Test – Speedlink Ledos und Decus Gaming-Mäuse

Gastbeitrag von Adrian Schumacher – Mit der Core Gaming-Serie versucht der deutsche Mainstream Elektronik-Lieferant Speedlink […]

Gastbeitrag von Adrian Schumacher – Mit der Core Gaming-Serie versucht der deutsche Mainstream Elektronik-Lieferant Speedlink gezielt Gamer zu begeistern. Heute stellen wir euch daraus zwei Probanden vor, die neben in vielen größeren Elektronikmärkten, auch häufig im Online-Versandhandel zu finden sind. Gemein ist den Produkten ein mehr oder weniger roter Faden der sich durch die gesamte Serie zieht. Die Mäuse der Serie bringen einen fast zwangsläufig dazu, an jene Matrix-Eingangs-Szene zu denken, in der Neo einer Frau im roten Kleid sein Augenmerk widmet und darüber fast seine eigentliche Aufgabe aus den Augen verliert. Mindestens genauso auffällig, in der breiten Masse der schwarz-grauen Einerlei-Peripherie, sind die Gaming-Nagetierchen von Speedlink.

Das Einsteiger-Modell: Die LEDOS GAMING MOUSE:

© Speedlink

Die Ledos geht schon für einen Straßenpreis von unter 20 € online über die  virtuelle Ladentheke und ist bald in zwei Varianten verfügbar, der Standard Version ganz in Rot, sowie der am 24. März 2015 erscheinenden Limited Edition in schwarz.

Die Einsteiger-Maus LEDOS zeichnet sich wie erwähnt durch seine rote breathing LED-Beleuchtung und einer an den Seiten gummierten Oberfläche aus. Die Gummierung gewährleistet einen guten Halt der Fingerkuppen an ihr. Daneben sind die äußeren Hauptmerkmale eine Sniper-Taste (linke Seite) sowie eine ebenfalls vorhandene Schnellfeuertaste (rechte Seite). Die Beleuchtung ist nicht zu hell, sodass sie im Alltag stören würde. Als optisches Manko lässt sich höchstens feststellen, dass der weiße Kunststoff-Körper der Maus nicht komplett gleichmäßig ausgeleuchtet wird, sodass bei normaler Zimmerbeleuchtung jeweils am Kopf und Ende der Maus jeweils ca. 1-1.5 cm nicht ausgeleuchtet werden. Das 1.8 m lange Kabel der LEDOS ist rot-schwarz ummantelt und hinterlässt einen wertigen Eindruck. Auf der Oberseite der Maus finden wir natürlich das Mausrad, über dem die dpi-Taste thront. Die Verarbeitung ist für den Preis durchweg sehr gut, nichts wirkt billig oder wackelig.

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Das Mausrad arbeitet ohne zu große Sprünge präzise und flüssig, das Scrollverhalten ist angenehm. Der Mausrücken ist im Gegensatz zu anderen Modellen recht hoch, was vor allem beim anfänglichen Gebrauch gewöhnungsbedürftig ist. Die Maus ist durch ihren recht symmetrischen Aufbau laut Hersteller für Links- und Rechtshänder geeignet. Beide (Aktion-)Seitentasten liegen recht weit vorne, was dazu führt, dass die Taste, die mit dem Daumen betätigt wird (beim rechtshändigen Autor die Snipertaste) durch den hohen Mausrücken schwer zu erreichen ist. Dadurch kam es beim Autor unverhältnismäßig schnell zur Handermüdung. Die Taste selbst funktioniert zuverlässig und reduziert die optische Auflösung (gemessen in dpi) im Spiel während sie gedrückt wird auf 500 dpi und stellt danach den zuvor gewählten Modus wieder her. Die Auflösung kann in vier Stufen geregelt werden: 500/1.250/2.000/3.000 dpi. Die LEDOS kommt ohne eigene Treibersoftware, der gewählte Modus wird jedoch gespeichert. Die Polling-Rate beträgt 125 Hz, was für eine Gaming Maus einen recht niedrigen Wert darstellt, in der Praxis aber völlig ausreichend ist. Die Rapidfire-Taste funktioniert ebenfalls zuverlässig und ist für Rechtshänder auch mit kleineren Händen gut zu erreichen. Einzig die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer solchen Taste muss sich jeder Gamer selber stellen, da man auch durch ein schnelles zweifachen Drücken der normalen Maus den gleichen Effekt erzielen kann, zumal sich beide Tasten nicht effektiv programmieren lassen. Die LEDOS verfügt damit lediglich über vier programmierbare Tasten, dies hätte man sicherlich besser lösen können. Dies ist aber wohl dem Umstand des Einsteigersmodels der Core-Gaming-Serie geschuldet. Die Maus selbst ist darüber hinaus recht leicht und lässt sich somit auch ohne größere Mühe lange Zeit schnell und einfach mit ihrem Hartplastikboden über das Mauspad bewegen, was low-sense Spielern entgegenkommt. Neben der Maus liegt nur ein einfacher multilingualer Quik-Install-Guide bei.

