Test – Lovers in a Dangerous Spacetime

Mit Lovers in a Dangerous Spacetime hat das kanadische Indie-Studio Asteroid Base im vergangenen Jahr […]

Mit Lovers in a Dangerous Spacetime hat das kanadische Indie-Studio Asteroid Base im vergangenen Jahr einen sympathischen, kleinen Coop-Titel für Steam und Xbox One im Rahmen des ID@Xbox-Programms veröffentlicht. Nun macht die PlayStation 4-Version das Trio komplett und das sogar noch rechtzeitig zum Valentinstag! Wir haben es uns auf dem Sofa gemütlich gemacht und sagen euch, was der Titel zu bieten hat.

Lovers auf Rettungsmission

Die Story des Spiels lässt sich relativ knapp zusammenfassen. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Liebe die mächtigste Energiequelle im Universum ist, doch nach einem Angriff der Mächte der Anti-Liebe ist der Reaktor zerstört und die Raumzeit scheint in Gefahr. Es liegt an den Lovers mit ihrem Raumschiff, die Reaktorteile wiederzufinden und das Universum zu retten. Bevor man selbst ans Steuer darf, kann man mit seinem Couch-Coop-Partner eine Spielfigur wählen, beziehungsweise einen KI-Partner, wenn man allein spiele möchte. Doch Achtung: Dann macht das ganze Spiel bloß halb soviel Spaß! Nach dem kurzen Intro startet die erste von vier Kampagnen und ihr übernehmt endlich die Kontrolle über die Lovers selbst. Richtig gelesen, denn statt eines klassischen Twin-Stick-Shooters erwartet euch hier eine etwas andere Art der Steuerung, bei der ihr, wie zum Beispiel bei FTL, mit eurem Charakter eine Station bemannen müsst, um sie nutzen zu können. Das Spielkonzept entstammt laut den Entwicklern übrigens aus den Star Wars-Filmen – genauer gesagt jener Szene in Episode IV, in der Luke und Han zu den Geschützen des Millenium Falcon klettern und gemeinsam TIE Fighter abschießen.

Auf geht’s! Mit unserem Raumschiff retten wir Weltraum-Häschen aus der Gefangenschaft.

Genau diese Mechanik macht einen Großteil des Spiels aus, denn das Schiff besitzt nur zwei Besatzungsmitglieder, aber insgesamt sieben einzelne Stationen: Antrieb, Schutzschild, vier Geschützturme und die mächtige Yamato-Kanone, die allerdings einen Cooldown mit sich bringt. In einer Mischung aus Strategie und purem Chaos flitzen die beiden Lovers von Station zu Station und versuchen die nahenden Feinde abzuwehren. Neben einem Stick oder dem Digipad kommt das Gameplay lediglich mit zwei Tasten aus. Spielt ihr alleine, so könnt ihr mit einer dritten Taste eurem KI-Begleiter eine Station zuweisen, wobei, um das Handicap auszugleichen, kurz die Zeit verlangsamt wird. Einige Gegnertypen haben besondere Eigenheiten in ihren Angriffen, sodass man die Verteidigung gut koordinieren muss. Was das Spiel ebenfalls noch spannend macht, ist die Tatsache, dass eine einzelne Mission zwar thematisch immer gleichbleibt, aber viele Inhalte vom Spiel zufallsgeneriert werden. Das heißt, man weiß nie, welche Herausforderungen einen beim nächsten Run erwarten werden, was Lovers in a Dangerous Spacetime zu einem tollen Titel für den ein oder anderen Spieleabend macht.

Tauchen ist für das Raumschiff kein Problem, für viele Gegner glücklicherweise schon.

