Test – Weedcraft Inc.

Wer kennt sie nicht. Die Management-Simulationen, bei denen ihr große Parks, Zoos, Trucks, Züge, Städte und so weiter aufbaut und ein florierendes Geschäft erzeugt. Weedcraft Inc. ist wie der Name schon sagt ein ganz anderer Vertreter des Genres. Im Spiel geht es nämlich darum ein prosperierendes Grasimperium aufzubauen.

Wer kennt sie nicht. Die Management-Simulationen, bei denen ihr große Parks, Zoos, Trucks, Züge, Städte und so weiter aufbaut und ein florierendes Geschäft erzeugt. Weedcraft Inc. ist ein ganz anderer Vertreter des Genres. Wie der Name schon sagt, geht es im Spiel nämlich darum, ein prosperierendes Grasimperium aufzubauen.

Super Lemon Haze, Space Queen, Maui Wowie, Blue Dream, Super Skunk und etliche weitere. Wer hätte gedacht, dass es so viele unterschiedliche Gras-Sorten gibt? Ich jedenfalls nicht. Nebenbei noch auf Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Stickstoff-, Phosphor- und Kalium-Gehalt achten, um zu beweisen, dass ihr einen grünen Daumen habt. Bei Weedcraft Inc. werdet ihr zum Anbauexperten für Marihuana.

Im von Vile Monarch entwickelten und Devolver gepublishten Titel könnt ihr frei zwischen zwei Szenarien, eins für Anfänger und eins für Fortgeschrittene, wählen. Im ersten übernehmt ihr die Rolle eines Studenten, der Masters of Business Education studiert und mitten im Studium ist, als sein Vater an einer Krankheit stirbt. Zurück in der Heimatstadt bietet euch Bruder Clyde an, mit ihm ein Drogenimperium aufzubauen. Dabei fangt ihr aber ganz klein im Keller eures Apartments an. Im zweiten Szenario ist der Spielercharakter ist ein 50-jähriger Mann, der für 15 Jahre im Gefängnis saß und zu Beginn des Szenarios freigelassen wurde. Nach der langen Zeit im Gefängnis ist er nun auf der Suche nach Arbeit und trifft dabei auf seinen alten Freund Matty, der ihm das Angebot macht, in sein Business einzusteigen. Neulinge sollten definitiv mit dem leichteren Szenario beginnen, um so Zugang zum Spiel zu bekommen. Beide Szenarien beginnen damit, dass ihr erstmal die Basics das Grasanbaus lernen müsst, wobei die leichtere Version euch mehr Tipps und Hinweise gibt, während ihr in der schweren direkt mehr Kapital und Möglichkeiten habt.

Ausgehend davon, dass die meisten Spieler mit dem Anfänger-Szenario einsteigen, gestaltet sich das Spiel wie folgt. In einem von euch gemieteten Apartment oder Gebäude fangt ihr an, Grassorten anzubauen, wobei am Anfang nur wenige, sich eher schlecht verkaufende, zu Verfügung stehen. Auch die Auswahl des Nährbodens ist zu Beginn eingeschränkt. Neue Böden und Pflanzen schaltet ihr aber nach und nach mit Abschluss von Missionen frei. Diese äußerst hilfreichen Aufgaben werden euch von NPCs im Spielverlauf gegeben und führen durch das Spiel. Belohnt werdet ihr dabei neben Geld auch mit Erfahrungspunkten, die ihr nutzen könnt, um in den Kategorien Networking, Anbau, Verkauf und Forschung Punkte zu investieren. Dabei gibt es zwei Bereiche, wobei einer eher dubios ist, der andere ein ordentlicher. Beispielsweise könnt ihr Boni bekommen, die euch bei der Polizei im besseren Licht erscheinen lassen oder dafür sorgen, dass eure Pflanzen im Sommer oder Winter schneller gedeihen.