Die Speedlink DECUS GAMING MOUSE

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Neben der LEDOS hat Speedlink aktuell noch drei weiter Mäuse in seiner Core Gaming-Serie, uns steht die DECUS GAMING MOUSE zum Test bereit, welche im Gegensatz zu den beiden anderen Mäusen ebenfalls seit Anfang der Serie im Speedlink-Sortiment ist. Damit stellen LEDOS und DECUS die Grundpfeiler der Speedlink-Gamingmäuse dar. Die DECUS Gaming-Maus zeichnet sich genau wie die LEDOS durch ein kräftiges rot-schwarzes Design aus, laut Hersteller-Seite wurde die Maus ebenfalls als Limited Edition angeboten, ein neuer Liefertermin ist dem Autor jedoch nicht bekannt. Gegen Ende 2014 wurde diese jedoch für kurze Zeit auf Amazon angeboten. Ob es eine Neuauflage der Limited Edition geben wird, ließ der Speedlink-Support uns gegenüber offen. Die DECUS ist aktuell für ca. 40-45 € verfügbar und ist damit einer der teuersten verfügbaren Speedlink-Nager.

Oberflächlichkeiten

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Die Oberfläche der DECUS ist ebenfalls gummiert, die roten Tasten der Maus sowie die schwarzen Seiten, die für eine Fünf-Finger-Ablage optimiert sind. Der gummierte Mausrücken selbst wird durch einen in Klavierlack-Optik gehaltenen Streifen unterbrochen, auf dem der teilbeleuchtete Schriftzug DECUS GAMING MOUSE prangt, dem Grip tut dies kein merklichem Abbruch. Die Farbgebung am Mausrad lässt sich durch fünf verschiedene Profile wechseln, die durch ihre Farbe angezeigt werden: Blau, Rot, Pink, Grün und Gelb. Demgegenüber steht die restliche Beleuchtung am Mausrücken, die sich in sechs verschiedene Farben (Valcano Red, Flash Yellow, Cobalt Green, Iron Blue, Midnight Blue, Tyrian Purple) und dem automatischen Farbwechselmodus einstellen lässt. Jeder Modus der Rückenbeleuchtung lässt sich ebenfalls in breathing (atmend) einstellen. Insgesamt lässt sich die Maus damit sehr stark individualisieren, etwas schade jedoch, dass den sechs Farben der Unterseite nur fünf Farben am Mausrad gegenüberstehen, so dass sich Hellblau (Iron Blue) nur an einem Teil der Maus wiederfinden lässt. Ebenfalls schön wäre eine freie Wahl der Farben am Mausrad, die nicht mit dem jeweiligen Profil wechselt. Gerade wenn man seine Maus auf den Rest seines Gaming-Systems farblich abstimmen möchte, könnte dies der ärgerliche Farbtropfen im stringentem Ästhetikempfinden werden. Dies ist sicherlich Kritik auf hohem Niveau, jedoch wird die Maus auch mit „volle Individualisierbarkeit […] der Optik“ beworben, so weit so gut. Das Kabel des roten Nagers ist ebenfalls ummantelt und wirkt sehr wertig. Die DECUS ist ausschließlich für Rechtshänder konzipiert und ermöglicht die Ablage der ganzen Hand auf der Maus, damit wird die Ermüdung der Hand stark reduziert. Langen Gamingsession steht damit nichts im Weg, auch die DECUS gleitet gut per Hartplastikunterseite. Durch das Gewicht und die große Ablagefläche ist der Nager für Highsense-Spieler prädestiniert.

