Test – The Silver Case HD Remaster

Mit The Silver Case HD Remaster erschien Goichi Sudas, aka Suda51, Debutspiel nun auch auf der PlayStation 4. Besser bekannt ist er mit seinem Studio Grasshopper Manufacture für Titel wie Killer7, die No More Heroes Reihe oder Shadows of the Damned.

The Silver Case spielt in einer futuristisch angehauchten Version von Japan die als 24 Wards bezeichnet wird. Ihr startet im ersten von zwei Szenario, welches euch die Kontrolle über einen Detektiven gibt, der einem berüchtigten Serienkiller namens Kamui Uehara nachjagt. Im zweiten Szenario Placebo schlüpft ihr in die Haut des Reporters Tokio Morishima, der über die Fälle der Polizei berichtet. Die Geschichte verläuft dabei parallel zu einander. Neben den sieben Fällen und fünf Reportagen bietet euch die HD Version in beiden Szenarios je eine neue Episode. Diese sollen den Prolog zum angekündigten The Silver Case: Ward 25 darstellen. Um die Geschichte komplett nachzuvollziehen, ist es unabdingbar beide Szenarien komplett zu spielen. Offen Handlungsstränge oder vermeintliche Plotlöcher werden vor allem im Placebo Teil aufgelöst.

Habt ihr keine Lust mehr auf die Fälle könnt ihr jederzeit in das andere Szenario wechseln

Ihr bewegt euch in der First-Person Sicht durch die Spielwelt. Die Steuerung ist anfangs recht gewöhnungsbedürftig. Statt direkt mit dem Steuerkreuz oder Analogstick zulaufen, müsst ihr erst die Option Movement auswählen, um euch fortbewegen zu können. Gleichermaßen verhält es sich mit den anderen Optionen. Auch diese müssen vorher über ein Menü gewählt werden. Dies war beim ursprünglichen Release 1999 vielleicht nicht anders möglich, ist heute aber schlichtweg nervend. Gerade in einem Remaster hätte dies meiner Meinung nach geändert werden müssen. Nichtsdestotrotz findet man sich nach und nach in die Steuerung ein. Im Transmitter Szenario befragt ihr so Zeugen, löst Rätsel und folgt der Geschichte. Viel Charakterentwicklung gibt es nicht, für den Spieler schon gar nicht. In Placebo ist dies anders. Viele Monologe arbeiten den Reporter aus und lassen ihn weniger eindimensional wirken, wie die Detektive im anderen Szenario. Großteilig liegt dies wohl daran, dass die Geschichte in Placebo nicht von Goichi Suda selbst, sondern zwei anderen Autoren erfasst wurde.

Im Menü müsst ihr erstmal auswählen, was ihr machen wollt

In typischer Adventure-Manier werdet ihr mit viel Text konfrontiert. Rätsel und Puzzle lockern das Ganze zwischendurch auf. Der einzigartige Stil des Spiels ist definitiv gewöhnungsbedürftig. Mit persönlich gefällt er sehr gut. Jedes Kapitel bietet unterschiedliche visuelle Effekte und Darstellungen. Fall 3 ist beispielsweise gänzlich in schwarz-weiß gehalten. Die Geschichte wird euch über Textboxen und Bilder erzählt, ab und zu werden auch reale und animierte Sequenzen angespielt. Nicht selten kommt es dabei vor, dass ihr wenige Sekunden spielt und dann wieder zehn bis 15 Minuten lesen müsst.

Kernstück des Spiels bleibt aber die Story und die ist nach den anfänglichen Schwierigkeiten wirklich gut. Die Handlung mit ihren überraschenden Twists, sowie die allgemeine Stimmung lies mich über gameplay- und technische Schwierigkeiten hinwegblicken. Zu Gute kommt der Atmosphäre vor allem der gelungene Soundtrack, komponiert von Masafumi Takada.

Fall 3 Parade zeigt sich in schwarz-weiß

Fazit

Eins ist ganz klar. Genrefremde werden mit The Silver Case nur wenig Spaß haben. Dafür ist es zu altbacken, zu textlastig einfach zu anders, als der typische AAA-Kram. Adventureliebhaber könnten aber Freude am Titel finden. Der holprige Einstieg schreckt erst etwas ab, spätestens ab dem ersten Fall ist man aber in der Geschichte drin. Eine allgemein Empfehlung kann ich also nicht aussprechen, auch wenn ich vom Titel sehr gut unterhalten wurde und die Geschichte interessiert verfolgt habe.
Positiv
  • Spannende Geschichte
  • Atmosphärischer Soundtrack
  • Schöner visueller Stil
Negativ
  • Schwacher Prolog
  • Wenig Charakterentwicklung in Transmitter
  • Unnötig komplizierte Steuerung
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