Test – Trials of the Blood Dragon

Ein Spiel mit so vielen Facetten, wie es Farben hat. Blood Dragon kehrt endlich zurück, allerdings anders als erwartet.

Wir erinnern uns noch sehr gut an die hollywoodreifen Abenteuer des Rex „Power“ Colt aus Far Cry: Blood Dragon. Das Abenteuer erschien 2013 als eigenständiges Spiel, basierend auf der Far Cry 3 Spielmechanik und wartete mit einer Geschichte im 80er Jahre-Look, welche im Jahr 2007 spielte. Das Spiel glänzte nicht zuletzt durch eine tolle Inszenierung, den sehr ausgefallenen Humor und den sehr passenden Soundtrack.

Trials of the Blood Dragon ist ein Mix aus vielen Komponenten. Trials selbst ist ein Motorrad-Arcade-Spiel vom Entwickler RedLynx und Ubisoft, welches 2014 unter dem Namen Trials Fusion erschien. Far Cry: Blood Dragon ist ebenfalls von Ubisoft und ein Ego-Shooter. Man entschied sich bei Ubisoft kurzerhand dazu, einen Mix aus beidem Spielen zu kreieren, eher ein Spin-Off des Blood Dragon-Ablegers. Das Resultat ist mehr als interessant und bietet viele spannende Komponenten.

Rex Colts Sohn Slayter ist eine der Hauptrollen im Spiel und zeigt sein Geschick unter anderem auf dem Motorrad.

 

Gameplay aus allen Welten

Trials of the Blood Dragon vereint verschiedene Mechaniken in einem Spiel. Zu Beginn müssen die ersten beiden Levels mit Hilfe eines Motorrads à la Trials Fusion absolviert werden, um sich dann direkt im Anschluss in Form eines Side-Scrollers durch einen Komplex zu kämpfen. Auf Ego Shooter-Passagen, wie wir sie aus Blood Dragon selbst kennen, müssen wir in diesem Spiel ganz verzichten. Das Hauptaugenmerk bleibt grundsätzlich bei den Motorrad-Levels, welche es immer wieder zu bestreiten gilt. Diese werden jedoch mit verschiedenen Fahrzeugen und abwechslungsreichen Level-Designs nett inszeniert.

Sogar geballert werden darf in Trials of the Blood Dragon – wenn auch nur selten.

Das Team bei RedLynx war sich auch keiner Gelegenheit zu schade, sich bei einigen bekannten Spielen und Filmen inspirieren zu lassen. So finden wir immer wieder unzählige Anspielungen zu Hotline Miami, Indiana Jones, Starship Troopers und vielen mehr. Sogar der Soundtrack wurde kurzzeitig von Hotline Miami in einer aufgemischten Version ausgeborgt.

 

Grafik und Sound

Der Look des Spiels ist, ebenso wie das Teilvorbild Blood Dragon, wieder am 80er Jahre-Thema orientiert und strotzt nur so vor Farben und Kitsch. Für die Zwischensequenzen wurde auf Comics gesetzt, welche sich aber immer gut in das Geschehen integrieren und die Geschichte sehr schön erzählen. Dennoch wäre ein einheitlicher Look etwas schicker gewesen – womöglich fehlte es dazu ein wenig an Budget oder Zeit.

Farben sind im Spiel immer und überall in rauen Mengen zu finden.

Der Soundtrack stammt einmal mehr von Power Glove, die bereits bei Blood Dragon sehr solide Arbeit geleistet haben und meiner Ansicht nach einen der besten Videospiele-Soundtracks abgeliefert haben. Auch hier hat man wieder alles gegeben und kreierte einen sehr stimmigen und unterhaltsamen Ton, der sehr gut zum Spiel und dessen Geschehen passt.

 

Fazit

Trials of the Blood Dragon ist ein zu Beginn sehr komisch anmutender Mix aus zwei Spielen. Aber schon nach wenigen Minuten zeigt das Spiel sein Potential und der Look sowie Sound tun das Übrige, um ein rundum sorgloses Spiele-Paket abzuliefern. Das große Highlight des Spiels ist der grandiose und treibende Soundtrack von Power Glove. Das Abenteuer ist schön erzählt, ist aber bei Weitem nichts besonderes und nach wenigen Stunden bereits vorbei. Der Preis von 14,99 Euro (PlayStation Store) ist in Ordnung und für PlayStation Plus-Mitglieder gibt es den Soundtrack gratis obendrauf. Wer Action mag, die 80er Jahre vermisst, noch einmal trashige und unterhaltsame Action sucht, wird mit diesem Spiel glücklich werden.

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