Lieferumfang

Neben der Maus findet sich ein Quick-Install-Guide sowie eine CD mit Treibern und Softwareprogramm im Lieferumfang für alle gängigen Windows Versionen ab XP. Ein wirkliches Ärgernis ist das im Setup befindliche Programm namens simplicheck, bei dem nicht ersichtlich ist, ob es sich um Software für die Maus handelt oder um ein x-beliebiges weiteres Programm. Schlimmer noch, dass es sich gar nicht mal um ein kostenloses Gimmick oder aber eine Trialversion handeln würde, nein, das Programm prüft lediglich die „Risiken“ auf dem Computer und verlinkt dann auf eine kostenpflichtige Version, um diese zu beheben, mehr als dreist.

Umfangreiche Software

Bloatware Simplicheck

Die Maus hat sieben Tasten zur Verfügung, die sich alle mit der mitgelieferten Software eigenständig programmieren lassen. Einzig die Schnellfeuertaste lässt sich nicht von Windows selbst in einem Programm verwenden, sondern nur über die mitgelieferte Software ansprechen. Hier zeigt sich definitiv die Stärke der DECUS es gibt fünf unterschiedliche Profile, die wie oben erwähnt, bestimmten Beleuchtungsfarben am Mausrad zugeordnet sind. Jedes Profil bietet neben der Programmierung der Tasten vier verschiedene Auflösungsstufen, die sich über den dpi-Schalter über dem Mausrad durchklicken lassen. Jedem Auflösungseinstellung lässt sich neben dem dpi-Wert (400-5000 dpi) ebenfalls noch eine USB-Abtastrate (125Hz/250Hz/500Hz/1000Hz) zuordnen. Auch die Geschwindigkeit der Schnellfeuer-/Bursttaste lässt sich regeln und akzeptiert Werte zwischen 2 bis 255 ms. Genau wie unter Windows lässt sich die Scrollgeschwindigkeit regeln. Ebenfalls gelungen ist der Umstand, dass man jedem Profil ebenfalls eine eigene .exe zuordnen kann. Sobald das jeweilige Programm gestartet wird, stellt die Maus das entsprechende Profil ein. Mächtig ist die Programmierung der Tasten, die keine Wünsche offen lässt. So kann man vollständige Markos über die Maus-Tasten abrufen lassen.

Fazit

Lohnt sich die LEDOS und DECUS nun? Definitiv stellt die LEDOS eine gute Gamingmaus mit wertiger Verarbeitung für jeden mit begrenztem Budget dar, der vor allem Wert auf First Person Shooter legt, nicht zuletzt durch ihre Snipertaste. Auch das leichte Gewicht unterstützt zudem Spieler, die gerne eine hohe Empfindlichkeit fahren. Ambitionierte RPG- oder Strategie-Spieler sind aber mit einer Maus wie der DECUS besser aufgestellt, sie erfüllt nahezu alle Wünsche, die sich per Profil stark an ein jeweiliges Spiel anpassen lassen. Durch Makros lassen sich mit ihr Situation in epischen Schlachten und Kämpfen noch besser meistern. Zwar ist die DECUS etwas schwerer und durch ihre Größe nicht ganz so einfach über das Mousepad zu bewegen wie die LEDOS, aber ebenfalls für jeglichen Shooter geeignet. Durch die Handablage ermüdet die Hand auch nach durchgezockter Nacht nicht merklich. Für den geboten Preis bekommt man mehr geliefert als anderswo, somit erhält die Speedlink DECUS eine uneingeschränkte Kaufempfehlung des Autors. Die LEDOS überzeugt ebenfalls durch ihre Verarbeitung und Preis mehr Leistung erhält man erst für einen nahezu doppelten Preis. Damit ist die LEDOS die Einsteiger-Empfehlung des Autors.

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