Test – Pure Hold’em

Als vor einigen Jahren der Film James Bond 007: Casino Royal in die Kinos gekommen […]

Als vor einigen Jahren der Film James Bond 007: Casino Royal in die Kinos gekommen ist, begann plötzlich ein wahrer Run auf die Pokertische. Auf einmal wurde, statt den Abend mit Brettspielen zu verbringen, lieber eine Runde Poker mit Freunden abgehalten. Auch Online-Poker wurde immer beliebter und ist es bis heute noch.

Leider lassen sich gute Pokerspiele auf Konsolen nur schwer ausfindig machen, was eigentlich verwunderlich ist, denn es gibt durchaus einen Markt – wenn auch nur einen kleinen.

Die VooFoo Studios aus England möchten diese Lücke nun füllen und haben sich nun dem Thema Poker angenommen, Texas Hold’em Poker um genau zu sein. Die VooFoo Studios sind nicht ganz unbekannt, sie haben bereits Pure Chess und Pure Pool entwickelt. Letzteres ist mir sehr viele Abende treu geblieben, wenn ich einfach mal eine Stunde in Ruhe den Abend ausklingen lassen wollte. Für alle Fans des Pool sicher einmal einen Blick wert. Aber wie hat sich VooFoo bei seiner neuesten Kreation Pure Hold’em geschlagen?

Neue Chips aussuchen oder Karten-Motive auswählen leicht gemacht

Wie viel Poker erwartet uns?

Ganz viel. Das Spiel bietet uns verschiedene Möglichkeiten, unter anderem: Turnier, Offline spielen, Offener Tisch, Privater Tisch, Mein Poker. Turnier ist der Online-Modus mit Einsatz bei dem ihr euch gegen andere Spieler behaupten müsst. Offener Tisch ist ein freies Spiel mit anderen Spielern gegen die ihr ebenfalls online spielt, allerdings mit weniger Wettkampfgedanken wie beim Turnier. Privater Tisch wird mit Freunden gespielt, die das Spiel ebenfalls besitzen. Diesen Modus konnten wir leider nicht testen. Mein Poker erlaubt es verschiedene Dinge freizuschalten und auszuwählen, unter anderem die Muster und Motive der Karten, das Aussehen der Chips sowie Tischfarbe und Tischmuster.

Spannende Online-Matches

Das Onlinespielen funktioniert fehlerfrei und macht Spaß. Hier kann man während der Wartezeiten die Statistiken der Mitspieler anschauen, dies geschieht mit der R1 Taste auf dem PlayStation 4 Controller.

Wer die Online-Modi spielen möchte, wird auf viele spannende Momente treffen, muss aber teilweise auch etwas Geduld mitbringen, denn hier sind die Ladezeiten teilweise bei 10 Minuten bis ein Match beginnt, je nachdem wie viele Spieler gerade online sind und diesen Modus teilnehmen möchten.

Man kann ja nicht immer gewinnen

Das Spiel hat leider die Möglichkeit verpasst, auch Matches mit weniger als acht Teilnehmern zu ermöglichen. Das bringt zwar eine schöne große Runde von Spielern an den Tisch, wird aber in der Zukunft sicher noch ein Problem werden wenn die Server nicht mehr so gut besucht sind. Hier wird hoffentlich noch ein Patch folgen, der die Menge der Teilnehmer anpassbar macht. Die Server laufen größtenteils stabil und fehlerfrei, es kam bei ungefähr sechs Spielstunden zu einem einzigen Abbruch der Spiels, leider in der Runde als ich ein gutes Paar auf der Hand hatte und geführt habe. Schade.

Die Atmosphäre muss stimmen

Eine Sache die mir bei Pure Pool von VooFoo sehr gut gefiel war die Atmosphäre. Es war ein einfaches Pool-Spiel, aber man hatte ständig das Gefühl nicht allein zu sein. Im Hintergrund hörte man Menschen lachen und sich unterhalten, aber auf einem Pegel wo es angenehm und nicht störend war. Leider ist genau dieser Pluspunkt bei Pure Hold’em nicht so gut getroffen, es gibt zwar Geräusche im Hintergrund, aber wirkt nicht so stimmig und etwas eintönig. Ich empfand die Musik im Spiel teilweise etwas störend, aber hier kann man nach seinem Geschmack das Genre der Musik auswählen. Hier hat man die Auswahl zwischen Blues, Jazz, Elektro, Hip-Hop uvm. Die Musik lässt sich im Spiel relativ leicht umstellen, ein Druck auf den rechten Analogsticks (R3) genügt.

Das Auge spielt mit

Das Spiel ist grafisch sehr gut. Kaum ein Pixel ist erkennbar und Kanten glatt, die Farben sind angenehm und es lässt sich viel Zeit an einem Stück mit dem Spiel verbringen. Auf Gegenspieler in menschlicher Form wurde verzichtet. Stattdessen schauen uns Tablets mit dem jeweiligen Avatar der Spielers beim Grübeln an. Was zunächst etwas befremdlich wirkt, macht aber durchaus Sinn, denn auf dem Tablet werden auch Statistiken, aktueller Stand der Chips und vor allem die Entscheidungen angezeigt. Wenn der Spieler erhöht, mitgeht, passt oder All-In geht, sehen wir alles über dieses Tablet. Ebenso sehen wir dort auch einen Countdown, wie lange der Gegner noch Zeit hat für seine Überlegungen.

