Test – Submerged

Die Geschichte von Submerged ist relativ schnell erzählt: das junge Mädchen Miku ist mit ihrem […]

Die Geschichte von Submerged ist relativ schnell erzählt: das junge Mädchen Miku ist mit ihrem verwundeten Bruder auf einem Fischerboot in einer fremden und dennoch seltsam vertrauten Welt gestrandet. Diese Welt ist unseren modernen Großstädten sehr ähnlich, allerdings stehen sämtliche Gebäude meterhoch unter Wasser und von anderen Menschen ist nichts zu sehen. Wer unser Review zu Everybody’s Gone to the Rapture gelesen hat, dem dürften thematische Ähnlichkeiten auffallen. Tiere gibt es in der Stadt zwar noch, aber die Fische und Wale im Wasser sind ebenso wie die alten Hotels, Kirchen oder Statuen von fluoreszierenden Algen und Moos überwachsen. Die Geschichte des Spiels wird komplett in Bildern erzählt – nur die Missionsangabe enthält ein wenig Text: damit ihr Bruder überleben kann, muss Miku unentwegt nach Vorräten und Medikamenten suchen.

Malerische Kulissen wie diese gibt es bei Submerged zuhauf

Volle Fahrt voraus

Das Spiel lässt sich in zwei Hauptelemente der Erkundung aufteilen: Seefahrt und Klettern. Bevor man das erste Mal in See sticht, wird erstmal mit dem Fernglas die Umgebung sondiert. Mit dessen Hilfe entdeckt Miku auf einem nahegelegenen Hoteldach ein rotes Banner – hier wurden früher einmal Hilfslieferungen auf dem Dach abgeworfen. Ein Symbol auf Karte und Kompass weist den Weg dorthin und auch zu anderen wichtigen Punkten, die man so im Spielverlauf erspäht hat. Mit Hilfe des Fischerbootes geht es zu dem besagten Hotel und mit einem Tastendruck legt das Boot automatisch an. An einigen Ranken und Vorsprüngen kann man sich nach oben hangeln. Dies geschieht übrigens vollkommen automatisch und benötigt keinen extra Tasteninput – einfach in die gewünschte Richtung steuern und die junge Heldin folgt mit ihren Bewegungen. An ein oder zwei Stellen kann es mit dieser Steuerung ein wenig hakelig werden. weil sich Miku zum Beispiel zwei Meter über dem Boden nicht fallen lassen kann und auf dem gewünschten Weg nicht eine Ranke greift. Diese Momente sind zum Glück sehr selten gewesen und trüben das Spielerlebnis nicht dauerhaft. Immerhin: von einer Hausfassade abstürzen kann man in Submerged ebenso wenig wie Ertrinken.

Auf dem Weg zu einem Gebäudedach stößt Miku auf kleinere, meist gut versteckte Kisten, die ein Bild enthalten. Diese Bilder setzen sich puzzleartig zu der Geschichte hinter der versunkenen Stadt zusammen, was jedoch komplett optional ist. Es lohnt sich meiner Meinung nach aber durchaus die Extrazeit zu investieren, da man so Locations kennenlernt, die man im normalen Spielverlauf nicht besuchen würde. Sobald man die Truhe mit Hilfsgütern gefunden hat, kehrt man automatisch zum Bruder zurück und eine kurze Cutscene zeigt wie Miku ihn verarztet und einen Moment innehält. Auch an ihr geht das Abenteuer mit seinen Strapazen nicht spurlos vorbei, was sich sogar optisch zeigt. Ist man frisch ausgeruht, macht man sich sogleich auf die Suche nach der nächsten Truhe und dem nächsten Kletterabenteuer – wenn man möchte. Der Spieler kann bei Submerged völlig frei entscheiden was er macht und zu welcher Zeit er es macht. Die Reihenfolge der einzelnen Hochhäuser lässt sich beliebig wählen und es gibt nie einen Punkt, an dem einen irgendwelche Beschränkungen im Bezug auf das Erkunden der Stadt im Weg stehen . Trotz der bedrohlichen Situation, in der sich der Bruder befindet, gibt außerdem es keine Zeitlimits und man kann sein eigenes Tempo wählen.

 

Wenn Miku nicht im Boot sitzt, klettert sie meist an überwachsenen Ruinen entlang

Zu neuen Ufern

Gameplaytechnisch ist Submerged sicher nichts Revolutionäres, denn das Segeln kennt man in der Form bereits aus Wind Waker und die Kletterparteien erinnern mich an Shadow of the Colossus. In der Kombination aus beidem ergibt sich aber dennoch ein tolles Spielerlebnis. Das liegt in erster Linie daran, dass das Spiel sowohl visuell als auch auditiv sehr ansprechend ist. Lichteffekte und Atmosphäre sind eine der großen Stärken und besonders wenn es im Spiel Nacht wird, kommt das schön zur Geltung. Dann sammeln sich die Glühwürmchen und Fische und Algen fangen an zu leuchten. Ein vollständiger Tag- und Nachtzyklus ist im Vergleich zu vielen anderen Adventure-Titeln ziemlich lang und schafft dadurch Immersion mit langen Sonnenauf- und untergängen. Hin und wieder kann es auf der Konsole zu kleineren Rucklern kommen, aber diese sind mir nicht übel aufgestoßen. Man merkt einfach an vielen Stellen, dass die Macher viel Wert darauf gelegt haben eine Welt zu schaffen, in der der Spieler auf ein großes Abenteuer gehen kann.

Tag-/ Nachtwechsel und dynamisches Wetter sorgen für tolle Eindrücke

Fazit

Submerged ist vor zwei Wochen inmitten des gamescom-Trubels erschienen und nach dem stressigen Messeprogramm war es für mich einfach das perfekte Spiel zum Abschalten. Es ist wunderschön und eine sehr entspannende Spielerfahrung, in der man sich einfach treiben lassen kann. Die Musik ist Balsam für die Seele und die Soundkulisse trägt ebenfalls ihren Teil dazu bei. Insgesamt kann man das Spiel an ein oder zwei Abenden beenden, je nachdem ob man nur der Hauptstory folgt oder alle Geheimnisse der Stadt entschlüsseln will. Auf der Suche nach Hinweisen durchkämmt man in letzterem Fall jeden Winkel der Stadt und fühlt sich schon bald heimisch in einer Spielwelt voll mit fremd-vertrauten Häuserschluchten. Der Titel ist als Download für PC, PlayStation 4 und Xbox One für aktuell 19,99€ zu haben, getestet haben wir die PlayStation 4-Version.

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