Weltraumschlachten im Neon-Look

Die vier Kampagnen bieten jeweils drei verschiedene Einsatztypen. In der Erkundungsmission versucht man auf einer größeren Map, Weltraum-Häschen und andere Tiere aus den Klauen der bösen Anti-Liebe zu befreien. Hierbei hilft eine kleine Auto-Map und die Kartenstation, damit man nicht den Überblick verliert. Man kann die Mission frühzeitig beenden, sobald fünf Weltraum-Tiere gerettet wurden oder aber man verweilt noch und sucht fünf weitere und riskiert dabei, zuviel Schaden zu nehmen. In Verteidigungsmissionen fällt der Hauptantrieb des Schiffes weg und man treibt stattdessen unbeweglich durch einen Warp-Tunnel und muss sich gegen Wellen von Gegnern zur Wehr setzen während man versucht, das FTL-Modul außen am Schiff zu beschützen. Und dann gibt es natürlich am Ende einer Kampagne noch den obligatorischen Bossfight, welcher besonders spannend und effektvoll inszeniert ist. Doch natürlich hat man vor der finalen Schlacht reichlich Möglichkeit, sein Schiff aufzurüsten. Hierzu nutzt man verschiedene Arten von Juwelen, die ein Modul entsprechend verbessern können, teilweise sogar bis zur Unkenntlichkeit, denn so wird aus der Yamato-Kanone plötzlich eine Kreissäge und aus dem Laser eine Railgun, die sich vor jedem Schuss aufladen muss. Später besteht sogar die Möglichkeit, einen zweiten Juwelen an der Station zu platzieren, was zu noch verrückteren Kombinationen führt. Leider verschwinden die Upgrades am Ende der Kampagne und können nicht übernommen werden.

Im All lauern viele Gefahren. Gut, dass wir reichlich Upgrades dabei haben.

Neben dem einzigartigen Gameplay kann Lovers in a Dangerous Spacetime auch bei der Präsentation punkten. Der gewählte Neon-Look kombiniert mit Gegnern, die eigentlich auch eher niedlich statt furchteinflößend wirken, trägt unserer Meinung nach viel zum Wiedererkennungswert und Spielspaß bei. An einigen Stellen ist uns jedoch aufgefallen, dass die einzelnen Schiffsbauteile einander verdecken können und so mussten wir erstmal unseren Antrieb wiederfinden, was man dem Spiel aber kaum ankreiden möchte. Auch auf der Konsole läuft das Spiel wunderbar flüssig, selbst wenn teilweise eine nicht zu verachtende Menge an Projektilen durchs All fliegen. Beim Soundtrack setzt man genretypisch vor allem auf Elektroklänge, die je nach Level mal entspannt und mal treibend sein können.

Level up! Durch gerettete Weltraum-Tiere erhalten wir permanente Schiffsupgrades.

Fazit

Lohnt sich der Kauf also? Ich kann es jedem ans Herz legen, der zusammen mit einem Freund spielen möchte. Dank der simplen Steuerung und Remote Play brauchen PS4-Besitzer nicht einmal zwingend einen zweiten Dualshock-Controller. Der klassische Couch-Coop wird heutzutage nur noch von wenigen Spielen angeboten und kaum eines bietet dabei so spannende Mechaniken wie Lovers in a Dangerous Spacetime. Hierbei kann es durchaus sehr hektisch zugehen, aber es macht trotzdem einen Heidenspaß. Während ein Singleplayer-Spiel zwar möglich ist, so fand ich ihn für sich allein nicht so spannend. Der Hauptanreiz beim Spiel ist natürlich das Gefühl, im Team etwas zu schaffen und mit seinen zufallsgenerierten Leveln und neuen Schiffen gibt es genug Gründe das Spiel immer mal wieder hervorzuholen.


Lovers in a Dangerous Spacetime
ist digital für den PC beim Entwickler selbst, bei gog.com und Steam sowie für die Xbox One erhältich. Die PlayStation 4-Version erscheint am 9. Februar und wird voraussichtlich genau wie die anderen Versionen etwa 14 Euro kosten.

Kommentare

Was denkst du darüber?