Test – Senran Kagura Shinovi Versus

Erstmals hat es ein Teil der Reihe Senran Kagura auf den PC geschafft und wir haben den Ecchi-Brawler für euch getestet.
AUSDRÜCKLICH NICHT ARBEITSSICHER (NSFW)!

Dieser Artikel enthält Bildmaterial, das als anstößig oder sogar pornographisch betrachtet werden kann und gilt damit als NICHT ARBEITSSICHER (NSFW).

Bei Senran Kagura Shinovi Versus handelt es sich um den zweiten Teil der Reihe und erschien 2014 für die PS Vita. Vor Kurzem erst begann eine Welle von PC-Portierungen beliebter japanischer Konsolenspiele, wie etwa Warriors oder Final Fantasy. Nun sollen also auch Heimrechnerninjas in den Genuss von nackten Schulmädchen mit großen Brüsten kommen. Ja, genau. Die Senran Kagura-Titel sind dem Anime-Subgenre Ecchi zuzuordnen, dementsprechend sieht man reichlich nacktes Fleisch.

Zu Beginn wählt der Spieler eine von drei Schulen, denn alle Charaktere im Spiel sind angehende Shinobis in geheimen Institutionen. Die Hanzō-Schule kennen Spieler von Senran Kagura Brust Burst (2013) bereits. Doch ihre Konkurrentinnen der Hebijo-Akademie sind komplett gegen neue Anwärterinnen ausgetauscht worden. Wieso, erfährt man natürlich im Laufe der Geschichte. Neu ist die dritte Schule, Gessen. Jede dieser Kampagnen verfügt über fünf eigene Hauptcharaktere und entsprechende Rahmenhandlung. Im Übrigen lässt sich der Handlungsstrang jederzeit wechseln, sodass man mit demselben Speicherstand alle drei Kampagnen abschließen kann und dann gibt es eine Überraschung.

Senran Kagura Shinovi Versus ist zu ungefähr gleichen Teilen Brawler im Stile von Warriors und Visual Novel. Man verbringt ausgesprochen viel Zeit damit, den auf Japanisch vollvertonten Dialogen zu lauschen, die oft genug irgendwo zwischen gutem Humor und Fremdscham angesiedelt sind. So erfährt man reichlich über die jungen Shinobi-Damen, ihren Verhältnissen untereinander, zu ihren Konkurrentinnen sowie ihren (selbstverständlich) düsteren Vergangenheiten. Alle möglichen Archetypen sind hier vertreten: Die selbstbewusste Anführerin, die finstere Streiterin, die Unsichere und die Kleine, die natürlich super-kawaii ist. Trotz dieser Klischees nimmt sich Senran Kagura selbst nicht ernst und spielt teilweise mit den Tropen des Genres solange, bis man das Gesicht in den Händen vergräbt oder einfach nur lacht. Es ist albern und macht einfach Spaß.

Gameplaytechnisch erfindet Senran Kagura Shinovi Versus das Rad kaum neu: ein Stick zum Laufen, ein Stick für die Kamera, leichter Angriff, schwerer Angriff, Sprung, Block, Dash. Erst durch die Kombinationsmöglichkeiten der verschiedenen Elemente kommt ein Fluss auf, der bei Kombos im vierstelligen Bereich endet. Ich bewerte die Passagen mit vielen Wegwerfgegnern aber eher als lästig und ich wollte da nur schnell durch, denn die eigentlich interessanten Begegnungen waren die Duelle mit anderen Shinobis.

