Test – Omega Quintet

Bei Omega Quintet hat eine Bedrohung, genannt “Blare”, die Menschheit stark dezimiert. Durch Risse im […]

Bei Omega Quintet hat eine Bedrohung, genannt “Blare”, die Menschheit stark dezimiert. Durch Risse im Raum-Zeit-Gefüge kommen Monster beinahe ungehindert auf die Erde und verbreiten Angst und Schrecken. Die einzige Möglichkeit, diese Portale zu schließen, ist Gesang. Und so begibt es sich, dass junge Mädchen als Verse Maiden in den Kampf gegen die finsteren Kreaturen ziehen. Dabei sind stets Kameras vor Ort und die Stadtbewohner verfolgen gebannt auf Großbildschirmen das Geschehen. Eine der Verse Maiden ist Momoka, über die man während des Tutorials die Kontrolle übernimmt. Die Gute ist jedoch mittlerweile reichlich in die Jahre gekommen und trifft zufällig auf Otoha, die ebenfalls die Fähigkeit hat, Blare zu bekämpfen, und ihren Kindheitsfreund Takt. Beide erwachen nach einem Blackout im Maiden-Hauptquartier und werden darum gebeten fortan die Nachfolge für Momoka bzw. ihre Managerin Ayumi zu übernehmen. Nach einem kurzen Eignungstest stoßen nach und nach die Maiden Kana, Nene, Kyouka und Aria zur Gruppe hinzu, bis sie schließlich zum namensgebenden Omega Quintet unter der Führung von Takt werden.

Weniger ist manchmal mehr

Story-Sequenzen wie diese sind lippensynchron vertont – und zwar zweisprachig

Was mir gut gefallen hat, ist die Tatsache, dass der Großteil der Story komplett vertont ist und mit japanischer und englischer Sprachausgabe lippensynchron vorgetragen wird. Leider ziehen sich Dialogpassagen zeitweise zu sehr in die Länge, ohne wirklich irgendwo anzukommen. So fühlt man sich wie der Zuschauer bei einer Sitcom, in der es nicht so recht vorangehen will und in der diesselben Running Gags immer und immer wiederholt werden (“Bazinga!”). Neben der Hauptstory gibt es auch noch eine Vielzahl an optionalen Szenen mit den anderen Charakteren, sodass man stellenweise mehr zu lesen als zu kämpfen hat, wenn man es denn möchte. Da Takt als steuerbarer Charakter und Momoka als Ratgeberin zwischen den Einsätzen in fast jeder Szene dabei sind, kann der Slapstick manchmal ein wenig anstrengend sein. Takts Charakter ist eher zynisch und größtenteils einfach bösartig oder unsympathisch. Im Spiel wird das mit “als Manager muss man so sein” begründet, aber insbesondere im Kontrast zu seinem weiblichen Konterpart Ayumi fallen die nervigen, wenn auch parodierend gemeinten, Eigenschaften auf. Momoka ist da aber auch nicht besser und sorgt mit aufgesetzter Taffheit und Drohungen ebenfalls für den Eindruck, dass den Charakterdesigns hin und wieder ein bisschen mehr Realismus statt Komik gut getan hätte.

Auch wenn viele Dialoge ziemlich ausgedehnt sind, so ist das Spiel natürlich dennoch ein vollwertiges JRPG. Omega Quintet bietet eine hinreichend große Spielwelt und viele Missionen und Sidequests, die es zu erledigen gilt. Stellenweise wird der Fortschritt in bestimmten Bereichen durch Blare blockiert, jedoch gibt es die Möglichkeit, im Spielverlauf neue Fähigkeiten zu erlangen um so in bereits besuchten Gebiete neue Areale zu entdecken oder Kisten zu öffnen, die vorher verschlossen waren. Die Gegner bewegen sich frei über die Karte, jedoch ist bei gemischten Gruppen nicht immer der stärkste Gegnertyp und erst recht nicht die Gruppengröße sichtbar. Der einzige Hinweis über die Schwierigkeit des Kampfes ist in dem Fall ein Symbol über dem Kopf der Widersacher bzw. auf der Minimap. Bei Kontakt wechselt das Spiel in einen rundenbasierten Kampfmodus, der meiner Meinung sehr viel richtig macht.

Kämpfe, die sich sehen lassen können

Die Kämpfe laufen sehr flüssig und bieten hübsch gemachte Spezialangriffe.

