Test – Surviving Mars: Green Planet

Der Aufbaustrategietitel auf dem roten Planeten bekommt seine zweite Erweiterung

Mit dem neuen DLC Green Planet bringen Entwicklerstudio Haemimont Games und Publisher Paradox Interactive die zweite größere Erweiterung für den Aufbaustrategietitel Surviving Mars heraus. Die am 16. Mai erschienene Erweiterung kostet 19,99€ und bekommt momentan 94% positive Reviews auf Steam. Das Basisspiel ist für 29,99€ erhältlich und kommt bei 84% positiven kürzlichen und insgesamt 71% positiven Reviews durchaus gut an.

Surviving Mars Trailer

Wer Surviving Mars nicht kennt, dem ist das Spielprinzip schnell erklärt. Ihr werdet von einem Sponsor mit einer Mission und einem Budget ausgestattet und müsst auf dem Mars eine Basis etablieren, die sich letztlich eigenständig versorgen kann. Anfangs steuert ihr Roboter und Drohnen umher, die die grundlegende Infrastruktur eurer Basis aufbauen. Nachdem ihr die Wasserversorgung und die Umwandlung in Treibstoff sichergestellt habt, die örtlichen Metall- und Betonvorkommen ausplündert und eure Basis mit genug Strom versorgt, könnt ihr anfangen, den Mars mit Menschen zu besiedeln. Diese wohnen in abgeschlossenen Kuppeln und bauen seltene Metall ab, die ihr auf der Erde verkaufen könnt. Diese sind allerdings auch mit allerhand Bedürfnissen versehen. Glücklicherweise könnt ihr eure Kolonisten selbst auswählen, sodass eine gewisse Steuerung möglich ist.

Surviving Mars ist letztlich ein reiner Basenbauer, zwar gibt es einige Naturkatastrophen, mit denen ihr klar kommen müsst und einige Interaktionen mit Anomalien auf der Marsoberfläche, aber es gibt keine feindliche Fraktionen wie zum Beispiel in Factorio – ihr könnt euch also vollkommen darauf konzentrieren, eure Basis zu gestalten und zu optimieren. Neben der Erkundung der Oberfläche bietet Surviving Mars auch einen sehr umfangreichen Forschungsbaum, der je nach Sponsor unterschiedlich gestaltet ist. Auch wenn der Spielverlauf in jeder Runde sehr ähnlich ist, bieten unterschiedliche Startpunkte mit drastisch unterschiedlicher Ressourcenverteilung und Terrain sowie verschiedene einstellbare Herausforderungen einiges an Abwechslung.

Green Planet Trailer

Was fügt nun die Erweiterung Green Planet hinzu?
Grundsätzlich geht es in Green Planet darum, den Planeten auch außerhalb der Kuppeln bewohnbar zu machen. Hierfür ist es nötig, vier verschiedene Modifikatoren des Planeten zu beeinflussen. Neben der Erstellung einer Atmosphäre müssen Temperatur, Wasserzugang sowie die Vegetation auf ein Niveau gebracht werden, das Menschen ermöglicht, ohne Schutzanzüge die Kuppeln zu verlassen. Hierfür stehen euch mehrere Optionen zu Verfügung. Neben verschiedenen Terraforming Gebäuden wie der Treibhausgas-Fabrik oder der Aufforstungsfabrik gibt es Spezialprojekte, die einiges an Aufwand und Kosten verursachen, aber dauerhaften und erheblichen Fortschritt bedeuten. Die hierdurch verursachten Klimakatastrophen sind Teil des Prozesses.

Neben neuen Sponsoren und neuen Gebäuden führt Green Planet auch klassisches Terraforming ein. Wenn euch im Basisspiel das Terrain öfter gestört hat, weil es eurem Basenbau im Weg stand, könnt ihr nun alles planieren oder auffüllen und eure Basis auf perfekt waagerechtem Untergrund bauen. Hinzu kommt ein weiterer Ast im Forschungsbaum, der sich hauptsächlich mit Aspekten des Terraforming befasst und euch zahlreiche Boni bietet.

Wie immer bei Videospielen stellt sich letztlich die Frage „Ist das Spiel sein Geld wert?“ oder in diesem Fall „Ist die Erweiterung ihr Geld wert?“
Im Fall von Surviving Mars: Green Planet ist meine Meinung etwas gespalten. Wer das Basisspiel bereits besitzt und ausgiebig gespielt hat, der wird seinen Spaß am DLC haben und die eine oder andere neue Kampagne spielen und somit voll auf seine Kosten kommen.
Wer sich allerdings vom Basisspiel schon etwas mehr erhofft hat und es nur einige wenige Stunden gespielt hat, bevor die Motivation verloren ging, für den ist die Erweiterung zwar womöglich interessant, um noch einmal neu anzufangen, aber für einen Preis von 19,99€ etwas zu teuer.
Und wer von Surviving Mars noch nichts gesehen oder gehört hat, für den ist das Paket aus Basisspiel und Erweiterung ohne Rabatt wohl zu teuer und derjenige sollte sich lieber mit dem Basisspiel begnügen und schauen, ob es ihm genug Spaß macht, um auch beim DLC zuschlagen zu wollen.

Fazit

Surviving Mars: Green Planet bietet einige neue Spielaspekte und erweitert das Basisspiel an der richtigen Stelle, dem Terraforming hin zu einem grünen Planeten. Der etwas zu teuer geratene DLC kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Spielprinzip das gleiche bleibt und lediglich um einige wenige Aspekte erweitert wird. Der Wiederspielwert wird zwar durch die Erweiterung erhöht, aber es ist fraglich, ob man nach einer oder zwei neuen Runden mit den neuen Möglichkeiten auch noch eine dritte oder vierte anfängt. Green Planet liefert zwar einige neue Gebäude und Forschungen, ändert aber nichts am Mangel an Herausforderungen, wenn man das Spiel einmal begriffen hat. Nichtsdestotrotz ist es ein interessanter DLC, der so einige Stunden Spielspaß verspricht, jedoch vor allem an Leute gerichtet ist, die das Basisspiel wirklich mögen und ausgiebig spielen und auch weiterhin spielen wollen.
Positiv
  • Passende neue Spielaspekte
  • Erweitert ein gutes Basisspiel
Negativ
  • Etwas zu teuer
  • Tiefe im DLC fehlt etwas
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Schlagwörter:surviving mars