Spannende Momente wie das Aufdecken des River werden am Ende mit einer Slowmotion belohnt – das macht es noch etwas spannender und ist gut inszeniert. Auch der gesamte Ablauf des Pokerspiels selbst ist flüssig und läuft flott, so wie es auch sein muss. Lediglich im Online-Modus kann ein Spielzug gerne mal ein paar Sekunden dauern, aber das ist noch zu verkraften.

Das Spiel spielt sich recht intuitiv, mit L2 oder R2 können wir unsere Karten einsehen, beim loslassen der Taste werden sie wieder hingelegt. Ebenso wurde als kleine Spielerei das Touchpad des PlayStation 4-Controllers mit einbezogen und es lässt sich damit spielerisch in die eigenen Karten schauen. Mit Drücken des linken Analogsticks (L3) können wir die Kamera entweder weiter weg oder in eine nahe Ansicht stellen.

Öfters verdeckt das Interface unsere Karten.

Mitgehen, Passen, Erhöhen – Die Tastenerklärungen sind immer eingeblendet, das macht es vor allem Anfängern sehr einfach die Möglichkeiten einzusehen. Leider verdeckt dieses Interface bei einigen Kameraeinstellungen die eigenen Karten ein wenig, sodass man unter Umständen nicht einmal sehen kann, welche Karten man auf der Hand hat. Dies hätte man wirklich einfacher lösen können: Interface ausblenden beim Drücken der Taste wäre hier besser gewesen. Hier ist es wohl beim Lokalisieren des Spiels nicht aufgefallen, dass die deutschen Texte eventuell länger sind als die originalen englischen.

Der Pokerabend wurde durch unnötige Credit-Politik etwas unterbrochen

Credits erobern die schöne, heile Spielewelt

Das Spiel hat ein Credit-System, womit wir auch beim größten Negativpunkt des Spiels wären. Zu Beginn des Spiels bekommt der Spieler ein Guthaben von 100 Credits. Wenn man nun ein Online-Turnier bestreiten möchte, kostet es mich 100 Credits – sozusagen die Teilnahmegebühr, damit ich dabei sein darf.  Es gibt zwar auch eine Runde ohne Einsatz, aber ohne ein gewisses Risiko macht Poker nur wenig Spaß. Leider lief die erste Runde mit Einsatz nicht sonderlich gut für mich, so dass ich schnell mein 100 Credits Guthaben aufgebraucht hatte. Das Spiel lies anschließend keine Gelegenheit aus, mir meine Möglichkeiten zu präsentieren: Kaufe nun Credits im PSN-Store oder spiele den Offline-Modus um neue Credits zu erhalten.

Ich finde Credits sinnvoll wenn sie eine Art Währung im Spiel sind um ein Ziel zu erreichen, aber nicht um mich dann nochmal zur Kasse zu bitten. Bei einem Preis von 19,99 EUR ist es eigentlich schon frech, noch einmal Geld zu verlangen, vor allem nach einer Spielzeit von vielleicht einmal 20 Minuten. Nachdem mir klar geworden ist, dass ich so nicht weiterkomme, habe ich schlagartig die Lust am Spiel verloren und habe mich mit den anderen Modi amüsiert. Immerhin kann man im Offline Spielen Modus auch relativ einfach Credits gewinnen, in dem man ein paar gute Runden spielt oder Gewinner der Pokerrunde wird. 

Fazit

Pure Hold’em ist technisch gut und es macht Spaß, ein Spiel was jeder Poker-Fan gut einige Stunden spielen kann. Über die kleinen Schwächen wie die schwache Atmosphäre und überlappende Interfaces kann man noch hinwegsehen, denn Geschmäcker sind verschieden. Die Wartezeiten im Online-Modus könnten in Zukunft noch ein Problem werden wenn die Anzahl der Spieler weniger geworden ist. Hier bin ich gespannt darauf, ob es in Zukunft noch ein Update mit mehr Einstellungsmöglichkeiten geben wird.

Die Sache mit den Credits wirkt sehr aufgesetzt und unnötig, ich hätte mir gewünscht wenn das Spiel ohne diese Möglichkeit ausgekommen wäre. Die fehlenden Spieler und somit lange Wartezeiten im Online-Modus können durchaus durch nicht vorhandene Credits der Spieler erklärt werden. Da uns leider keine Zahlen über Spieler bekannt sind, können wir hier nur spekulieren. Leider habe ich im Turnier Modus mit 10.000 Credits Einsatz fast 30 Minuten warten müssen, bis es dann losgehen konnte.

Ein Spiel für Zwischendurch mit einigen kleinen Macken, aber durchaus zu empfehlen. Wenn man ein paar gute Karten hat und etwas Geduld mitbringt kann man mit Pure Hold’em ein paar schöne Stunden verbringen.

Wir haben die PlayStation 4 Version getestet, das Spiel kostet im europäischen PSN Store 19,99 EUR und ist ebenfalls auch für Xbox One und PC erhältlich.

Kommentare
72off 29. Juli 2016 um 23:01 Uhr

FRECHHEIT!!!!
Was ein quatsch ihr da faselt…..20euro hätte ich lieber in alk gesteckt um diesen mist zu ertragen!!! Eine schweinerei ist das,dass man so viel geld für so wenig poker zahlt….1. Spielt man fast nur( 95% ) gegen den computer…dabei sind sie so ausgerichtet dass, wen sie mitgehen zu 95% die bessere hand hält und sie raus bluffen is nicht..sie erkennen alles!!!
Es gibt noch so viele punkte aber ds geht zu lange…
Dieses spiel hat in allen berreichen sehr grossen nachholbedarf und ich hoffe das die das hinkriegen und den 20euro gerrecht werden….