Test – The Technomancer

Kann The Technomancer in die Fußstapfen der großen Action-RPGs treten?

Mit The Technomancer kam am 28. Juni auf dem PC, der PlayStation 4 und der Xbox One der Nachfolger zum 2013 erschienen Mars: War Logs raus.

Inhalt

Der Titel spielt wie auch der Vorgänger auf dem Mars, 200 Jahre nachdem der rote Planet von den Menschen kolonialisiert wurde. Ihr übernehmt die Rolle des Frischlings Zachariah, der seinen Anfang auf dem Weg zum Technomancer macht. In der dystopischen Welt ist es eure Aufgabe, Ordnung zu schaffen und den Leuten zu helfen, indem ihr Quests erledigt.

Nach dem Tutorial und der Einführungsmission öffnet sich das Spiel für euch und ihr könnt etliche Nebenmission absolvieren und auf rund 30 Stunden Spielzeit kommen, die sich aber sehr langatmig anfühlen und eher quälend lang als kurzweilig sind.

Zachariah ist zum Teil veränderbar. Leider gibt es nur eine männliche Version.

Der Protagonist Zachariah ist vor Spielstart leicht veränderbar. So könnt ihr Gesicht, Hautfarbe, Frisur und Haar- sowie Augenfarbe verändern. Mehr auch nicht. Eine Geschlechtswahl habt ihr nicht. Vor Spielstart könnt ihr noch einen Punkt in den Talentbaum und in ein Attribut eurer Wahl stecken. Der Talent-Baum bietet Boni wie Charisma, das die Erfolgschance im Dialog erhöht, oder Tarnung, was die Chance für den Diebstahl erhöht. Weiterhin sind die vier Attribute auf die vier Klassen ausgelegt: So gibt es Gewandtheit (Gauner), Kraft (Technomancer), Stärke (Kämpfer) und Ausdauer (Wächter), die den jeweiligen Klassen Vorteile bringt. Natürlich könnt ihr im Verlauf des Spiels auch eine Kombination der Klassen benutzen, da ihr jederzeit per Knopfdruck eure Kampfstellung wechseln könnt.

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Das Spiel bietet zudem ein Crafting-System, mit dem ihr eure Ausrüstung aufwerten könnt und neue Sachen herstellen könnt. Auch ein Moral-System bietet das Spiel, dazu später mehr.

Gameplay

Im Tutorial wird euch direkt gezeigt, welche unterschiedlichen Kampfstile es gibt. So gibt es den Kämpfer (zweihändig mit Stab), den Wächter (Einhandwaffe und Schild) und den Gauner (Einhandwaffe und Pistole). Des Weiteren habt ihr natürlich auch die namensgebenden Technomancer-Fähigkeiten, mit denen ihr zum Beispiel eure Waffe mit Energie aufladen oder Blitze verschießen könnt.

Der Skillbaum bietet einige unterschiedliche Anpassungsmöglichkeiten.

Beim Levelaufstieg bekommt ihr Punkte, die ihr in eure Skillbäume stecken könnt, um die jeweiligen Klassen beziehungsweise Kampfstile zu stärken.

4 verschiedene Skills geben den Spielern die Möglichkeit den Charakter leicht zu definieren.

Bezüglich des Kampfsystems macht The Technomancer leider nicht viel richtig. Die Kämpfe sind monoton und machen wenig Spaß. Ihr habt einen normalen und starken Angriff, könnt mit dem Schild blocken oder Gegner unterbrechen. Selbst auf dem normalen Schwierigkeitsgrad ist das Spiel teils sehr unfair und schon nach einem Fehler sterbt ihr recht schnell. Bei mehreren Gegnern wird es schnell sehr unübersichtlich und euer Charakter bewegt sich teils sehr ruckartig.

Der einseitige Kampf macht leider nur wenig Spaß.

Leider ist nicht nur das Kampfsystem schlecht. Die zwar interessante Welt bleibt leider leer und wirkt nicht lebendig. NPCs sind stumm und nehmen Aktionen des Charakters nicht wahr. Weiterhin gibt es ein Moral-System, welches durchaus Auswirkungen haben kann. Beim Kampf sterben die Gegner nicht direkt, sondern sind ohnmächtig. Ihr habt dann die Wahl, sie entweder zu looten oder zu töten, indem ihr sie aussaugt und dabei „Serum“, die Währung auf dem Mars, bekommt. Dies kostet euch allerdings Karma und kann dazu führen, dass man Gefährten verliert.

Technik

Auch beim technischen Aspekt macht Technomancer keine gute Figur. Der Titel ähnelt einem guten Xbox 360/PlayStation 3 Spiel, ist also keinesfalls auf der Höhe der Zeit. Die schlecht animierten Gesichter sind asynchron zur zusätzlich schwachen Synchronisation. Da die Gesichter recht starr sind, vermisst man Emotionen, die durch eine gute Sprachausgabe wiedergegeben werden können.

Auch in Sachen Graphik setzt The Technomancer keine Maßstäbe.

Dem Spiel fehlt es schlichtweg an „Polishing“, wie man so schön sagt. Teils blieb mein Charakter in Objekten stecken oder hing mit einem Körperteil in Gegenständen fest.

Generell wirkt der Titel technisch ein bisschen unfertig, wobei es sich bei dem Entwicklerstudio Spiders auch eher um eine kleine Entwicklerschmiede handelt. Man kann dies also verzeihen und hoffen, dass nach den eher schwächeren Titeln wie Mars: War Logs, Bound by Flame und nun The Technomancer die französischen Entwickler mit ihrenn nächsten Titeln ihr Potenzial voll ausschöpfen.

Fazit

Der Titel versucht viele Dinge, die andere Rollenspiele etabliert haben, gut zu machen, scheitert dabei allerdings und macht die meisten Sachen eher schlecht. Die Gefährten sind eindimensionale Charaktere, die mir im Spielverlauf komplett egal waren. Auch Zachariah ist extrem uninteressant und der schwachen Geschichte wollte ich auch nicht wirklich folgen. Gepaart mit dem schlechten Kampfsystem, den nur suboptimal umgesetzten Rollenspielelementen und der schlechten Synchronisation, hatte ich leider nur wenig Spaß mit dem Spiel. Schade, da ich mich nach den Trailern eigentlich ziemlich auf das Spiel gefreut habe.

 

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