Hinreichend komplex, ohne dabei zu überfordern – so ließe sich das Kampfsystem in einem Satz zusammenfassen. Es gibt neben Magieangriffen insgesamt fünf verschiedene Waffengattungen, aus denen man wählen kann. Diese haben ihre eigenen Stärken und Schwächen, die davon abhängen, in welcher Position man zu den Gegnern steht. Somit sind Schusswaffen besser gegen Gegner, die weiter entfernt sind, Speere für mittlere Distanz und Faustwaffen für den Nahkampf. Der Umgang mit Waffen will jedoch gelernt werden und so kann man anfangs mit jedem Typen nur einmal angreifen. Magie und Spezialangriffe, die beide SP kosten, lassen sich entweder auf einen einzelnen Gegner oder auf eine Gruppe anwenden und aufeinander abgestimmte Angriffe führen zu speziellen Combos. Auch Takt darf mitkämpfen, wenn auch nur als Supportcharakter für eine der Maidens. Mit ihm lassen sich z.B. Statuswerte boosten, gegnerische Angriffe verzögern oder Schaden abwenden.

Team Work macht sich bezahlt. Je besser die Kombinationen, desto besser die Belohnungen

Der Spielfluss bleibt trotz Rundenkämpfen stets schnell und geschmeidig – etwas das nicht jedes Spiel bieten kann. Die Animationen der Heldinnen sind abwechslungsreich, bei den Gegnern mangelt es hier und da ein wenig an der Vielfalt. Was manchmal ein wenig für Verwirrung sorgt, ist die Tatsache, dass die Charakterpositionierung im Kampf nicht unbedingt mit den Symbolen am unteren Bildschirmrand übereinstimmt, sondern scheinbar einer eigenen Logik folgt. Am Kampfende gibt es Erfahrungspunkte für das allgemeine Level und für die Waffenfertigkeit sowie die obligatorischen Belohnungen. Nach jedem Levelaufstieg gibt es außerdem Punkte, mit denen sich neue aktive und passive Skills freischalten lassen. Schafft man es, dem Gegner in einem Zug Schaden in Höhe seiner doppelten Lebensenergie zu zufügen, so winken besondere Overkill-Belohnungen.

Eine Fülle an optionalen Inhalten

Zwischen den Einsätzen steuert man Takt im Maiden Hauptquartier

Zwischen den Einsätzen gibt es im Hauptquartier der Maidens einiges zu erledigen. Man kann unter anderem in einem Simulator gefahrlos trainieren und neue Ausrüstung herstellen. Letztere erfolgt durch ein recht umfangreiches Craftingsystem, bei dem neue Waffen, Kostüme, Heiltränke oder Verbesserungen hergestellt werden können. An einer Bonus-Station lassen sich Münzen gegen Galeriebilder, Haar- und Augenfarben oder neue Outfits eintauschen. Kaum etwas davon wird man im normalen Spiel wirklich brauchen, aber die Menge an Anpassungsmöglichkeiten ist definitiv ein Pluspunkt. Mit seinen neu eingekleideten Heldinnen kann nämlich man nicht nur kämpfen, sondern auch kleine Musikvideos, sogenannte PVS, aufnehmen. Hierfür steht einem ein hinreichend umfangreicher Editor zur Verfügung, der vom Gesang über Tanzmoves bis hin zu Kamerafahrten alles regelt.

Fazit:

Omega Quintet ist ein guter erster Versuch von Compile Heart auf der aktuellen Konsolengeneration mit Potenzial nach oben. Die Kämpfe sind klasse und vielfältig inszeniert, die einzelnen Areale sind riesig und laden zum Erkunden und Questen ein. Beim Soundtrack hat man sich, wie man es bei einem solchem Titel erwarten sollte, viel Mühe gegeben und er passt hervorragend zum Setting mit seinen knalligen Farben und bunten Kostümen. Das Spiel läuft flüssig und ohne wirkliche Ladezeiten, jedoch hätte man optisch sicher noch etwas machen können. Die 2D-Zeichnungen sind sehr detailliert und lebendig. Bei den 3D-Modellen ist man aber eher noch auf dem Niveau der letzten Generation, wobei die gute Performance einen solche Kleinigkeiten jedoch meiner Meinung leicht ignorieren lässt. Größter Wemutstropfen ist die Story, welche trotz interessanter Prämisse nicht so fesselnd ist wie erhofft.  Kenner von anderen Compile Heart-Titeln können auch hier bedenkenlos zugreifen, aber auch andere JRPG-Fans dürfte das Spiel mit seinem guten Kampfsystem und großem Umfang interessieren.

Omega Quintet ist für die PlayStation 4 erschienen, sowohl auf Disc als auch zum Download. *ω*

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