Test – Kotodama: The 7 Mysteries of Fujisawa

Eine Visual Novel mit Match Three Minispielen und allerlei nackter Anime-Haut.

In der Regel kennt man PQube nur als Publisher japanischer Spiele im westlichen Raum. Mit Kotodama: The 7 Mysteries of Fujisawa veröffentlichten sie Anfang Juni nun auch ihr erstes eigens entwickeltes Spiel.

Die Story dreht sich um einen jungen Schüler, der einen Pakt mit einem Dämon in Gestalt einer Katze gemacht hat und zu Beginn des Spiels auf eine neue Schule, die titelgebende Fujisawa Academy wechselt. Das Geschlecht eures Charakters könnt ihr euch zu Beginn sogar aussuchen. Um die neue Schule besser kennenzulernen führt euch die hyperaktive Nanami Kagura durch die verschiedenen Orte des Gebäudes. Dazu gehört auch der Occult Research Club, bei dem Frau Kagura zufällig auch Mitglied ist. Dieser hat es sich zur Aufgabe gemacht die sieben Mysterien der Lehranstalt zu untersuchen und aufzudecken.

Daher gibt es in jedem Kapitel ein neues Mysterium, welches es zu entschlüsseln gibt. In gewohnter Visual Novel Manier lest ihr allerlei Text und dürfte an einigen Stellen auch zwischen mehreren Optionen im Dialog auswählen. Auch müsst ihr des Öfteren durch die Schule reisen, was über ein Auswahlmenü passiert. Je nachdem welche Locations ihr zu welchem Zeitpunkt oder Reihenfolge ihr diese besucht gibt es leicht abgeänderte Geschehnisse. Um das wahre Ende zu sehen müsst ihr das Spiel daher auch mindestens zweimal durchspielen. Glücklicherweise erhaltet ihr beim zweiten Durchspielen bei den Antworten eine farbige Hinterlegung der Antworten, sodass ihr sehen könnt welche Antworten ihr bereits gewählt hattet und welche Antworten zu welchem Ende führen. Folgt ihr durchgehen den Antworten einer bestimmten Farbe werdet ihr also auch ein bestimmtes Ende erreichen. Allerdings gibt es nur ein schlechtes, ein gutes und das wahre Ende.

Neben den Dialogen bietet euch Kotodama entgegen vielen Visual Novels auch eine weitere Gameplay-Komponente. Während bestimmten Gesprächen im Spiel, die euch helfen die Mysterien zu lösen kommt es häufig vor, dass die Charaktere euch lügen auftischen. Durch den Pakt mit dem Dämon, der übrigens für alle anderen unsichtbar ist und ständig auf eurer Schulter sitzt, könnt ihr eurem Gegenüber die Wahrheit entlocken. Dies geschieht im Kotodama-Modus. Im Prinzip ist dies eine Art Bejeweled oder Candy Crush in veränderter Form. Statt Icons miteinander zu tauschen, wählt ihr eines aus, das vom Spielfeld gelöscht wird. Alle oberen in der gleichen Reihe fallen dementsprechend einen Zeile nach unten. So müsst ihr nun versuchen mindestens drei gleiche Icons in eine Reihe zu bekommen. Vernichtet ihr so mehrere Steine in einem Zug fallen wiederum neue Steine nach, ab und zu auch Sondersteine, die beispielsweise eine ganze Reihe direkt vernichten.

Was nutzt das Zerstören der Steine nun und wieso ist rechts neben dem Spielfeld eine halbnackte Dame? Ganz einfach: Es gibt einen sogenannten Happyness-Meter der gefüllt werden muss. Erreicht ihr bestimmte Abschnitte verliert euer Gegenüber ein Kleidungsstück. Einen wirklichen Grund dafür gibt es nicht. Man könnte nun philosophisch werden und denken, dass der Protagonist symbolisch die Schichten der Lügen der Damen und Herren abzieht, allerdings denke ich das weniger. Eher wollte man hier halbnackte Anime-Mädchen und Jungen zeigen, die bei jeder Combo laut aufstöhnen. Wäre das Gameplay-Segment wenigstens gut, könnte man über die anzüglichen Elemente hinwegschauen, allerdings ist dem nicht so. Zwar macht das Match 3 am Anfang noch Spaß, allerdings wird es spätestens beim zweiten Durchspielen nervig. Zum Glück habt ihr aber die Möglichkeit bestimmte Orbs freizuschalten, die euch mehr Punkte für den Happyness-Meter geben und somit das Spiel schneller beenden. Diese Orbs schaltet ihr für die jeweiligen Charaktere frei, wenn ihr in einem Kapitel alle Schlagwörter findet. Diese werden in Dialogen glücklicherweise automatisch markiert. Allerdings ist es nicht möglich im ersten Spieldurchlauf alle zu bekommen, was wiederum mindestens einen zweiten Durchlauf erfordert.

Wer nicht immer wieder den gleichen Text lesen möchte hat zudem die Möglichkeit Text per Knopfdruck zu überspringen. Entweder den bereits bekannten oder jeglichen Text. Dies kann im Menü separat eingestellt werden. Überspringt man in den weiteren Durchläufen den bereits bekannten Text bietet der Titel bis zum Freischalten des wahren Endes eine ungefähre Spielzeit von 6-8 Stunden, je nach Lesegeschwindigkeit des Spielers.

Fazit

Eine Kaufempfehlung kann ich für Kotodama leider nicht aussprechen. Nicht einmal Fans des Genre werden hier sonderlich viel Spaß habe, da die Geschichte und ihre Mysterien sehr uninspiriert sind und es vor allem im VIsual Novel Genre zig bessere Alternativen gibt. Man muss natürlich bedenken, dass es sich hierbei um das erste von PQube entwickelte Spiel handelt und kann nur offen, dass es in der Zukunft besser wird.
Positiv
  • Netter Stil
Negativ
  • Schreckliches Minispiel
  • Zu viel sexualisierter Content
  • Schwache "Mysterien"
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