objekte heben und werfen. Später könnt ihr sogar Gegner damit werfen, allerdings erst, wenn ihr die Fähigkeit aufgewertet habt. Erfahrungspunkte erhaltet ihr durch das Entdecken von geheimen Orten und das Abschließen von Missionen. Neben den Fähigkeiten könnt ihr natürlich auch eure Energie und euer Leben aufwerten.

Waffen herstellen oder Erfahrungspunkte verteilen könnt ihr allerdings nicht zu jeder Zeit, sondern nur an bestimmten Kontrollpunkten, von denen es etliche im Spiel gibt. Neben dem Aufleveln dienen diese auch als Speicherpunkte und Schnellreiseterminals. Ferner kann dort auch Jesses Outfit gewechselt werden. Außerdem kann an den Punkten auch kleine Aufträge annehmen, die mit Waffen- oder Personen-Modifikationen belohnen. Diese fluktuieren natürlich in ihrer Schwierigkeit und sind gegen Ende auch eine Herausforderung. 50 Gegner zu töten, ohne zu sterben, kann, wenn man unvorsichtig ist, zu viel Frust führen. Andere Challenges sind beispielsweise eine bestimmte Anzahl an Gegner mit einer bestimmten Waffenform, Kopfschüssen oder einer paranormalen Fähigkeit zu eliminieren.

Verschiedene Materialien, die für das Craften benötigt werden, können von besiegten Gegnern aufgesammelt werden oder in Boxen gefunden werden. Auch Mods lassen sich in der Welt finden. Diese kommen in verschiedenen Seltenheitsstufen, wobei seltenere bessere Werte bieten. Außerdem könnt ihr sie zerlegen, um so weitere Materialien zu bekommen und etwas anderes herzustellen.

Geringere Abwechslung gibt es aber bei den Gegnern. Das Spiel bietet euch nur wenige Gegnertypen der Hiss, was schade ist, da die vorhanden allesamt sehr gut designt und teils recht originell sind. So gibt es neben den typischen Infanterietruppen auch Gegner, die sich unsichtbar machen oder fliegen können.

Über jeden Gegner und alle weiteren relevanten Informationen zur Lore und Geschehnissen innerhalb des Bureau kann man in Akten, Tapes und etwaigen Korrespondenzen nachlesen. Diese können entweder als Sammelgegenstände gefunden werden oder werden automatisch freigeschaltet. Vom Menü aus kann jederzeit darauf zugegriffen werden. Generell wird viel Geschichte weniger über ausführliche Zwischensequenzen oder Dialoge mitgeteilt. Um alles zu verstehen, ist es unabdingbar, dass ihr euch die Zeit nehmt die Dokumente zu lesen. Wer aufpasst, wird auch Informationen zu einem früheren Spiel der Entwickler finden.

Das Spiel bietet eine sehr gute Vertonung, sowohl Courtney Hope als Jesse, als auch die vielen Nebencharaktere können vollends überzeugen. Lediglich bei den Animationen während der Zwischensequenzen stimmen die Mimik und das Gesagte ab und zu nicht zu 100 Prozent überein. Es entsteht dann schnell eine Akzeptanzlücke, auch Uncanny Valley bezeichnet.

Zwar sind auch Grafik und Effekte des Titels sind auf dem neusten Stand, allerdings kommt dies nicht ohne Opfer daher. Gerade auf einer Launch PlayStation 4 gibt es sehr lange Ladezeiten. Des Weiteren ruckelt das Spiel häufig und hält nur selten 30 Bilder pro Sekunde. Das ist vor allem merklich, wenn man aus den Menüs wieder ins Spiel kehrt oder in Kämpfen. Während ersteres weniger stört, kann zweiteres spielentscheidend sein. Durch das Effektgewitter bricht die Bildrate während großen Kämpfen teils so stark ein, dass der Spielspaß deutlich sinkt. Nicht selten wurde ich in den Gefechten besiegt, weil das Spiel plötzlich zu stark ruckelte. Hoffentlich bessert Remedy hier noch nach. Laut User-Feedback auf Reddit und anderen Seiten scheint das Spiel übrigens auch auf einer PS4 Pro und manchen Xbox One X Probleme zu haben. Lediglich auf dem PC kann man hier wohl relativ ruckelfrei spielen, sofern man die technischen Voraussetzungen erfüllt.

ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Story
8
Technik
4
Graphik
9
Soundkulisse
8
Voice Acting
9
Umfang
7
Gameplay
10
Lucas Rau
Fan von japanischen Rollenspielen sowie Adventures, gelegentlicher Pen & Paper-Spieler und ein Spitzenkoch.

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