Test – Sigma Theory (Early Access)

Ob Sigma Theory was mit der String Theory zu tun hat?

Sigma Theory – das Spiel des französischen Indie-Entwicklers Mi-Clos Studio erschien jetzt auf Steam im Early Access. Seit dem 18-en April dürfen wir unsere Hand an das Rogue-Like-ähnliche Strategiespiel anlegen. Wir ziehen die Fäden (Strings, höhö) im Hintergrund und befehligen unsere Wissenschaftler und Agenten, um das große Ziel zu erreichen: die Entdeckungen, die die Welt für immer verändern werden.

Die Ehepartner können unterstützen und fragen zwischendurch nach Hilfe unsererseits.

Das Studio Mi-Clos dürfte einem von dem ziemlich coolen Rogue-Like-Spiel Out There, was man nicht nur auf dem PC, sondern auch auf den Smartphones gespielt haben mag, bekannt vorkommen.

Wenn man Sigma Theory startet, legt man als erstes ein Land und den Namen fest, praktisch die eigene Identität. Als nächstes wählt man dann die Nation und das Geschlecht des Lebensgefährten, welcher auch im Spielverlauf eine Rolle spielen wird.

Beim Rekrutieren muss man die zum Interessen des Agenten passende Antwort aussuchen.

Zum Start soll man insgesamt vier Agenten rekrutieren: jeder von diesen besitzt eigene Fähigkeiten, in denen er besser oder schlechter sein soll und jeder von diesen hat eine eigene Vorgeschichte und Charakter vorzuweisen. Um den Agenten anzuheuern, muss er bewilligt sein mit einem zu arbeiten und das erreicht man durch Studieren seiner Akte. Man kommuniziert mit dem Agenten und soll die Frage beantworten, warum dieser für uns arbeiten solle. Dabei gibt es drei Antworten zur Auswahl – passt die Antwort dem Agenten, ist dieser ab sofort in unserem Kader, falls nicht, darf man ihn nicht mehr für die kommende Spielrunde ansprechen. Es gibt einige Superagenten, die besonders zu Anfang stark sind, jedoch darf man nur einen solcher Sorte in den vier Startagenten haben. Gekennzeichnet sind sie durch eine Medaille am Namen. Die Attribute der Mitarbeiter belaufen sich auf zwei Parameter – Stärke und Intelligenz. Je nach Einsatz ist das eine oder das andere von größerer Relevanz – die Mischung letztendlich macht‘s. Weitere Eigenschaften, was die Agenten auch auszeichnet, fallen unterschiedlich aus: zum Beispiel Verführungskünstler, Tarnungsexperte (fällt wohl zweideutig aus), Pazifist usw. Die Eigenschaften werden im späteren Verlauf wichtig, man muss dies auch bei den Einsätzen bedenken. Sie lassen sich durch die wissenschaftliche Forschungen und Entdeckungen im Spielverlauf erweitern. Und je mehr man spielt, desto mehr Agenten schaltet man für die Rekrutierung frei.

Unsere vier Rekruten – mit diversen Spezialisierungen und Fähigkeiten.

Das Ziel des Spiels an sich ist es, die Forschungen schneller als andere Staaten voranzutreiben und genug Punkte zu sammeln, um am schnellsten im Sigma Feld anzukommen und dort die besten Forscher einzusetzen. Die zwei Wissenschaftler, die man zu Beginn bekommt, werden auch zufällig ausfallen und ihre persönliche Eigenschaften besitzen. In ihren Forschungsfeldern können sie dann mit voller Geschwindigkeit oder mit spezifischer Boni eingesetzt werden. Der Forschungsbaum besteht aus fünf Zweigen (Neuro-, …) und pro Zweig dürfen zwei Wissenschaftler tätig sein.

Je nach Forschungszweig weckt das Interesse der unabhängigen Gruppierungen, die für ihre hart gewonnene Kenntnisse Angebote verbreiten würden. Was ganz wichtig ist, je nach Ausgangslage und Entscheidung kann die Apokalypse Uhr in eine oder andere Richtung bewegt werden. Wenn die Uhr durch schädliche Entscheidungen vollläuft, ist das Spiel beendet und ein nuklearer Konflikt erlöscht das Leben auf der Erde. Daher sollte man über einige Ereignisse etwas länger überlegen und die passendere Wahl treffen.

Die Weltübersicht aus unserer Steuerzentrale. Die Agenten stehen bereit für den Einsatz.

Unser Leiter der Sigma Abteilung Herr van Pimmelsen (freie Namenswahl bringt immer Freude) schickt die Agenten in die anderen Länder, um die nötigen Informationen über die Schwächen und kompromittierenden Daten zu den Anführern herauszufinden. Diese lebenswichtige Informationen können in den Verhandlungen helfen und andere Mächte erzwungenermaßen mit sich kooperieren lassen oder andere Forschungsergebnisse zu verschaffen. Jedes Land hat eine Beziehungs- und Alarmstufenanzeige zu unserer Nation, die wir ständig im Auge behalten sollten. Durch gescheiterte und erfolgreiche Einsätze unserer Agenten werden diese immer nach unten korrigiert. Um nicht in einen bewaffneten Konflikt zu geraten, sollte man stetig politisch agieren und die Politiker durch vorhandene Mittel beeinflussen.

