Test – Spyro Reignited Trilogy

Nachdem die Crash Bandicoot N. Sane Trilogy Nostalgieherzen höher schlagen ließ, traute sich Activision dieses Jahr nun auch an Spyro. Überzeugt der Platformer auch zwanzig Jahre später noch?

Vor 20 Jahren erschien mit Spyro the Dragon der erste Teil der Jump ’n‘ Run-Reihe für die PlayStation 1. Ursprünglich entwickelt von Insomniac Games, heute bekannt für Titel wie Sunset Overdrive und Marvel’s Spider-Man, wechselte das Entwicklerstudio über die Jahre. Der letzte richtige Spyro-Titel erschien 2008 mit The Legend of Spyro: Dawn of the Dragon für die alte Konsolengeneration und sogar Wii, DS und PlayStation 2 und wurde eher mau aufgenommen. Mit dem Skylanders-Spinoff konnte Activision über Jahre hinweg die Spyro-Lizenz am Leben halten, bis am 13. November nun endlich die Spyro Reignited Trilogy erschien.

Dabei handelt es sich um Remakes der ersten drei Teile, darunter Spyro the Dragon, Spyro 2: Ripto’s Rage! und Spyro: Year of the Dragon. Auf Basis der Unreal Enginge 4 hat Entwickler Toys for Bob den Spielen neues Leben eingehaucht. Konkret heißt dies, dass alle Modelle, Grafiken et cetera in der UE4 erstellt wurden, dabei aber dem Original getreu sind. Des Weiteren wurden die Dialoge neu vertont beispielsweise bei den geretteten Drachen aus Teil 1 oder mit Bewohnern der Welten und natürlich auch die Cutscenes graphisch komplett überarbeitet. Auch die Soundeffekte und Musik sind die gleichen wie im Original, zudem ist aber auch die überarbeitete Version der Toneffekte wählbar. Obwohl es mehr Remake als Remaster ist, ist das gesamte Leveldesign gleich geblieben, was heißt, dass Gegner, Edelsteine und andere etwaige Sammelgegenstände an den gleichen Orten zu finden sind.

Die Geschichte der drei Teile ist demnach auch unverändert simpel. Im ersten Teil muss Spyro Drachen retten, die von Bösewicht Gnasty Gnorc versteinert wurden. Dabei stehen sechs große Heimwelten mit etlichen Reichen und Bossen zur Verfügung. In Spyro: Ripto’s Rage geht es um den titelgebenden Ripto, der die Welt unterjochen will. Der lila Drache lässt dies natürlich nicht so einfach zu und muss in etlichen Leveln wieder dafür sorgen, dass der Tyrann bezwungen wird. Letztlich finden wir im Bundle noch Spyro: Year of the Dragon. Eine böse Zauberin lässt die Eier der Drachen stehlen. Folglich muss Spyro in die Forgotten Realms reisen, die frühere Heimat der Drachen, und muss die Eier zurückholen. Neu im dritten Teil ist, dass man nach und nach weitere spielbare Charaktere freischaltet, darunter Agent 9, Sheila, Sgt. Byrd und Bentley.

Durch das Paket der drei Spiele merkt man deutlich, wie sich die Serie im Laufe verändert hat. Der erste Teil war noch recht simpel, das Leveldesign gut umgesetzt, aber nicht hoch komplex. Mit Teil zwei und drei hingegen ändert sich einiges. Der zweite Teil hat den großen Vorteil, dass Spyro bestimmte Fähigkeiten während des Spiels erst wieder freigeschaltet, bzw. bei Moneybags gekauft werden müssen. Somit sind anfangs noch nicht alle Bereiche in den Gebieten zu erreichen. Dies erhöht die Spieldauer und den Spielmehrwert, nachdem man den Titel durchgespielt hat, da noch verschiedene Orte und Geheimnisse übrig sind, die es zu finden gibt. Im dritten Teil gibt es zudem weitere spielbare Charaktere, wie Agent 9, Sheila, Sgt. Byrd und Bentley. Dadurch bietet das Spiel deutlich mehr Abwechslung als die vorigen Titel und ist äußerst subjektiv gesehen der beste Teil der Reihe.

Zwar sind die einzelnen Spiele recht kurz, wobei Year of the Dragon noch der längste ist, dennoch ergibt sich mit allen drei zusammen aber durchaus eine Spielzeit von 20-25 Stunden, vor allem wenn man versucht 100% in allen Leveln zu erreichen. Und hier reden wir von 20-25 Stunden reinem Spaß! Obwohl das Gameplay simpel ist, macht der Platformer einfach alles richtig. So rollt, springt und gleitet Spyro durch die Welten, während er Gegnern mit seinem Feueratem einheizt oder die Hörner in den Hintern rammt. Die Progression ist dabei abhängig von bestimmten Sammelgegenständen wie Talismanen in Teil 2 oder Eiern in Teil 3. Um in die weiteren Gebiete zu reisen, ist eine bestimmte Anzahl von diesen nötig. Rennt man nicht nur durch die Level, sondern versucht auch optionale Gegenstände zu finden, ist Backtracking eigentlich nicht nötig. Generell sind die Titel also nicht schwer, unterhalten dafür aber konstant.

Neu im Remake ist die kleine Karte, die am unteren Bildschirmrand die Position des lila Drachen und die Umgebung anzeigt. Die gelungene Verbesserung hilft dabei deutlich einfacher durch die Welten zu navigieren. Altbewährt ist hingegen der treue Begleiter des kleinen Feuerspuckers. Die Libelle namens Sparx, die Spyros Energie darstellt. Anfangs ist sie golden, wird Spyro jedoch getroffen wird sie blau, bei einem weiteren Treffer grün und verschwindet schließlich gänzlich. Demnach kann Spyro dreimal getroffen werden, bevor er das zeitliche segnet. Kleinere Tiere in den Leveln können jedoch gegessen werden, um Sparx wieder zu seiner ursprünglichen Stärke herzustellen. Diese sind in den späteren Welten zwar seltener anzutreffen, erfahrene Spieler sollte aber sowieso kaum Probleme haben.

Fazit

Überzeugt der lila Drache also auch zwanzig Jahre später noch? Definitiv ja. Entwickler Toys for Bob hat sich große Mühe gegeben den Titel optisch aufzubessern, das Kerngameplay bleibt aber glücklicherweise unverändert. Dadurch behalten die drei Titel noch immer den Charme und den Spaß, den sie auch vor zwanzig Jahren bereits hatten. Einziger Kritikpunkt ist, dass die Spiele nicht wirklich schwer sind, allerdings sind sie gerade deshalb so unterhaltsam. Für Zwischendurch ist die Reignited Trilogy optimal, da man nie zu viel Zeit investieren muss, aber dennoch kann, wenn man möchte.
Als Gamer können wir nur hoffen, dass Spyro in den nächsten Jahren nun auch mit neuen Titeln wieder zurück auf die Konsolen fliegt.
Positiv
  • Herausragende Grafik
  • Viel Spieldauer
  • Jump ‘n‘ Run wie früher
Negativ
  • Teils sehr einfach
  • Glitches (sowohl im Gameplay als auch was Trophäen angeht)
Kommentare

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