Im Verlauf des Spiels müsst ihr dann immer wieder die Pflanzen wechseln, die ihr gerade anbaut und am besten auch Nährboden und Licht wechseln, um die optimalen Konditionen zu erreichen. Dies ist vor allem wichtig, da ihr möglichst viele hochwertige Pflanzen zusammen bekommen müsst, was die Qualität der gesamten Charge erhöht. Sind einige nur eine schlechte Ernte, andere wiederum gut, ergibt sich im Gesamten dann trotzdem noch eine Standard-Mischung. Es lohnt sich also darauf zu achten, dass die Feuchtigkeit und Temperaturwerte immer korrekt auf die pflanzen zugeschnitten sind. Auch sollten die Nährwerte in der Erde, bestehend aus Stickstoff, Phosphor und Kalium richtig angepasst sein, um das beste Gras anzubauen. Diese Werte sind verborgen, können aber im späteren Verlauf über die Forschung freigeschalten werden. Dafür müsst ihr in Gebäuden Labore eröffnen, die euch mit Wissenschaftspunkten belohnen, mit denen ihr dann die optimalen Bedingungen für die Pflanzen freischalten könnt.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Kundenstamm. Aufgrund der großen Grasauswahl haben verschiedene Leute unterschiedliche Geschmäcker. PTSD-Patienten, Schläger, Studenten, Krebspatienten und viele andere sind also an unterschiedlichen Sorten des Rauschmittels interessiert. Bevorzugen Studenten eher das Super Lemon Haze aufgrund seines zitronigen Geschmacks, erreicht man bei PTSD-Patienten mit dem erdigen Geschmack von Blue Dream oder Northern Lights mehr. Es gilt sich also immer nach der Nachfrage zu richten, um möglichst viel Profit zu erschlagen. Neben dem normalen Verkauf könnt ihr übrigens auch noch bestimmte Aufträge annehmen, die ein Zeitlimit haben, aber meist mit viel Geld aufwarten. So möchte beispielsweise ein Kunde 1 Kilogramm der Sorte Northern Lights in einer bestimmten Qualität und bietet euch dafür $20.000. Geht ihr aber doch mal in die Miesen ist auch das beim ersten Mal kein Weltuntergang, da ihr bei der Bank einen Kredit mit einem gewissen Zinssatz annehmen könnt.

Habt ihr euch bereits etwas im Business eingefunden, könnt ihr schließlich auch Angestellte einstellen, die für euch den Verkauf und Anbau regeln. Dies funktioniert zwar gut, aber der manuelle Anbau und Verkauf funktionieren dennoch deutlich schneller. Außerdem müsst ihr euch immer wieder mit ihnen unterhalten, damit ihr ein gewisses Verhältnis aufbaut und die Motivation der Angestellten erhöht. Eure Arbeiter können von der Polizei auch verhaftet werden. Steht ihr dem Polizisten freundlich gegenüber, könnt ihr ihn Überreden, die Verhaftung nicht durchzuführen. Außerdem ist es euch möglich, den Beamten zu bestechen, falls ihr genug Geld übrig habt. Wandert euer Angestellter in den Knast und ihr lasst ihn fallen, kann es ein, dass er schließlich vor Gericht gegen euch und das Drogenbusiness aussagt. Dies führt dann schließlich zum Game Over. Es sollte euch also daran gelegen sein, euch immer gut mit den Arbeitern zu stellen.

Im Verlauf des Spiels wird es auch das ein oder andere Mal vorkommen, dass der Freund und Helfer bei euch vorbeischaut. Dies hängt vor allem davon ab, wie viel Wachsamkeit ihr mit einem jeweiligen Gebäude verursacht. Jedes Gebäude, beziehungsweise jede Aktivität, die ihr dort durchführt, hat ein gewisses Base-Level. Weiterhin gibt es auch ein temporäres Level, das aber regelmäßig gesenkt werden kann, sofern man ein Frontgeschäft an dem Ort besitzt. Das Base-Level lässt sich nur senken, wenn ihr im Anbaugebiet Items wie Luftreiniger, Ventilatoren oder Verdunster und Befeuchter einsetzt, die im Übrigen auch beim Anbau mit positiven Effekten aufwarten. Mehr Pflanzen sorgen im Umkehrschluss natürlich für einen erhöhten Wert.

Fazit

Weedcraft Inc. ist ein unterhaltsames Spiel und eine gute Management-Simulation. Wer schon immer einmal Gras anbauen wollte, sich aber aufgrund der gesetzlichen Lage in Deutschland nicht getraut hat, kann diese Fantasie in Videospielform nun vollends durchleben. Mit all den positiven und negativen Effekten. Natürlich ist dies etwas hoch gegriffen, da der Titel in keinster Weise mit der Realität zu vergleichen ist. Dennoch kann ich Freunden des Genres den Titel wärmstens ans Herz legen.
Positiv
  • Hoher Spielspaß
  • Gutes Management
  • Angenehme Musik
Negativ
  • Anfangs sehr repetitiv
  • Wenig abwechslungsreiche Musik
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