Test – Naruto to Boruto: Shinobi Striker

Schlürft eure Ramen leer, schärft euer Kunai und werdet der neue „Gott der Shinobi“

Ninja-Freunde auf der ganzen Welt sehnten sich fieberhaft den 30.08.2018 herbei. Das mag jetzt etwas übertrieben klingen, allerdings erfreut sich das Anime und Mangagenre schon sehr lange an großen Fangemeinschaften. Messen, Cosplayveranstaltungen und Realverfilmungen haben die Szene bereits fest im Griff. Spiele mit den jeweiligen Lieblingshelden im Vordergrund sind folglich stets willkommen.

Das Online-Multiplayer-Actionspiel Naruto to Boruto: Shinobi Striker ist bereits seit einigen Tagen auf dem Markt. Wir haben das Spiel ausgiebig getestet und in den folgenden Zeilen erklären wir euch, was es in diesem Abenteuer zu entdecken gibt.

Zu Beginn finden wir uns im Charaktereditor wieder. Hier können wir unseren Ninja ganz nach Belieben erstellen. Die Auswahlmöglichkeit ist ausreichend, wenn auch nicht üppig. Im weiteren Spielverlauf schaltet man allerdings zusätzliche Optionen frei. Bekannte Figuren aus der Serie lassen sich wunderbar nachbilden, aber es laufen auch schon genug Narutos, Lees und Pains durch die Gegend.

Der Dorfplatz von Konoha

Sobald wir die Charaktererstellung abgeschlossen haben beginnt unsere Geschichte. Wir starten im Dorf Konoha und finden uns dort auf dem Marktplatz wieder. Konohamaru führt uns herum und zeigt uns alle wichtigen Anlaufstellen im Dorf. Gleichzeitig erfahren wir, warum es uns nach Konoha verschlagen hat. Wir sind ein Ninja der Zukunft, ein “Shinobi Striker“, der zur Teilnahme an der Ninja-Welt-Liga eingeladen ist. Die exotisch klingenden Namen der NPCs sind hartgesottenen Fans von Naruto natürlich nicht unbekannt. Neuzugänge könnten hier zu Beginn etwas verwirrt sein. Kommen wir nun zu den verschiedenen Anlaufstellen im Dorf. Überall in Konoha stehen alte Bekannte aus dem Manga herum. Sie geben uns Quests oder wollen handeln.

Die Karte von Konoha

Kakashi und die VR-Ninjutsu-Arena

Kakashi liefert  uns mit seinem VR-Gerät PVE-Missionen. Wir durchleben verschiedenste Aufträge aus der kompletten Naruto-Saga. Anfangs kriegt man Bewegungsgrundlagen und Kampfsituationen erklärt. Das Kampfsystem ist relativ simpel gehalten. Es gibt leichte und schwere Angriffe, zwei Fähigkeiten sowie eine Fluchtfähigkeit. „Easy to learn, hard to master“ trifft hier auf jeden Fall zu. Später geht es dann immer ums Gleiche. Wir verkloppen Ninjas oder andere Kreaturen. Hier können wir frei entscheiden ob wir Aufträge alleine oder im Team (Online mit anderen Spielern) absolvieren. Die Aufträge sind in unterschiedlichen Rängen (Schwierigkeitsstufe D-?) unterteilt. Jede Mission wird einzeln ausgewählt und gestartet. Inhaltlich sind diese Missionen kurz, spaßig und teilweise ziemlich knackig. Zwischendurch gibt es Zwischensequenzen, die allerdings etwas zu selten vorkommen. Folgendes Szenario ist auch nicht ganz zufriedenstellend: Stürzen wir beispielsweise zu tief, gehen wir KO. Schlagen wir einen Gegner in den Abgrund, erscheint dieser lediglich an einer anderen Stelle wieder. Zur Belohnung gibt es Schriftrollen und Spielwährung. Läuft das Zeitlimit vor Erreichen des Missionsziels ab, so gilt der Auftrag als gescheitert.

In manchen Missionen treffen wir auf mächtige Bosse wie hier, Gamakichi.

