Test – Pro Evolution Soccer 2016

Ich muss vorweg gestehen, dass ich eigentlich eher der FIFA-Spieler bin und auch keinen der Vorgänger intensiv gespielt habe, sondern lediglich mal in die Demoversionen von PES reingeschnuppert habe. Daher bietet sich in diesem Test auch kein Vergleich zu älteren Titeln der Reihe an.

Inhalt

Neben dem Standardmodus Freundschaftsspiel (Offline) und Schnelles Spiel (Online) bietet PES exklusiv die Pokalwettbewerbe EM 2016, UEFA Champions League, UEFA Europa League, Copa Libertadores (Südamerika) und AFC Champions League (Asien) mit offizieller Lizenz an. Weiterhin gibt es etliche europäische Ligen – wie die Liga BBVA, Eredivisie, Ligue 1 und weitere sowie mehrere südamerikanische Ligen. Zudem gibt es verschiedene Online-Modi, bei denen es zum Beispiel darum geht, in neue Divisionen aufzusteigen.

MyClub, Konamis Alternative zu Ultimate Team

Ein großes Problem besteht allerdings bei den Lizenzen. So gibt es lediglich drei deutsche Vereine, was der FC Bayern München, der VFL Wolfsburg und Borussia Mönchengladbach sind. Für mich als Frankfurt-Fan ist dies natürlich etwas ärgerlich. Zudem wurden bei etlichen unlizenzierten Teams sowohl Wappen als auch Teamname geändert. Beispiel: FC Chelsea zu London FC

Neben den etlichen Einzelspielermodi gibt es natürlich auch die Möglichkeit, online gegen andere Spieler anzutreten. Highlight ist hier wohl der MyClub-Modus, der ähnlich wie Ultimate Team bei FIFA funktioniert. Wo Ultimate Team schon seit mehreren Jahren sehr erfolgreich läuft, muss sich Konamis Äquivalent meines Erachtens nach erst noch entwickeln, um überzeugen zu können. Zwar bietet der Modus zu Beginn ein Tutorial und per Tastendruck lässt sich auch eine Hilfe zuschalten, allerdings ist er auf den ersten Blick zu unübersichtlich und zu komplex, um schnell Spaß zu haben.

Besitzer von PES 2016 können sich den DLC zur EM 2016 in Frankreich kostenlos herunterladen. Auch eine Retail-Version, die das Hauptspiel Pro Evolution Soccer und den DLC enthält, gibt es im Handel zu erwerben.

Deutschland als Sieger der EM 2016.Ob das auch in echt was wird.

Gameplay

Positiv fällt auf, dass die Steuerung komplett benutzerdefinierbar ist. Mir war es so recht einfach, die Tasten auf die klassische, mir bekannte FIFA-Steuerung umzustellen.

Spielabflüsse wirken wesentlich weniger gescriptet, sondern entwickeln sich aus dem Spiel und der Spieldynamik heraus. So geht es auch beim Zweikampf dynamischer und manchmal unvorhersehbar zu. Die gleiche Situation kommt so nicht immer wieder zustande. Weiterhin bewegen sich die Spieler sehr realistisch, gerade bei schnellen Drehung oder ähnlichem. Sie stolpern, müssen sich erst wieder fangen oder verlieren an Tempo. Während man bei FIFA 16 mittlerweile die Situationen kennt und nahezu immer weiß, ob nun ein Tor fällt oder nicht, ist dies bei PES komplett anders. Wie bei den Zweikämpfen tauchen auch vor dem Tor die gleichen Szenen nur selten auf.

Götze mit einem Schuss aus Tor

Nett ist zudem die Option der manuellen Steuerung, die es ermöglicht, Pässe und Schüsse so präzise wie möglich zu gestalten.

Die Schiedsrichterleistung dagegen ist milde ausgedrückt schlecht. Fouls werden nicht abgepfiffen oder die kleinste Aktion wird direkt geahndet. Hier muss sich beim nächsten Ableger definitiv etwas ändern. In über 20 Spielen, die ich absolviert habe, hatte ich lediglich drei Freistöße, Elfmeter gab es hingegen gar nicht.

 

Technik

Die Fox Engine, die auch schon bei Metal Gear Solid V: The Phantom Pain zum Einsatz kam, hilft dem Spiel, eine beeindruckende Optik zu erzielen. Gelinde gesagt, die Graphik ist phänomenal. Die Spielermodelle sind, vor allem in der Nahansicht, hervorragend. Sie wirken wesentlich lebendiger als bei der Konkurrenz und sind den jeweiligen Spielern direkt zuzuordnen. Auch die Animation der Spieler an sich ist von höchster Qualität, wie man besonders bei den Wiederholungen sehen kann.

Negativ zeigt sich das recht benutzerunfreundliche Menü und die langen Ladezeiten. Egal wohin man wechselt, es folgt eine störende, zu lange Ladezeit. Gerade vor den Partien dauert es einfach zu lange, bis man im Spiel ist. Störend war für mich vor allem die Tatsache, die Torwiederholungen nicht direkt überspringen zu können, da man danach immer direkt in die Sofort-Wiederholung geworfen wird und diese auch erst beenden muss.

Manuel Neuer fast fotorealistisch

Fazit

Ich hatte mit dem Spiel auf jeden Fall meinen Spaß, muss aber gestehen, dass die Abwesenheit etlicher Lizenzen mir diesen doch eher verdirbt. Es lassen sich wohl aber von Fans erstellte Packs runterladen, die zum Beispiel die Bundesliga oder Premier League ins Spiel einfügen. Zusammen mit den richtigen Wappen, Trikots und Namen.

Sehr störend fallen die sehr langen Ladezeiten und die immens überladenen Menüs auf. Diese hindern daran, schnell ins Spiel einsteigen zu können. Schlichter wäre hier deutlich besser.

Wo PES aber vieles richtig macht ist auf dem Platz. Nach mehreren hundert Stunden FIFA über die letzten Jahre, hatte ich mit Konamis Fußballspiel eine Menge Spaß. Das ungescriptete, teils unvorhersehbare Spielverhalten hat mich überrascht und überzeugt, auch dem Nachfolger eine Chance zu geben und EAs Produkt nächstes Mal im Regal stehen zu lassen.

Kommentare
Sebastian Kunz 18. Mai 2016 um 7:59 Uhr

Ich spiele eigentlich keine Fußballspiele, aber im direkten Vergleich ist PES doch eine ganze Ecke schwächer. Man ist durch FIFA einfach von den Lizenzen verwöhnt und ich habe auch das Gefühl, dass Konami nicht mehr ganz bei der Sache war.

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