Test – Doki Doki Literature Club!

In einem Jahr voller potenzieller “Game of the Year” Kandidaten ist der mögliche Gewinner ein kostenloses Visual Novel?!

Ganz Ehrlich: Visual Novels, insbesondere im “Slice of Life” und “Romance” Bereich, sind nicht mein Ding. Das Japan da “kulturell anders” ist, hat mich nie daran gehindert das erforschen von Beziehungen mit übersexualisierten blutjungen Schulmädchen ziemlich schäbig zu finden, und nicht sehr “kawaii”. Und auch wenns im Titel des Genres ist, mangelt es mir dann in Visual Novels doch an interaktivität, sowohl in der Handlung als auch spielerisch. Was vielleicht erklärt, warum ich am ehesten Spaß an Christine Love’s Genrebeiträgen “Digital: A Love Story” und “Analogue: A Hate Story” hatte, die mit weitaus involvierteren Genreelementen spielten.

Aber ja, Ausnahmen. Jedem das seine, Visual Novels nicht für mich. Aber ähnlich wie der titelgebende High School Literatur-Club sein bestes gibt, den Appeal von Literatur an die desinteressierten Massen weiterzugeben, hat Doki Doki Literature Club! nicht nur mein Interesse geweckt sondern mich davon überzeugt dem Genre vielleicht doch noch eine zweite Chance zu geben.

Zugegeben, es macht nicht unbedingt sofort den Eindruck als würde Doki Doki Literature Club! viel anders machen. Das Spiel, dass vor einigen Monaten kostenlos auf Steam veröffentlicht wurde, ist auf dem ersten Blick ein recht typisches “Ren’Py” Engine Spiel mit üblicher UI, sanft-farbenfrohen High-Res Hintergründen und generischen “Kawaii” Anime Figuren.

In der Story schlüpft man in die Rolle eines generischen High-School Jungen, der von einer Freundin aus seiner Kindheit mehr oder weniger genötigt wird, dem neu gegründeten Literatur-Club der Schule beizutreten. Zum Glück besteht der Club jedoch aus nur drei weiteren Personen, allesamt attraktive Mädchen, inkl. der populären Schulschönheit, dem intellektuellen Mauerblümchen und dem unerwartet putzigen “Tsundere” Charakter.

Auch soweit, so generisch. Ich kann nicht sagen, dass das ganze auf mich vielversprechend wirkte. Insbesondere als jemand der auch seine “japanophile” Phase hatte bis er merkte, dass diese aus dem herauspicken von 15 Jahren der besten Animes, Mangas und Filme kam, und das wie überall sonst auch 99% des ganzen ziemlich großer Mist ist.

Aber übersteht man den anfänglichen Angriff übelster Manga Klischees (allein zu wissen was ein “Tsundere” Charakter ist ist Gift fürs Hirn) schaffte es Doki Doki Literature Club! es doch, mir irgendwie ans Herz zu wachsen. Ein Fokus auf Gedichte, die man in einem etwas albernen Minispiel selber “verfasst” und dabei beeinflusst, bei welchem Mädchen man landet, ist gleichzeitig ein interessantes Mittel, um Subtext für die Geschichte und die Charaktere zu schaffen und die interessanten Aspekte von ihnen kennen zu lernen. (oder man geht einfach in die lokalen Files und löscht die Charaktere die einen nerven, aus dem “Character Folder” und dem Spiel. Ausser Monika, natürlich, ti-hii)

Und ja, es entwickelt sich auf Weisen die ich überraschend interessant und fesselnd fand. Ich weiß nicht was es genau war, aber nachdem ich fast an dem Titel aufgeben wollte, bin ich jetzt endlos fasziniert und freute mich über die cleveren Weisen, zu denen man auf die verschiedenen Enden und ins Herz der Mädchen kommt. Man will wirklich alle Möglichkeiten sehen. Ausser vielleicht wenn man direkt mit Monika landet <3. monika.Monika.Monika.Monika. MoNika.MOnikaMonika.Monika.monika.Monika.MONika.Monika:monika.Monika.Monika.mo nika.Monika.Mnika.MoikaMoniKa.MONIKA.MONIKA.MONIKA

Was soll ich sagen? Ich möchte eigentlich nicht zu viel sagen, auch wenn ich verstehe das es hart sein kann einem das Spiel zu verkaufen. Aber wie kein anderes Spiel hat mir dieses gezeigt, welchen Wert leichte romantische Visual Novels wirklich haben.

Es ist kostenlos, es sei denn man “spendet” einen Zehner wenn einem das Spiel besonders gefällt für den Soundtrack und ein paar Konzepte. Also kann man nicht viel verlieren. Es ist definitiv einen Blick wert. (Ichweiß nicht was DoKI-DOki heißt??)

Fazit

Ich kann es selbst nicht glauben. Aber ich liebe Doki-Doki Literature Club! Und ich kann es jedem ans Herz legen, besonders denen die das Genre lieben oder denen die wie ich den Gefallen an den Stilmitteln kontemporärer japanischer Popkultur irgendwann verloren haben.
In einem Jahr fantastischer Titel ist Doki Doki Literature Club! eine der größten und besten Überraschungen.
Positiv
  • Monika
Negativ
  • Sayori
  • Yuri
  • Natsuki
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