Test: Horizon Zero Dawn – The Frozen Wilds

Hat uns die frostige DLC Erweiterung kaltgelassen?

Eine der großartigsten Neuerscheinung aus 2017 erhielt bereits zum Winter seine erste Erweiterung. Kaum hatte man das Hauptspiel durch, konnte man sich ins nächste Abenteuer stürzen. Hier geht es ausschließlich um den neuen Zusatzinhalt, denn über das Hauptspiel ist bereits genug bekannt. Also ran ans Werk.

Um The Frozen Wilds zu starten, gilt es Level 30 zu erreichen und zur Sucherin befördert, das Startgebiet der Nora zu verlassen. Empfohlen wird allerdings, einen Speicherstand im Endspiel oder das Hauptspiel durchgespielt zu haben. Auf der Weltkarte verraten uns blaue Ausrufezeichen den Aufenthaltsort diverser Informanten. Diese geben uns die neue Richtung an. Irgendetwas scheint im frösteligen Banuk-Gebiet für Unruhe zu sorgen. Richtig gelesen, das neue Gebiet, bewohnt von den Banuk erstreckt sich im Nordosten der Weltkarte und beginnt hinter den uns bereits bekannten Ruinen des Grabhortes. Nachdem das neue Areal etwas erkundet wurde und die ersten Gespräche mit den ansässigen Einheimischen stattfanden, bekam man schon ein Gefühl für die neue Bedrohung, welche in Form einer KI namens “Daemon“ auftritt. Diese beeinflusst die Maschinen im Banukgebiet und umgibt jene mit einer dämonischen Aura, welche wie eine Verstärkung wirkt. Zudem gibt es jede Menge interessanter “Lore“, also geschichtliche Überlieferungen, die das Hauptspiel wunderbar ergänzen. Wir erfahren etwas mehr über unseren wandelnden Kabelsalat, Unterstützer und Heimlichtuer “Sylens“, den Felsmalereien die überall im Spiel zu finden sind und dem Projekt “Zero Dawn“. Nun gilt es also die aktuelle Gefahr abzuwenden und den Banuk etwas unter die Arme zu greifen.

Die Hauptgeschichte wird flott vorangetrieben und relativ spannend erzählt, allerdings lässt sie sich früh durchschauen. Der ein oder andere Twist sorgt dennoch für Überraschungen. Einige Rätsel lockern das Spielgeschehen zusätzlich auf. Anders als im Hauptspiel wird der Erzählfluss nicht allzusehr ausgedehnt. Die Dialoge sind glaubwürdig in Szene gesetzt und entlocken dem Spieler verschiedenste Emotionen. Die Spielwelt ist wunderschön gestaltet und fühlt sich absolut lebendig an. Mysteriöse, blau fluoreszierende Steine, überall verteilt in heftig verschneiten Schluchten oder Ansätze von wilder Vegetation, vom Frost leicht überzogen, sind nur Beispiele was uns das Spiel an grandiosen, visuellen Eindrücken liefert. Lediglich der heftige Schneesturm, der einem die Sicht bei Nacht auf wenige Meter reduziert, ist ein Dorn im Auge. Aber das trägt positiv zur Stimmung bei und ist gut so, denn Dank der malerischen Landschaft und den hell leuchtenden Farben verliert man sich gerne mal und glotzt Bäume an…Aufwachen! Ein Trupp Jäger braucht unsere Hilfe. Oder zumindest einer der anderen, überschaubaren Questgeber. Soviele Nebenquests gibt es dann leider doch nicht. Aber selbst die wenigen Nebenaufgaben sind es Wert erledigt zu werden. Denn auch bei den Sekundäraufgaben werden die etwas unbedeutenderen Charaktere hervorragend präsentiert und bescherten uns teilweise sehr spaßige Dialoge.

In einer Nebenquest unterstützen wir diesen Jägertrupp bei einem Auftrag

Für Rätselspaß wird ausreichend gesorgt

Zu den Neuerungen an Spielinhalten zählen neben der Story neue Waffen, Rüstungen, ein Banditenlager sowie ein Jagdgebiet, drei Maschinentypen, eine erhöhte Levelgrenze und ein neuer Talentbaum. Die Waffen und Rüstungen sind natürlich Geschmackssache. Konnte ich mich nur schwer von meiner Schildweberrüstung trennen, fiel es mir um einiges leichter, die simple Schleuder gegen einen heißen Flammenwerfer, mit dem imposanten Titel “Schmiedefeuer“, zu tauschen. Außerdem benötigt man für diese Hilfsmittel “Blauschimmer“, ein neues Material, welches sehr selten zu finden ist. Zusätzlich erhält man neue Jagdwaffen durch abschließen von Aufgaben und Herausforderungen.

Es ist zwar schade, dass es in der Erweiterung nur zwei neue Maschinentypen gibt, dafür haben die es aber gewaltig in sich. Auf hohem Schwierigkeitsgrad stellen diese neuartigen, mechanischen Kreaturen eine bärenstarke Herausforderung dar. Der neue Talentbaum “Reisender“ versorgt uns mit Fähigkeiten, die das alltägliche Leben etwas einfacher gestalten. Nun können wir beispielsweise Beute direkt vom Rücken unseres Reittieres aufnehmen, haben mehr Platz für Rohmaterial im Inventar und können nun unnützen Kram direkt selbst in Scherben zerlegen.

 

 

Fazit

Alles in Allem bietet uns “Horizon Zero Dawn - The Frozen Wilds“ , je nach Schwierigkeitsgrad und Entdeckerdrang, zwischen 8 und 15 Stunden hochwertiges Abenteuer. Absolut Pflicht für Fans, die noch etwas tiefer in die Geschichte rund um Aloy und den Maschinenwesen eintauchen wollen.

Mir persönlich hat die Erweiterung viel Freude bereitet. Es macht einfach Spaß, Zeit in solch atmosphärischen und lebendigen Spielwelten zu verbringen. Leider hat man wie so oft das Gefühl, dass ganze Storylines aus dem fertigen Spiel entnommen wurden, um diese dann nachträglich als Zusatzinhalt zu veröffentlichen. Aber immerhin wird so der Entwickler für weitere, hoffentlich großartige Projekte unterstützt.
Positiv
  • Mehr Aloy-Action
  • Wunderschönes neues Areal
  • Neuer Skilltree
  • Neue Waffen und Rüstungen
  • Neue Arten von Maschinen
  • Jede Menge Lore
  • Tolle Dialoge
  • Gut gestaltete Nebenquest
Negativ
  • Zu wenig neue Maschinen
  • Schnell durchschaubare Hauptgeschichte
  • Wenig Nebenaufgaben
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Schlagwörter:horizon zero dawn