Naruto und Shikamaru im Hokage-Anwesen

Im Turm des Hokages wird uns der PVP-Inhalt präsentiert. In  vier verschiedenen Spielmodis treten jeweils vier Spieler aus zwei Teams gegeneinander an. Im Flaggen-, Barriere-, sowie Basiskampf und Kampfgefecht stellen die Spieler ihre Fähigkeiten unter Beweis. Unterschieden wird zwischen schnellen Spielen und Ranglistenspielen. Hier spürt man sofort, welche Teams aufeinander abgestimmt sind und zusammen arbeiten. Die Kämpfe sind authentisch und machen, gemeinsam mit Freunden, jede Menge Spaß. Die Modis „Kampfgefecht“ und „Barrierekampf“ heben sich vom Standard ab und bringen frischen Wind ins Handgemenge. Während man im Kampfgefecht KI-Gegner um die Wette vermöbelt, gilt es im Barrierekampf als Angriffsteam so schnell wie möglich die feindliche Barriere zu durchbrechen, um den gegnerischen KI-Boss zu erledigen, während das Verteidigungsteam versucht dies zu verhindern. Die Spielbalance dagegen trübt die Freude am PVP. Es ist leider keine Seltenheit gegen Highlevelninjas anzutreten. Hat man selbst gerade mal Level 15 erreicht, kämpft man viel zu oft gegen Level 100+ Teams. Diese Spieler haben umfassend mehr Spielerfahrung und bereits mächtige Fähigkeiten freigeschaltet.

Tenten und der Ninjawerkzeugladen

Die durch Quests oder PVP erhaltenen Schriftrollen lassen sich hier gegen Geldbelohnung und andere Ausrüstungsgegenstände einlösen. Außerdem können wir den aktuellen Warenbestand einsehen und überflüssigen Kram verkaufen.

Hier erhalten wir unsere Questbelohnung

Sakura und das Gasthaus

Im Gasthaus können wir nochmals zum Charaktereditor zurückkehren um unser Äußeres nachträglich anzupassen. Diesmal allerdings gegen Ingame-Währung, den sogenannten Ryo. Außerdem können wir unsere Ausrüstung anlegen und ändern. Wir verfügen über vier Ausrüstungsslots, welche zunächst in Angriff, Fernkampf, Verteidigung und Heilen unterteilt sind. Dies sind gleichzeitig auch die vier Ninja Rollentypen. Hier können wir Waffen, Kleidung und Fähigkeiten anpassen. Für welche wir uns entscheiden, bleibt uns vor jeder Aufgabe selbst überlassen. Auch während einer Mission ist es möglich, seinen Stil zu wechseln. Während Waffen die Werte für Angriffstärke, Reichweite, Tempo und Trefferrate bestimmen, verfügen Kleidungsstücke über spezifische Eigenschaften. Beispielsweise werden hier unsere Jutsufähigkeiten verstärkt oder die Abklingzeit verringert.

Sasuke und die Ninjutsu-Bibliothek

Bei Sasuke wählen wir einen Shinobimeister, der uns auf unserem Abenteuer begleitet und trainiert, aus. Unser Trainer erhält für jede abgeschlossene Mission Erfahrungspunkte, welche seine Meisterstufe erhöht. So erlernen wir neue Jutsus, also Ninjafähigkeiten, welche uns den Weg zum stärksten aller Ninjas, erleichtern. Der Trainingspartner lässt sich jederzeit bei Sasuke ändern. Im weiteren Spielverlauf schalten wir zusätzliche Shinobimeister frei.

Fazit

Mein Fazit nach circa 12 Stunden Spielzeit und Level 20

Naruto to Boruto: Shinobi Striker ist für Hardcorefans der Serie ausgerichtet und bedeutet puren Spielspaß. Für den Großteil, für den Naruto und die Welt der Animes/Mangas weitgehend unbekannt ist, wird dieser Spielspaß nur von kurzer Dauer sein. Die kurzen Missionen sind hervorragend dazu geeignet sich nochmals an vergangene Abenteuer zurück zu erinnern. Sound und Comicgrafik tragen positiv dazu bei. Allerdings fehlt es der Geschichte an Tiefe. Man klickt sich unspektakulär von Mission zu Mission. Dadurch geht die Motivation und der Wiederspielwert schnell flöten. Hier hätte man vielleicht mit mehr Cinematik oder Auszüge aus dem Manga arbeiten können. Gerade wenn man keine Lust auf Multiplayer hat, wird es schnell eintönig.

Ganz anders sieht es beim PVP aus. Die spannenden und schnellen Matches sehen klasse aus und funktionieren auch sehr gut. Leider sind hier vier Spieler pro Team Pflicht. Es kann also zu Verzögerungen kommen. Ein 2v2 beziehungsweise 1v1 Modus könnte hier noch für zusätzlich Abwechslung sorgen. Bis auf das bereits angesprochene Balancing-/ Matchmakingproblem gibt es meiner Meinung nach nichts Negatives hinzuzufügen.
Positiv
  • Narutoaction
  • Eine Reise in die Vergangenheit
  • Super PVP mit tollen Modis
  • Koop nicht zwingend erforderlich
  • Schönes (wenn auch kleines) Leveldesign
Negativ
  • PVP Balancing
  • PVP Matchmaking
  • Liebloser Storymodus
  • Geschichte ohne Tiefe
  • Dorfleben etwas leer
  • Einzelspieler bietet kaum Abwechslung
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Schlagwörter:Action , naruto , Ninja , Shinobi Striker