Die interaktive Extraktion unseres Agenten mit einem wichtigen Wissenschaftler.

Die Agenten können auch sehr hilfreiche Informationen zu den Forschungen und den eingesetzten Wissenschaftlern kundig machen. Die Wissenschaftler, je nach deren Eigenschaften, können überredet, verführt oder gezwungen werden für den Wohl unseres Landes zu arbeiten. Dabei taucht eine weitere interaktive Spielmechanik auf: beim Entführen oder dem freundlichen Begleiten der Wissenschaftler aus dem anderen Land. Eine neue Ansicht geht auf und der eingesetzte Agent sucht den Ausweg zum Fluchtpunkt. Auf dem Weg lauern unterschiedliche Gefahren, die stark von der Alarmstufe des Lands abhängig sind. Man begleitet den eigenen Agenten auf der Mission praktisch und trifft für ihn die Entscheidungen auf dem Weg. Je nachdem wie der Agent sich im Land auskennt oder je nachdem wie seine Fähigkeiten und Attribute ausfallen, fällt das leichter oder schwerer aus. Erfolgreich ist die Mission abgeschlossen, wenn der Agent den Extraktionspunkt erreicht hat. Beim Treffen auf Patrouillen oder andere Hindernisse kann unser Untergeordneter auch im Knast oder im Sarg landen. Ist die Anzahl der eigenen Agenten weniger als vier geworden, kann die eigene Regierung zwischendurch einen neuen zufälligen Kandidaten vorschlagen. Das jedoch ist auch sehr von der eigenen Beziehung zum Land abhängig. Liegt diese unterhalb der 50%, kann man euch auch die Handhabung über zwei Einsatzdrohnen entziehen. Diese Drohnen (eine Angriffs- und eine Verteidigungsdrohne) können ziemlich nützlich ausfallen. Entweder unterstützt man die anderen Ländern in bewaffneten Konflikten mit diesen, um die Beziehungen auszubauen, oder setzt man für Spionage und Unterstützung eigener Agenten im Einsatz.

Die Agenten mit coolen Hackerfähigkeiten können sich in die Systeme der Mitstreiter versuchen einzuklinken und diverse Informationen ziehen oder Sabotage betreiben. Somit wäre es theoretisch auch möglich, die Haftbefehle für eigene Agenten zu entfernen. Ja, es werden auch Haftbefehle verhängt, wenn die Agenten sich ungeschickt anstellen.

Nach dem erfolgreichen Abschluss einer Mission im anderen Land wächst das Misstrauen.

Andererseits ist man auch in den eigenen vier Wänden vor feindlichen Spionen nicht geschützt. Man kann die fremden Agenten mit eigenen Aufspüren und ihre Missionen im Sand verlaufen lassen. Oder wenn man viel Glück hat, schnappt man sich einen und verhört diesen. Je nach Fähigkeiten des Agenten rückt dieser freiwillig mit den Informationen raus oder es stehen unterschiedliche „Verhörmethoden“ zur Verfügung. Da sollte man es nicht übertreiben und die Leute nicht ins lethale Verderben schicken.

Ein Hacking-Auftrag, natürlich aus einem anderen Land, um die Spuren wegzuwischen.

Sigma Theory macht Spaß und ist immer wieder für einen Spieleabend durch die Vielfalt der Zufälle gut. Es ist nicht überladen, dass man sich entspannt in die Spionageabenteuer ohne großen Aufwand entspannt starten kann. Von der Aufmachung her inspiriert Sigma Theory von der Sparte der Spiele a la Uplink oder Defcon. Wer sich mit diesen Titeln wohl fühlt, wird sich hier auch sehr gut aufgehoben fühlen. Normaler Preis beläuft sich derzeit auf 17,99€ im Steam Store, ist jedoch auch bei GOG ohne DRM verfügbar. Mit diesem Spielkonzept und der Verpackung wäre es bestimmt ziemlich bequem auf einem zum Beispiel Tablet spielbar. Da gibt es aber derzeit keine Informationen seitens Mi-Clos Studio.

Vor zwei Jahren durften wir die Vorschauversion auf der Gamescom 2017 anspielen und ein Interview mit dem Entwickler führen (auf Englisch):

Fazit

Bis auf rare, kleinere Bugs mit der UI sind noch ein-zwei Übersetzungsfehler aufgefallen, insgesamt aber scheint das Spiel sehr stimmig und interessant auszufallen. Falls ihr nach einem Strategiespiel für zwischendurch sucht, werdet ihr hier ganz sicher fündig. Die Stunden, die ich in Sigma Theory verbracht habe, haben stets Spaß gemacht. Obwohl das Spiel sich im Early Access (was teils in letzten Jahren sich zu einem Schimpfwort entwickelt hat) befindet, spricht nichts gegen einen gewagten Kauf.
Positiv
  • Abwechslung
  • Zufällig verlaufende Runden
  • Interessante Mechaniken
  • Entspanntes Gameplay
Negativ
  • Kleinere Bugs
  • Teils fehlende Übersetzung
  • Early Access (man weiß ja nie...)
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