Das Gimmick der Reihe ist, dass die Kämpferinnen im Laufe des Kampfes ihre Kleidung verlieren. Das wird selbstverständlich durch Zwischensequenzen entsprechend zelebriert und läuft in mehreren Stufen ab: Unversehrte Uniform, zerrissene Uniform, Unterwäsche, nackt (tatsächlich zensiert). Darüber hinaus können die jungen Ninjas die Shinobi-Form annehmen, bei der sie ihr Kostüm auch wechseln und neue Moves sowie Fähigkeiten erhalten, wie etwa die Secret Ninja Arts. Zusätzlich kann noch der Frantic Mode initiiert werden, der den Spieler zur Glaskanone macht. Ausgesprochen positiv muss aber hervorgehoben werden, dass die Damen alle einzigartige Movesets haben, sodass sich jeder Charakter anders spielt. Asuka, die auch der Hauptcharakter des Animes ist, zum Beispiel kämpft mit zwei Wakizashis und ist extrem mobil, während Hibari ein Bewegungsmuster hat, das ich zu hassen lernte: Gesäßbomben aus der Luft scheinen ihre einzige Waffe zu sein.

Was viele sicherlich interessieren wird ist, inwiefern sich die Charaktere anpassen lassen. Sehr großzügig, lautet hier die Antwort. Nicht nur lassen sich Dutzende Uniformen, Frisuren, Katzenohren, Schwänzchen und Konsorten bei der digitalen Anime-Barbiepuppe auswählen, man kann sogar das Shinobi-Kostüm wechseln, falls der Standard nicht gefallen sollte; die Auswahl ist da sehr groß. Wer auch unter den Hüllen dem Chic verfallen ist, kann selbstverständlich weitere Unterwäsche kaufen oder in der ‚Lingerie Lottery‘ gewinnen. Ich finde es verblüffend, wieviel Energie die Entwickler in unzählige Schlüpper, Nippelaufkleber und Dessous investiert haben. So sieht Entschlossenheit aus!

Technisch bin ich gespalten. Einerseits läuft das Spiel mit sehr stabilen 60 Bildern die Sekunde, andererseits lässt sich bis auf die Auflösung auch nichts verändern. Insofern liegt der Verdacht nahe, dass bei der Portierung bis auf die Framerate keine Änderungen durchgeführt worden sind. Das ist allerdings auch kaum dramatisch, denn durch das Cel Shading hat der Titel seinen eigenen Charme und sieht stimmig aus, verbraucht dabei auch kaum Ressourcen. Ärgerlich ist nur, dass man angesichts dessen mit schwammigen Texturen hie und da leben muss. Ironischerweise leidet besonders die Unterwäsche an verpixelten Texturen, wo sie doch so gerne in den Fokus gerückt wird.

Ein Multiplayer liegt auch vor, ist aber nicht besonders stark bevölkert. Im Test ergab sich, dass es tatsächlich ein Modus für Hardcore-Enthusiasten ist, denn Dinge wie Unterbrechungen aufgrund von Animationen entfallen natürlich und es ist ein chaotisches Durcheinander, bei dem Veteranen die Einsteiger nur so verhackstücken. Es entfällt schlichtweg der Charme, den das Spiel im Singleplayer durch die Bank mitbringt. Das kann man dem Modus allerdings nicht anlasten, es ist ein nettes Extra und zugleich Fanservice.

Als Gesamtwerk kann ich Senran Kagura Shinovi Versus empfehlen, denn es ist ein rundes Paket ohne sonderliche Ecken und Kanten – eben wie eine… ihr wisst schon. Es ist lächerlich albern und brachte mich oft zum Lachen. Die komplette Vertonung ist sehr hochwertig und umfassend; lediglich kürzere optionale Dialoge sind soundfrei. Die Menge an Content stimmt (etwa fünf Stunden pro Kampagne plus optionale Missionen) und aus gameplaytechnischer Perspektive fand ich die guten Animationen sowie die sehr unterschiedlichen Movesets vorbildlich. Und natürlich die sehr großzügige Brustphysik. Aber sowas würde ich nie zugeben.

Kommentare
Nase 20. Juni 2016 um 15:41 Uhr

Was für eine sexistische Kackscheiße 😀

    Matze Keßler 20. Juni 2016 um 17:27 Uhr

    Japaner halt^^

    Dawid Gryndzieluk 20. Juni 2016 um 17:26 Uhr

    Über geistreiche Denkanstöße freue ich mich immer wahnsinnig! Vielen Dank!